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Elektrobagger

Massenumschlag mit Naturstrom

Bagger und Lader

Armin Mörtlbauer sieht seinen Kunden Deisl Beton als einen Pionier bei elektrisch betriebenen Gewinnungs- und Baumaschinen. Interessierten Kunden bietet er eine passende Maschine als Mietlösung an.

Hallein/Österreich (ABZ). – Bereits seit mehr als zwei Jahren betreibt Deisl Beton mit seinem 90-t-Elektrobagger einen umweltverträglichen und einträglichen Abbau von Lockergestein.

Inzwischen übernahm das Unternehmen aus Hallein (Österreich) von seinem bayerischen Lieferanten Mörtlbauer Baumaschinen einen zweiten Kettenbagger mit Elektroantrieb. Der 36 Tonner Hitachi ZX350-5E übernimmt zuverlässig und kostengünstig zahlreiche Nebenarbeiten in mehreren Werken.

Mit einem Rohstoffabbau per 90-t-Elektrobagger verringert Deisl Beton aus Hallein die Umweltbelastung im österreichischen Bundesland Salzburg und zeigt sich der regionalen Wirtschaft zugleich als ein fortschrittliches, dynamisches Unternehmen. Der bisher lediglich bei großen Minenbaggern übliche Elektroantrieb rechnet sich aber auch betriebswirtschaftlich. Nach ihren positiven Erfahrungen übernahmen die Geschäftsführer Andreas und Christopher Deisl im Frühjahr 2016 bereits den zweiten, von Mörtlbauer Baumaschinen aus Fürstenzell (Niederbayern) auf Elektroantrieb umgerüsteten Kettenbagger. Die 36 t schwere Maschine mit der Typenbezeichnung Hitachi ZX350-5E wird genauso wie der große Ökominer per Kabel mit Energie versorgt. Die Einsatzgebiete im Betrieb sind vielfältig: Sie reichen vom Putzen der Abbausohlen über das Abtragen von Humus über dem anliegenden Lockergestein bis zum Zerkleinern von Knäppern und dem Umschlag von mineralischen Restmassen. Während der Bagger bei diesen Arbeiten per Kabel mit Energie versorgt wird, kann er ersatzweise auch per Stromaggregat betrieben werden. So wurde die Maschine bereits in weiter entfernt gelegenen Geländeabschnitten des Abbaubetriebes zum Rekultivieren eingesetzt.

Welche Stärken im Stromantrieb stecken, erklärt Armin Mörtlbauer, Geschäftsführer des bayerischen Baumaschinen-Handelshauses: "Das herkömmliche Isuzu-Dieselaggregat leistet maximal 202 kW bei rund 1000 Nm Drehmoment. Dagegen bringt der jetzt eingebaute Siemens-Elektromotor zwar lediglich 160 kW Motorleistung, aber dies bei einem riesigen Drehmoment von 1200 Nm. Und weil keine hohe Leistung für die Motorkühlung abgenommen werden muss, bleibt unterm Strich mehr Motorleistung für die Hydraulik übrig. Überdies bleibt das Drehmoment bei einem Elektromotor über das gesamte Drehzahlband konstant. Dadurch entsteht kein Drehmomentabfall bei kurzfristig abgerufener Hochleistung, etwa beim Heben und Reißen." Sein Kunde Andreas Deisl bestätigt dies aus mittlerweile mehreren Monaten Betriebserfahrung: "Insgesamt bringt der Elektromotor bestimmt 15 % mehr Leistung, entsprechend höher ist auch die Literleistung der Hydraulik. Wir betreiben in unserem Unternehmen auch einen Kettenbagger des Typs R380LC-9, und mit dieser deutlich größeren Maschine kann sich unser neuer, kleinerer ZX350-5E durchaus messen!"

Das Unternehmen Deisl Beton betreibt bereits seit über zwei Jahren erfolgreich einen – ebenfalls von Mörtlbauer Baumaschinen auf Elektroantrieb umgerüsteten – 90-t-Gewinnungsbagger in seinem Lockergesteins-Vorkommen. Anders als ein dieselbetriebener Großbagger braucht diese Maschine nicht bereits nach wenigen 100 Bh den ersten Motorcheck, sondern die erste Wartung am Elektroaggregat wird erst nach 16000 Bh fällig. Die wesentlich geringeren Betriebskosten durch den Antrieb mit kostengünstigem Naturstrom anstelle von Dieselkraftstoff machen Andreas und Christopher Deisl, die beiden Geschäftsführer des Unternehmens, optimistisch, dass sich ihre Investition langfristig rechnet. Armin Mörtlbauer geht noch weiter nach vorn: "Wenn jemand rational die wirtschaftliche Situation bei einem Gewinnungsbagger betrachtet, kommt er nicht am Thema Elektroantrieb vorbei."

Inzwischen beweist der 36-Tonner Hitachi ZX350-5E bei Deisl Beton, dass elektrisch betriebene Kettenbagger auch in kleineren Dimensionen einfach und sinnvoll verwendet werden können. Die Grundidee beschreibt Andreas Deisl: "Wir betreiben mehrere Werke an verschiedenen Standorten im Bundesland Salzburg. In vier Werken haben wir Dockingstationen eingerichtet und halten Stromkabel mit Schnellkuppelsystem vor. Je nach Bedarf reichen wir die Maschine von einem Einsatzort zum nächsten durch. Zu rund 80 % ist sie damit beschäftigt, Asphalt- und Betonrestmassen mit dem Hydraulikhammer zu zerkleinern, zu pulverisieren oder auf einen Brecher aufzugeben. Bei solchen Arbeiten arbeitet der Bagger in einem Radius, in dem das Stromkabel ausreicht, und der Fahrer hat keine Schwierigkeiten, das Kabel bei kurzen Standortwechseln nachzuführen. Wir können ihn jedoch auch über ein Lkw-mobiles Stromaggregat mit Energie versorgen, das auf die Ladefläche eines Dreiachsers passt, und schaffen damit die Möglichkeit, mit dem Bagger überall zu arbeiten."

Mit ihren Erfahrungen von der Umrüstung des Deisl-Gewinnungsbaggers auf den Antrieb mit Naturstrom im Hintergrund, versahen hierfür die Konstrukteure von Mörtlbauer Baumaschinen den 36-Tonner mit der notwendigen Technik. Zu den wesentlichen Änderungen zählt die Kühlung: Während der Elektromotor sich mit geringem Energieaufwand selbst kühlt, wird nunmehr die Hydraulik über einen hydraulisch getriebenen und gesteuerten Lüfter gekühlt, der stets eine bedarfsgerechte Lüfterleistung abruft. Energie sparend wirkt dabei im Winter die Wärmerückgewinnung aus der Hydraulik für Kabinenheizung. Eine weitere Komponente ist die hydraulische Regelelektronik: Die hierfür von Mörtlbauer geschriebene Software ist sogar einfacher als ein entsprechendes Programm für Dieselmotoren. Einen hohen Planungsaufwand erforderten indessen die Energiedurchführung vom Unter- in den Oberwagen sowie die Hydraulikdurchführung vom Oberwagen nach unten.

Nach dieser Umrüstung und mehreren Monaten im Einsatz hat sich der leise und abgasfrei arbeitende Hitachi ZX350-5E bei Deisl Beton bereits bewährt. "Wir haben damit bewiesen", erklärt Armin Mörtlbauer, "dass sich Elektrobagger auch in kleinerem Maßstab einsetzen lassen. Wir sind sicher, dass Pioniere wie unser Kunde Deisl Beton dazu beitragen, Elektrizität als Antriebsenergie für Kettenbagger in der Industrie zu etablieren. Als Lieferant sind wir auch dazu bereit, interessierten Kunden einen Kettenbagger in passender Größe aufzubauen und als Mietmaschine zur Verfügung zu stellen."

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 32/2016.

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