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Elemente aus mineralischem Werkstoff

Dreidimensionale Fassaden realisieren

Fassadengestaltung, BAU München

Der mineralische Leichtbaustoff Verolith liegt zunächst als gestaltloser Rohling vor. CNC-Fräsen verleihen dem Material seine dreidimensionale Fassadenoberfläche. Die massiven Werkstücke werden nach Vorgabe des Planers auf dem Fassadendämmsystem appliziert und anschließend beschichtet.

STÜHLINGEN (ABZ). - Sto zeigte zur Messe Bau, wie Fassaden mit plastischen Elementen, gefertigt aus dem Werkstoff Verolith, eine eigenständige Bedeutung transportieren können. Als Grundelemente stehen Körper, Leisten und Tafeln zur Verfügung.

Im Gegensatz zum Zierrat trägt das modern verstandene Ornament eine Bedeutung: Es vermittelt eine poetische Botschaft oder eine erklärende, eine historische oder eine symbolische; aber es wird sich nicht im bloßen Dekor erschöpfen. Es ist Ausdruck individueller architektonischer Gestaltung. Zudem ist es als Produkt einer digitalen Prozesskette entweder von serieller Präzision oder von Einzigartigkeit geprägt. Auf der Basis des mineralischen Werkstoffs Verolith etablieren moderne Fassadenelemente eine zeitgemäße Ikonographie der Fassade.

Seit dem Neolithikum haben Menschen ihre Behausungen verziert und geschmückt. Ab der klassischen Moderne entsprach die radikale Überhöhung der funktionalen Struktur einer ästhetischen Haltung, in deren Zentrum der Wille zur Abgrenzung vom älteren Formenkanon stand. Heutiges Bauen wird durch beide Traditionen geprägt und geht doch völlig neue Wege. Die Auseinandersetzung mit dem zeitgemäßen Relief, der Umgang mit dem modernen Ornament führen eben nicht zurück zum Zierrat des 19. Jahrhunderts. Das moderne Ornament grenzt sich klar vom Dekor ab: Es bildet gemeinsam mit der Kubatur ein Narrativ. Es fügt der Zeichenhaftigkeit moderner Architektur eine neue semiotische Bedeutungsebene hinzu; vergleichbar der erzählerischen Funktion einer mittelalterlichen Kathedralfassade.

Nicht zuletzt die Sorge, die notwendigen Anforderungen an die bauliche Energieeffizienz könnten – unsensibel gehandhabt – vor allem im Bereich der Bestandssanierung einer wachsenden Uniformität unserer Städte Vorschub leisten, bescherte dem Thema ein gesteigertes Interesse. Doch jenseits der Aufgaben des Denkmalschutzes geht es nicht um einen Rückgriff auf die Formensprache der Vormoderne, vielmehr gilt es, Gesimse, Bossenwerke und Pfeiler neu zu interpretieren. Einmaligkeit, Individualität und Diversität, die einst das Ergebnis handwerklicher Präzision im Umgang mit dem Ornament waren, können heute im Rahmen computergesteuerter Entwurfsprozesse in eine industrielle Fertigung integriert werden. Individuelle Entwürfe werden in Algorithmen übertragen und am Ende einer digitalen Prozesskette als Einzelstücke hochpräzise vorgefertigt und anschließend auf die Fassade aufgebracht. Die Vielfalt der plastischen Gestaltungsmöglichkeiten basiert auf den Grundkategorien der Fläche, der Linie oder des Zeichens. Ihr dreidimensionaler Charakter kann durch Fugen rhythmisiert werden. Sie können farbig sein oder in Form monochromer Reliefierung das Spiel von Licht und Schatten selbst zum Bestandteil des Entwurfs machen.

Sto stellt plastische Fassadenelemente in drei Kategorien zur Verfügung: Körper, Leisten und Tafeln. Entscheidend ist dabei das Material: Verolith. Es ist ein massiver, nicht brennbarer mineralischer Werkstoff, der im Gegensatz zum klassischen Stuckmörtel nicht auf der Baustelle an einem Stück gezogen, sondern im Werk in Elementen gefertigt wird. Neben einem breiten Spektrum vorgefertigter Produkte ermöglicht die Praxis der Sonderanfertigung nach Vorgaben des Planers, Architekturelemente entweder millimetergenau aus Platten zu fräsen oder – bei höherer Komplexität – zu gießen. Das Spektrum reicht dabei von feinen Reliefs und Schriftzügen bzw. wuchtigen Flächen, bis zu betonenden Fensterumfassungen oder geometrischen Gliederungen. Selbstverständlich gibt es die Architekturelemente auch nach wie vor in den historischen Formen, in denen sie sich auch im Rahmen des Denkmalschutzes seit langem bewähren.

Der Werkstoff Verolith besteht aus einem natürlichen Leichtwerkstoff vulkanischen Ursprungs: Perlit. Das nicht brennbare Material (A2-s1, d0 nach DIN EN 13501-1) ist kompakt wie Stein, durch und durch massiv, dabei dennoch sehr leicht (550 kg/m³). Zur Realisierung von Entwürfen punktueller, linearer und flächiger Fassadengestaltung wird es zu Körpern, Leisten und Tafeln verarbeitet, die auf allen tragfähigen Untergründen im Gebäudeinneren und an der Fassade einsetzbar sind. Die Elemente sind frostsicher, druckfest und für Arbeiten im Sinne des Denkmalschutzes geeignet.

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