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Emissionsvorgaben

Krane erfüllen Euro-Norm 6 c im Fahrbetrieb

Bevor die Liebherr-Flotte auf die Stufe 5 umgestellt wurde, haben die Verantwortlichen einen Feldversuch mit dem Kranverleiher ESB in Biberach durchgeführt.

Ehingen (ABZ). – Der fünfachsige, 60 t schwere Liebherr-Mobilkran des Typs LTM 1160-5.2 erfüllt die Onroad-Standards der Euro-Norm 6 c. Das hat der Kranhersteller kürzlich in einer Testreihe mit dem TÜV Nord und dem Engineering-Partner IAV gezeigt. Im Gegensatz zu Lkw unterliegen Mobilkrane, sowohl im Straßenfahr- als auch im Baustellenbetrieb, dem Offroad-Standard. Moderne Mobilkrane mit einem "Single Engine Concept" haben einen Motor, der bei Straßenfahrten und im Baustellenbetrieb eingesetzt wird. Alle Dieselmotoren die ab 2019 gebaut und in Mobilkrane eingebaut werden, müssen der Stufe 5 entsprechen. Das gilt für die Zulassung in den EU-Ländern, in der Schweiz und in Norwegen. Die Anforderungen dafür seien vergleichbar mit dem Onroad-Standard Euro 6 c, so Liebherr. Die Euro 6 c ist die Grenzwertstufe für Lkw-Abgasemissionen in einer Verordnung der Europäischen Union, basierend auf den Regularien des Europäischen Parlaments für Nutzfahrzeuge. Fester Bestandteil der Verordnung sind unter anderem Messungen im realen Einsatz des Fahrzeugs. "Wir forschen seit mehr als 20 Jahren und mit einem beachtlichen Teil unseres Entwicklungsetats an der Abgasreduktion", sagt Dr. Ulrich Hamme, Technischer Geschäftsführer der Liebherr-Werk Ehingen GmbH. "In dieser Zeit konnten die Stickoxide und die Rußpartikel, also der Feinstaub, in mehreren Schritten um etwa 97 % reduziert werden", so Hamme. Bevor die Liebherr-Flotte auf die Stufe 5 umgestellt wurde, haben die Verantwortlichen einen Feldversuch mit dem Kranverleiher ESB in Biberach durchgeführt. Die Prüfer beobachteten den Dieselpartikelfilter und die Harnstoffdosierung. Sie sollten beim Kunden optimiert werden. Dafür wurden Portable Emission Measurement System Tests (PEMS) gemacht. Diese Tests werden mit einem mobilen Abgasmessgerät im realen Betrieb durchgeführt.

Um die Emissionen mittels PEMS auf öffentlichen Straßen zu ermitteln, wenden die Prüfer ein In-Service-Conformity-Verfahren an. Für den ISC-Test werden die Fahrzeuge mit der PEMS-Technik ausgerüstet und die Grenzwerte von Stickoxiden (NOx), Kohlenstoffmonoxiden (CO) und der Kohlenwasserstoffe (HC) getestet. "Das Ergebnis dieser Messungen – auch im Vergleich zu einem modernen Lkw von einem bekannten deutschen Hersteller – ist ein weiterer wegweisender, zukunftsorientierter Meilenstein in unserer steten Entwicklung von Getrieben und Motoren unserer Krane", sagt Hamme.

Im Stadtverkehr, bei Überland- und Autobahnfahrten, wurden die Emissionen des geladenen 40 t-Lkw Mercedes Actros 1842 mit dem Liebherr-Kran LTM 1160-5.2 verglichen. "Wir stellen in dieser Messung sicher, dass alles ordnungsgemäß abläuft, die kalibrierte Messanlage am Endrohr misst und die Ergebnisse unabhängig dokumentiert werden", sagt Dr. Martin Goschütz, TÜV-Projektleiter. Die Ergebnisse zeigten, dass die spezifischen Abgasemissionen der Liebherr-Krane im Realeinsatz unterhalb der Anforderungen der Euro-Norm 6 c PEMS liegen.

"Die vom Mobilkran ausgestoßenen Stickstoffdioxide sowie Kohlenstoffmonoxide liegen im vergleichbaren Bereich zum Lkw, während die Kohlenwasserstoffe sogar unterhalb des Vergleichsfahrzeugs liegen", so Goschütz. Mobilkrane würden weltweit im Vergleich zum Lkw nur sehr begrenzt eingesetzt und fuhren pro Fahrzeug und Jahr nur etwa 10 000 km, so Hamme. "Die Messungen zeigen, dass wir uns hinter modernen Fernverkehr-Lkw nicht verstecken müssen, das freut uns sehr."

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 50/2019.

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