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Entscheidende Details

BTB-Gruppe lässt zwei Kettenbagger an den Umschlageinsatz anpassen

Der Ausleger wurde von einem Cat Umschlagbagger MH3026 übernommen.

Berlin (ABZ). – Mit einer hochfahrbaren Kabine und langen Auslegern hat ein Unternehmen seinen Umschlagbagger ausstatten lassen. Schwarzer Ausleger, rotes Fahrerhaus und weißer Oberwagen: Das sind die Firmenfarben der BTB-Gruppe, welche die beiden neuen Cat-Umschlagbagger 330 FLN zieren. Äußerlich fallen die Baumaschinen noch durch ein entscheidendes Detail auf: ihren langen Ausleger, der es auf eine Reichweite von 12,6 m plus angebautem Werkzeug bringt – er wurde von einem Cat-Umschlagbagger MH3026 übernommen. Hinzu kommen eine hochfahrbare Kabine und Laufwerke mit geschlossenen Bodenplatten. Damit wollte das Unternehmen, das sich auf den Abbruch, den Transport, den Erdbau, das Recycling und die Wiederverwertung von Baustoffen konzentriert, an bestehende Technik anknüpfen. "Lange Ausleger haben sich bei uns im Recycling bewährt. Wir haben es hier mit einem sehr vielseitigen Einsatz zu tun", stellt Philip Breul dar, der zusammen mit seinem Vater und Firmengründer Reimar Breul den Betrieb in Berlin führt und die Bau-Sparte leitet. Gefordert sind die beiden Kettenbagger jedoch nicht im Erdbau, sondern im Recycling – etwa beim Beschicken von Brecher und Siebanlage sowie bei der Zug-entladung.

Aufbereitet werden Materialien, die auf Baustellen anfallen, vom mineralischen Bauschutt über Boden und Sand bis hin zu gemischten Bauabfällen, aber auch Gleisschotter und Bahnschwellen, die allesamt in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden. Dementsprechend flexibel müssen die Geräte aufgrund ihres multifunktionalen Einsatzes agieren. Ein Arsenal an Werkzeugen wie Tieflöffel, Greifer und Magnet ist ständig in Gebrauch. Der Kettenbagger, der eigentlich im Erdbau zu Hause ist, wurde als Umschlagmaschine konfiguriert. Basis ist ein Ausleger, der auf dem Umschlagbagger MH3026 fußt.

Baumaschinen mit speziellen Auslegern sind für das Unternehmen keine Unbekannten. So ließ man einen Pontonbagger mit speziellem Ausleger und abnehmbaren Raupenschiffen entwickeln. "Wir haben uns in den letzten Jahren auf besondere Einsätze im Erdbau konzentriert und vor allem viele Aufträge im Unterwasserbau abgewickelt", verdeutlicht Breul. Hier kann die BTB-Gruppe eine Expertise bei Aufträgen am Berliner Hauptbahnhof zum Ausbau der S 21 oder der Stadtautobahn A 100 vorweisen.

"Kundenwunsch im Fall der Cat Geräte war es, Original-Bauteile, insbesondere Zylinder, Buchsen und Bolzen, zu verwenden. Sollten Ersatzteile benötigt werden, dann können sie regulär über das Ersatzteillager bezogen werden", erklärt David Friedrichs, Gebietsverkaufsleiter der Zeppelin Niederlassung Berlin-Schenkendorf, zur Maschinenausstattung.

Ein weiteres Feature wurde ebenfalls von Umschlaggeräten übernommen: eine hochfahrbare Kabine. "Damit soll der Fahrer einen besseren Überblick haben, wenn er 3,5 m hohe Güterwaggons entleert und somit von oben sieht, ob er alle Ecken erreicht hat. Aber auch beim Beschicken der Siebanlage ist die Kabinenerhöhung von Vorteil. Der Fahrer muss für den Bagger dann keine Rampe bauen, sondern die Maschine steht auf dem gleichen Niveau der Siebanlage. Er kann bequem den Oberwagen drehen, das Material aufnehmen und in den Trichter der Siebanlage kippen. Da ist kein Nachfassen und keine Änderung der Position erforderlich", meint Breul.

Die Unternehmensgruppe verfügt über zwei Gleisanschlüsse, über die Güterzüge Bahnschwellen zur Aufbereitung oder Zuschlagstoffe für die Asphaltindustrie befördern und die dann auf dem Gelände des Recyclinghofs entladen werden. "In knapp sechs Stunden schaffen wir es, einen Zug zu löschen", so Breul. Da die beiden Cat 330 FLN dort auf befestigte Flächen treffen, diese aber nicht durch das Drehen der scharfen Kanten der Laufwerkskette beschädigt werden sollen, wurden die Fahrwerke mit geschlossenen Bodenplatten ausgerüstet. "Das wirkt sich auch positiv auf den Bodendruck aus, der sich besser verteilen kann. Wir haben uns an den Vorgaben des Unternehmens und den Vorgänger-Baggern orientiert", so David Friedrichs, der BTB hinsichtlich der Maschinenkonfiguration beraten hatte. Gab es anfangs noch Bedenken, ob die Traktion auch den Anforderungen standhält, sind diese nicht eingetreten. Was die Standsicherheit betrifft, so wurde ein schweres Kontergewicht gewählt, um diese zu erhöhen. "Wir waren nicht sicher, ob die Traglast erreicht wird, da mit schweren und großen Anbaugeräten gearbeitet wird", gesteht Breul. Die Befürchtungen hätten sich ihm zufolge nicht bestätigt – kurz nach der Inbetriebnahme des ersten Kettenbaggers wurde ein zweiter nachbestellt, denn es gibt für die Baumaschinen viel zu tun. So kommt eine Maschine im Schnitt zu einer Tagesleistung von bis zu 2500 t.

Philip Breul (r.) führt mit seinem Vater und Firmengründer Reimar Breul den Betrieb in Berlin. David Friedrichs (l.) hat BTB seitens Zeppelin hinsichtlich der Maschinenkonfiguration beraten.

Dass große Mengen bewegt werden, zeigt sich auch in den Dimensionen des Umschlagplatzes mit rund 22 ha Fläche. "Das ist der Anlieferung per Bahn geschuldet. Da kommen schon mal 3000 t am Tag von einer Körnung an", erklärt Breul. Sortiert werden vom Recyclinghof pro Jahr rund 100 000 m³ Baumischabfälle. Daraus werden etwa 5000 m³ Papier, 5000 m³ Kunststoff, 8000 m³ Boden, 37 000 m³ recyclingfähiger Bauschutt, 12 500 m³ Schrott und 13 000 m³ Holz gewonnen. Lagerflächen für Asphaltmischgut müssen ebenfalls ausreichend vorhanden sein. Ein in 2 km Luftlinie entferntes Asphaltmischwerk wird just in time beliefert. Das Familienunternehmen, das 1990 als BTB Bautransporte gegründet wurde und heute rund 100 Mitarbeiter zählt, treibt den Aufbau leistungsfähiger Aufbereitungs- und Entsorgungsanlagen immer weiter voran und hat derzeit drei Brecheranlagen, sieben Siebanlagen, eine Sortieranlage und diverse weitere Maschinen.

2018 wurde auf dem Gelände eine 4000 m² große Halle errichtet. Dort befindet sich etwa eine Windsichteranlage, welche die Stoffe grob und dann in immer feinere und kleinteilige Fraktionen trennt. "Anlagentechnik in der Form, wie wir sie einsetzen und die dem neuesten technischen Stand entspricht, gibt es in ganz Berlin nicht", ist Breul überzeugt. Das bezieht er insbesondere auf eine Schwimm- und Sinktrennung. Installiert wurde ein Wasserbecken mit einer Aufstromanlage. Darüber werden selbst noch Feinstkornanteile von 0–15 mm separiert und der Verbrennung oder dem mineralischen Bereich zugeführt. "Dafür ist eine extrem aufwendige Wasserbehandlung nötig. Wir können eine zehnfach höhere Aufbereitungsqualität erzeugen", stellt Breul dar. Ein geschlossener Wasserkreislauf stellt sicher, dass Ressourcen geschont werden. "Unser oberstes Ziel ist es, möglichst viel wieder in den Stoffkreislauf zu bringen."

Das Argument ist nicht nur der Umwelt geschuldet, sondern Zuschlagstoffe müssten von Cottbus aus nach Berlin transportiert werden. "Wir sehen die Zukunft im Transportbeton, wofür Recyclingbeton verarbeitet wird. Hier lässt sich viel CO2 einsparen", so Breul. Ressourcenschonung hat aber noch einen Kostenaspekt: Die Entsorgung der Bauabfälle und des Bodens wird immer wichtiger, ist diese doch ein wesentlicher Kostenfaktor im Erdbau und Abbruch. Aufbereitung und Verwertung nehmen eine Schlüsselrolle ein.

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