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Entwicklung des Wohnungsmarktes

Baustau und Städteboom nehmen zu

Wiesbaden (ABZ). – Auf einer Pressekonferenz Mitte dieser Woche haben die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder die Entwicklung auf dem deutschen Wohnungsmarkt zwischen 2008 und 2018 vorgestellt. Mit wenig überraschenden Ergebnissen: Demnach werde es vor allem durch den zunehmenden Zuzug jüngerer Menschen in den Städten immer enger. Zugleich sei die Zahl genehmigter, aber nicht fertig gestellter Wohnungen stark gestiegen. Die wachsende Bevölkerung vor allem in den Großstädten hat in den vergangenen Jahren den Druck auf den deutschen Wohnungsmarkt erhöht: Nach Angaben der Statistiker lebten 2018 in Deutschland 2,5 Millionen Menschen mehr als noch 2012 (+3,1 Prozent). Die Großstädte verzeichneten demnach besonders hohe Zuwächse, allen voran Leipzig (+12,9 Prozent), Frankfurt am Main (+9,5 Prozent) und Berlin (+8 Prozent).

Insbesondere der Zuzug junger Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren sorge dafür, dass der Bedarf an Wohnraum in den Städten deutlich gestiegen sei, erklärte Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes, bei der Pressekonferenz. Immobilienunternehmen, Politik und Bauverwaltungen versuchen, der gestiegenen Nachfrage nach Wohnraum Rechnung zu tragen. Das lasse sich an den jährlich erteilten Baugenehmigungen ablesen. Diese haben sich den Angaben zufolge seit 2009 von etwa 178 000 auf fast 347 000 im Jahr 2018 nahezu verdoppelt. Der Höchstwert von mehr als 375 000 erteilten Baugenehmigungen wurde im Jahr 2015 erreicht. Seitdem ist diese Zahl leicht rückläufig.

Für den bestehenden Wohnungsmangel entscheidender sei jedoch die Situation des Bauüberhangs, so die Statistiker. Gemeint sind die Wohnungen, deren Bau zwar genehmigt ist, deren Fertigstellung aber noch auf sich warten lässt. Zwischen 2008 und 2018 habe sich der Bauüberhang bundesweit von rund 320 000 auf 693 000 genehmigte und noch nicht fertiggestellte Wohnungen mehr als verdoppelt. Das spiegele sich auch bei den Auftragsbeständen der Betriebe im Bauhauptgewerbe wider. Dieser sei im Wohnungsbau seit 2015 kontinuierlich gestiegen und erreichte 2018 den höchsten Stand seit 1997: So warten aktuell Aufträge im Wert von rund 9,1 Milliarden Euro auf ihre Ausführung.

Den Bauunternehmen fehle das Personal zur zügigen Realisierung der Bauaufträge. Während die Anzahl der Beschäftigten im Wohnungsbau von 2008 bis 2018 nur um 25 Prozent stieg, hätten sich die Auftragsbestände in diesem Zeitraum nahezu verdreifacht.

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