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Evolution Tower in Moskau

Verdrehte Geschosse im Wochentakt

MOSKAU/RUSSLAND (ABZ). - Jede Woche wächst Moskaus neues Wahrzeichen 4,30 m in die Höhe – und dreht sich mit jedem fertig gestellten Geschoss um 3°. Peri-Ingenieure entwickelten hierfür ein kranunabhängig arbeitendes Schalungskonzept auf Basis der RCS und ACS Selbstklettertechnik.

Der 249 m hohe Evolution Tower ist Teil von Moskaus internationalem Handelszentrum "Moscow City", dem derzeit größten Investitionsprojekt der russischen Hauptstadt. Indem jedes der 52 Obergeschosse konstant um jeweils 3° verdreht um den zentralen Gebäudekern angeordnet ist, erfährt das Hochhaus von unten bis an die Spitze eine elegante Drehbewegung im Uhrzeigersinn um über 150°.

Die elegante Drehung des Gebäudes wird durch die spiralförmige Ausbildung der markanten Rechtecksäulen an den vier Gebäudeecken noch augenfälliger. Die Ecksäulen sind somit nicht nur geneigt, sondern weisen zudem eine Verwindung auf. Die hierfür projektspezifisch konzipierte Peri-Selbstkletterschalung basiert auf ACS und RCS Systemkomponenten, die Ein- und Ausschalvorgänge werden mittels einer speziellen Galgenkonstruktion beschleunigt. Die Kletterschalung für die Rechtecksäulen erfüllt zudem zwei zusätzliche Aufgaben: Im Bereich der Gebäudeecken dient die Außenschalung beim Schalen der Geschossdecken als Deckenrandabschalung, außerdem ist die RCS Schalungsgerüsteinheit zugleich auch Kletterschutzwand und somit Teil der Gebäudeeinhausung.

Kernwände und Geschossdecken werden in einem Guss betoniert, pro Geschoss unterteilt in jeweils drei Betonierabschnitte. Bis zum 26. Geschoss bilden vier ACS P Klettereinheiten großzügige Arbeitsplattformen, Vario GT 24-Träger-Wandschalungselemente dienen als Innen- und Außenschalung.

Peri, Baustellen, Schalungstechnik, Hochbau, Hochhäuser

Die Vario-Träger-Wandschalung für die Kernwände klettert mithilfe des ACS-Selbstklettersystems mit 4,30 m Betoniertakthöhe im regelmäßigen Wochentakt nach oben.

Darüber hinaus ändert sich der Kerngrundriss, hier wird durch die Verwendung von vier ACS-G-Konsolen eine der ACS-P-Plattformen kurzerhand zur Galgen-Variante umfunktioniert. Dadurch können auch die Folgegeschosse effizient weitergeklettert werden. Zum Schalen der Geschossdecken folgen projektbezogen konzipierte Uniportal-Deckentische dem raschen Arbeitstempo – pro Geschoss im regelmäßigen Wochentakt.

Die drei obersten Geschosse sind mit der RCS-Kletterschutzwand dicht umschlossen. Die Einheiten klettern der konstanten Gebäudeverwindung folgend schräg – und mithilfe der mobilen Kletterhydraulik ebenfalls kranunabhängig. Die permanente Schienenführung sorgt für einen schnellen und sicheren Klettervorgang auch im geneigten Zustand.

Die Kletterschienen sind über entsprechende Deckenschuhe mit dem Bauwerk verbunden. Im Zusammenspiel mit den vier Klettereinheiten der Rechtecksäulen wird eine lückenlose Einhausung erzielt – für sicheres und rasches Arbeiten auch in großer Höhe.

An den Gebäudeseiten klettern zudem RCS-Ausfahrbühnen als temporärer Lagerbereich und zum Umsetzen von Lasten mit dem Kran. Der Klettervorgang erfolgt auch hier ohne Kranunterstützung, also hydraulisch mithilfe der mobilen Kletterwerke. Auf ihrem schrägen Kletterpfad stellen die im Randbereich von unten bis oben vertikal durchlaufenden Rundsäulen eine Störstelle dar. Deshalb wurden die RCS-Bühnen derart konzipiert, dass sie übergangsweise an wechselnde Positionen umgesetzt werden können – mit flexibel anzupassenden Vor- und Rückneigungen ohne aufwändige Umbauarbeiten.

Peri, Baustellen, Schalungstechnik, Hochbau, Hochhäuser

Selbst die Ausfahrbühnen klettern schienengeführt – und mithilfe der mobilen RCS-Kletterhydraulik ohne Kranunterstützung.

Verdrehte Hochhäuser und schräges Klettern sind für die Peri Ingenieure nichts Neues: Städtebauliche Highlights wie der schwedische Turning Torso und die beiden kanadischen Absolute World-Hochhäuser schrauben sich ebenfalls spiralförmig nach oben – erfolgreich realisiert mit kompetenter Peri-Unterstützung. Die Besonderheit des Moskauer Evolution Towers ist der kombinierte Kletterschalungseinsatz für die vertikalen Kernwände und die verwundenen Eckstützen in Verbindung mit der schräg kletternden Schutzwand und Ausfahrbühne.

Zusätzlich zur detaillierten Schalungsplanung war deshalb ein vorheriger Versuchsaufbau ein wichtiger Bestandteil der Peri-Gesamtlösung. Dadurch konnte frühzeitig die Anwendbarkeit unter Baustellenbedingungen aufgezeigt werden, zudem beschleunigt das durch Feinabstimmungen ausgereizte Optimierungspotenzial die Arbeitsvorgänge beim täglichen Einsatz vor Ort. Peri stellt aus auf der bauma im Freigelände FGN.N719.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 12/2013.

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