Experte rät

Rechtzeitig um Thema "Nachfolge" kümmern

Fachkräftemangel Fachkräftesicherung
Tom Koehler Foto: ScaffCon

MANNHEIM (ABZ). - Der in der Bau- und speziell der Gerüstbaubranche vorherrschende Fachkräftemangel zieht sich durch alle Ebenen der Unternehmen. "Der Mangel an qualifiziertem Montagepersonal und Bauleitern wird von Unternehmen und Verbänden gleichermaßen beklagt – es gibt zwar Initiativen, die das strukturelle Problem aber im Kern nicht lösen können", sagt Tom Koehler von der Unternehmensberatung "ScaffCon" (www.scaffcon.com) in Mannheim. Hinzu kommt in letzter Zeit vermehrt, so Koehler, dass sich gerade bei kleineren und mittleren, familiengeführten Betrieben dieser Personalmangel auch bis zur Unternehmensleitung hin durchzieht. Entweder sind gar keine Nachkommen vorhanden (auch das ein strukturelles, demoskopischen Thema), oder der Nachwuchs ist entweder für eine Position an der Unternehmensspitze nicht qualifiziert oder interessiert.

Gerade in kleineren Betrieben mit einer Personalstärke bis zu 10 Mann herrscht auch bei den heutigen Unternehmern vor dem Hintergrund der alltäglichen Personalthematik manchmal die Einstellung vor: "Wenn du deine Kinder wirklich lieb hast, kannst du ihnen die Nachfolge erst gar nicht antragen!" All das führt dazu, dass Unternehmen ohne geregelte Nachfolge aufgegeben werden – ganz einfach, weil der Unternehmer selbst nicht mehr kann oder will. "Seit 2 Jahren übersteigt die Zahl der Betriebsabwicklungen aus Gründen mangelnder Nachfolge die Zahl der Abwicklungen aus Insolvenzgründen", erklärt Koehler, der auch Geschäftsführer der ScaffMart Gerüsthandel GmbH in Mannheim ist. Gegen strukturelle oder demoskopische Einflüsse lässt sich für den Einzelnen wenig ausrichten – wohl aber im eigenen Betrieb.

Im Prinzip gibt es nach Meinung von Koehler nur 2 Unterscheidungsfälle:

  • Die fortführungsorientierte Lösung, bei der die Interessen der Belegschaft bzw. der Kunden im Mittelpunkt stehen.
  • Eine zerschlagungsorientierte Lösung, bei der es darum geht, für den Unternehmer selbst ein Maximum an Ertrag für seine Lebensleistung zu bekommen und ihm und seiner Familie damit einen würdigen Lebensabend zu gewährleisten.

Für beide Fälle gilt gleichermaßen, dass es in der Regel keinen "zweiten Anlauf" gibt.

Im ersten Fall bedeutet das, dass die eigentlich gewollte Fortführung des Unternehmens in eine Betriebsabwicklung mündet, wenn die Nachfolge nicht wirklich nachhaltig geregelt ist.

Im zweiten Fall kann der erwartete Erlös entweder nicht realisiert werden, weil der Unternehmer Vorstellungen von Verkaufspreis oder -menge hat, die unrealistisch sind und am Markt vorbei gehen, oder, weil der Unternehmer an "Abwickler" gerät, die geschlossene Vereinbarung nicht oder nur in Teilen einhalten. Die Frage, die sich dann stellt ist: "Wie teuer ist denn guter Rat?"

"Nach meiner Erfahrung", so Koehler, "bewegt sich der Aufwand für eine effektive Beratungsleistung – gemessen am Unternehmenswert – immer im niedrigen, einstelligen Prozent-Bereich. Gemessen an den Verlust-Risiken, die eine Betriebsübergabe oder -abwicklung an den Unternehmer stellt, sind das stets Aufwendungen, die sich ,rechnen'".

Zusammenfassend kann nach Meinung des Experten jedem Familienunternehmer nur dringend geraten werden, sich rechtzeitig um das Thema Nachfolge zu kümmern, denn wenn erst einmal Alters- oder Gesundheitsgründe den Zeitplan vorgeben, verschärfen sich die oben genannten Risiken eindeutig. Praktisch bedeutet das, sich im eigenen Umfeld rechtzeitig Rat zu suchen, mit der eigenen Familie offen über die eigenen Erwartungen zu sprechen. Sollte über diesen Personenkreis hinaus professioneller Rat gefragt sein, verfügen zum Beispiel Bundes- oder Güteschutzverband bzw. auch die Gerüsthersteller über Kontakte zu seriösen Beratern.

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