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exzenterhaus bochum

Bochums neues Wahrzeichen auf 730 Quadratmetern abgedichetet

FDT FlachdachTechnologie GmbH, Architektur,  Stadtplanung und Stadtentwicklung

Um bei der Verlegung der Wärmedämmung den Schnittanteil vor Ort zu minimieren, wurde die Dachfläche in einzelne strahlenförmige Flächen aufgeteilt. Zur Verklebung der Dachbahnen trugen die Dachhandwerker den speziellen, für Rhepanol fk entwickelten Dachbahnkleber auf die Trägerplatte auf und verteilten ihn vollflächig.

FDT FlachdachTechnologie GmbH, Architektur,  Stadtplanung und Stadtentwicklung

exzenterhaus bochum: Seine Form verdankt das Gebäude seinem außergewöhnlichen Fundament – einem etwa 20 m hohen, runden Luftschutzbunker. Fotos: FDT

BOCHUM (ABZ). - Mit der Überbauung eines denkmalgeschützten Hochbunkers in Bochum entstand mit insgesamt 89 m Höhe das "exzenterhaus bochum". Der von Architekt Gerhard Spangenberg, Berlin, entworfene Bau bietet über 5000 m² anspruchsvoller Büroflächen in mittelbarer Nähe zum Bochumer Hauptbahnhof.

Für die Abdichtung der rd. 730 m² Dachfläche kam die Premiumdachbahn Rhepanol fk der Mannheimer FDT FlachdachTechnologie GmbH & Co. KG zum Einsatz. Bis dato fristete der Bochumer Hochbunker aus Weltkriegszeiten eher ein tristes Dasein. Auf einer Mittelinsel der Universitätsstraße steht er seit seiner Fertigstellung im Jahre 1942. Wohl nur von den historisch Interessierten wird er heute noch mit Wohlwollen betrachtet. Die meisten Bürger hingegen sehen in ihm einen Schandfleck. Seit 2012 nun tut sich was am siebengeschossigen Rundbau aus Beton. Optisch kommt es einer Verwandlung von der hässlichen Raupe in einen ansehnlichen Schmetterling gleich. Und auch bautechnisch verbirgt sich hinter dem jetzt gut 84 m hohen, transparent und leicht wirkenden Turm viel handwerkliches Know-how und Detailarbeit.

Denn nach den Plänen des Berliner Architekten Gerard Spangenberg wurde auf dem Rundbunker, der quasi als hohes Fundament dient, ein Hochhaus mit 15 plus drei Geschossen aufgesetzt. Der Aufbau gliedert sich in drei Abschnitte zu je fünf Geschossen, die in ihrer ovalen Grundrissform gegeneinander verdreht sind. Dabei durchzieht ein mittlerer runder Kern das gesamte Gebäude und dient neben der Gebäudeerschließung auch der Aufnahme der Haustechnik sowie von zwei Sicherheitstreppenhäusern.

Für DDM Markus Dürscheidt aus Witten, der die Abdichtung des Hauptdaches und zweier Zwischendächer ausführte, war es vor allem ein Objekt mit vielen Details und Anschlüssen. Denn auf den drei Dächern gab es keine wirklich "geraden" Flächen. Zu den üblichen Anforderungen des Hauptdaches in 84 m Höhe gesellten sich neben der Windsogsicherung ein bauseits vorhandenes, verschobenes und unterschiedlich geneigtes Gegengefälle sowie der teilweise mit erheblichen Höhenunterschieden ausgebildete Dachrand.

Relativ früh stand fest, dass die insgesamt rund 730 m² umfassenden Dächer mit einer hochwertigen Kunststoff-Dachabdichtung auf der Basis von Polyisobutylen (PIB) abgedichtet werden sollten. Das gesamte Dachschichtenpaket wurde vollflächig verklebt. Zum Einsatz kam die bewährte Premiumdachbahn Rhepanol fk der Mannheimer FDT FlachdachTechnologie GmbH & Co. KG. Sie verfügt sowohl über ein integriertes Kunststoffvlies als auch einem industriell vorgefertigten Dichtrand. Dank ihrer rohstoffspezifischen Zusammensetzung ist sie in nahezu jeder abdichtungstypischen Anwendung einsetzbar. Rhepanol fk-Dachbahnen kommen deshalb sowohl bei Sanierungen wie auch bei der erstmaligen Abdichtung zum Einsatz. Mit einer Kälteflexibilität bis minus 60 °C vereinfacht sie nicht nur die Verarbeitung deutlich, sondern zeigt sich auch bei ungewöhnlichen Wetterkapriolen äußerst stabil und widerstandsfähig. Alle auf dem Flachdach üblichen Aufbauten lassen sich mit ihr umsetzen. Im Dachsystem erfüllt sie die geforderte Widerstandsfähigkeit gegen Flugfeuer und strahlende Wärme.

In ihrem ökologischen Profil zeigt sich die dauerhaft UV- und alterungsbeständige Kunststoff-Dachbahn frei von Weichmachern und halogenen Brandschutzmitteln. Nach dem Ergebnis einer Ökobilanzierung nach ISO EN 14040-49 durch das unabhängige Institut C.A.U. GmbH, Dreieich, Gesellschaft für Consulting und Analytik im Umweltbereich, gehen weder von den Rohstoffen, noch der Produktion oder der Verarbeitung und langjährigen Nutzung der Rhepanol fk besondere Umweltbelastungen aus. Selbst nach der Nutzungsphase ist sie zu 100 % recycelbar. Darüber hinaus liegt für die Rhepanol fk eine Umwelt-Produktdeklaration EPD vom renommierten Institut Bauen und Umwelt (IBU), Königswinter, vor. Im "exzenterhaus bochum" – wie das neue Bauwerk offiziell heißt – reicht die Trennung zwischen innerem Kern und äußerem Umlauf bis über die Hauptdachfläche hinaus. Deshalb mussten auf dem Hauptdach neben den äußeren Flächen auch die des inneren Kerns abgedichtet werden. Zudem sind im inneren kreisförmigen Kern noch Technikaufbauten angeordnet, sodass hier die Abdichtung auf zwei Ebenen erfolgte.

Eine besondere Herausforderung bei der Dachabdichtung stellte die grundsätzliche Entwässerung der Dachflächen dar. Denn alle Dächer mussten zum Kern hin entwässert werden, da hier die Fallrohre angeordnet sind. Um die in der Rohbetondecke vorhandene unterschiedliche Gefälleausbildung auszugleichen, wurde deshalb zunächst ein Leichtestrich flächig im konstanten Gefälle zum Bunkerkern aufgebracht. Hierauf verschweißten die Dachhandwerker vollflächig die bituminöse Dampfsperre.

Im Vorfeld der weiteren Arbeiten zum Aufbau des Dachschichtenpaketes führte man zunächst Klebeversuche der einzelnen Schichten untereinander durch. Vor allem um den aufgrund der Gebäudehöhe zu erwartenden hohen Windlasten Rechnung zu tragen. Hierbei überprüfte man sowohl den Dämmstoffkleber der Fa. Soudal, Typ Roof 170, sowie den FDT Dachbahnkleber im Zusammenhang mit der gewählten Wärmedämmung. Erst nach bestandener Prüfung der Klebekomponenten erfolgte die Freigabe des später ausgeführten Aufbaus.

Um bei der Verlegung der Wärmedämmung den Schnittanteil vor Ort zu minimieren, wurde die Dachfläche in einzelne strahlenförmige Flächen aufgeteilt. Diesem Verlauf folgend fertigte man die Wärmedämmung in trapezförmigen Einzelsegmenten an. Zur Erreichung der optimalen Klebkraft befeuchteten die Dachdecker den Dämmstoffkleber mit Wasser und beschwerten die einzelnen Platten nach deren Verlegung für zwei Stunden. Erst danach folgte die Verlegung der Dachabdichtung.

Zur anschließenden vollflächigen Verklebung der Rhepanol fk-Bahnen trugen die Dachhandwerker zunächst den speziellen, für vlieskaschierte Kunststoff-Dachbahnen entwickelten FDT Dachbahnkleber auf die Trägerplatte auf und verteilten ihn. In den Kleber rollte man anschließend die zuvor passend auf Länge zugeschnittenen Bahnen ein. Die Verlegerichtung erfolgte vom Dachrand zum Kern, da sich so die benötigte Bahnenbreite grundrissbedingt verringert. Statt die einzelnen Bahnen auch in der Breite zuzuschneiden, entschied sich DDM Markus Dürscheidt, für eine zum Kern hin zunehmende Überlappung. "Der Zuschnitt jeder einzelnen Bahn hätte nicht nur mehr Zeit gekostet, sondern wir hätten auch die Reststücke nicht effektiv verwerten können", erläutert DDM Dürscheidt sein Vorgehen.

Zur Windsogsicherung in Verbindung mit der Hochhausverordnung musste abschließend eine 8 cm dicke Kiesschüttung flächig aufgebracht werden. Da zu diesem Zeitpunkt keine Kräne mehr zur Verfügung standen, war der Kies in Sackware auf die Dachfläche zu transportieren. Der zur Verfügung stehende Feuerwehraufzug fasste nicht ausreichend Tonnagen, deshalb wurden die 110 Paletten Kies á 500 kg mittels Hubwagen über den Lastenaufzug bis aufs das Dach transportiert und dort verteilt.

Aufgrund der gegeneinander verdrehten Abschnitte mit je fünf Geschossen entstanden beim "exzenterhaus bochum" zusätzlich zwei Zwischendächer. Diese umfassen jeweils neben einer größeren sichelförmigen auch eine sich um den zentralen kreisförmigen Kern legende schmale Fläche. Die besondere Form erforderte für die Erstellung des Gegengefälles eine andere konstruktive Methode. Hierfür fixierten die Dachdecker oberhalb der Dampfsperre spezielle U-Profile aus Aluminium. Anschließend wurde die Dämmschicht verlegt. Hier kam auch eine Mineralwolle-Dämmung der Baustoffklasse A 1 nichtbrennbar zum Einsatz. An den U-Profilen montierten die Dachhandwerker passend auf Länge zugeschnittene Alu-Rohre. Diese Unterkonstruktion dient zur Aufnahme von trittfesten Trägerplatten als Tragschale für die Abdichtung mit Rhepanol fk, die auch auf diesen Dächern vollflächig aufgeklebt wurde. Während die sichelförmigen Bereiche der Zwischendächer direkt auf der Fläche selbst abgedichtet werden konnten, mussten die Dachdecker bei den schmalen, den Kern umlaufenden Flächen die Arbeiten aus dem Fahrkorb der Fassadenbefahranlage heraus ausführen. Zudem sind über alle Dächer verteilt 210 Stahlschwerter der Fassadenbefahranlage mit Flüssigkunstoff in die Abdichtung der umlaufenden Attiken eingebunden worden.

Zu den weiteren besonderen Details zählen die Anschlüsse der Dachabdichtung hinter der Fassadenverkleidung des zentralen Kerns sowie innerhalb des Kerns auf dem oberen Hauptdach. Gerade weil die Entwässerung der Dachflächen zum Kern hin erfolgt, ist ein dauerhaft überlaufsicherer Anschluss der Flächenabdichtung an das aufgehenden Bauteil zwingend erforderlich. Deshalb fixierten die Dachdecker zunächst ein gekantetes Verbundblech an der äußeren Betonwand des Kerns in ausreichender Höhe oberhalb der Oberkante der Dachabdichtung. Hieran konnte materialhomogen eine Rhepanol fk-Bahn mit beidseitigem Dichtrand angeschlossen werden. Nach Abschluss der Flächenabdichtung wurde der untere Bereich der äußeren Betonwand bis zum gekanteten Verbundblech gedämmt und abschließend die Rhepanol fk-Bahn mit beidseitigem Dichtrand an die Flächenbahn angeschlossen. Nach ähnlichem Muster wurde auch innerhalb des Kerns verfahren, wobei hier aufgrund der starken Krümmung mit deutlich kürzeren Verbundblech-Stücken gearbeitet werden musste.

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