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F+E-Tag der Deutschen Poroton

Wohin entwickelt sich der Ziegel in Zukunft?

Teilnehmer des F+E-Tages der Deutschen Poroton im Ziegelforschungszentrum im Zeilarn – darunter auch der Wissenschaftliche Beirat und Vorstand der Deutschen Poroton: Andreas Holm (hintere Reihe, 2. v. l.), Detleff Schermer (hintere Reihe, 4. v. l.), Klaus Peter Sedlbauer (mittlere Reihe, 3. v. l.), Clemens Kuhlemann (hintere Reihe, 3. v. l.), Johannes Edmüller (mittlere Reihe, 2. v. l.), Lorenz Bieringer (hintere Reihe 1. v. l.) und Carl-Alexander Graubner (mittlere Reihe 3. v. r.).

Berlin (ABZ). –  Die Deutsche Poroton begeht als Deutschlands erfolgreichster Ziegelverband in diesem Jahr das 50-jährige Jubiläum. Aus diesem Anlass fand kürzlich der Forschungs- und Entwicklungstag (F+E-Tag) im bundesweit einzigen privaten Ziegelforschungszentrum im niederbayerischen Zeilarn statt. Poroton, die Teilnehmer mit den Worten: "Für uns geht es darum, die Poroton, ihre Mitglieder und Produkte fit zu machen für die anstehenden Aufgaben. Wichtig ist dafür der Austausch zwischen Forschung und Praxis. Ich bin sehr froh, dass unser hochkarätig besetzter Wissenschaftlicher Beirat als Impulsgeber zur Verfügung steht." Z. B. wies Prof. Carl-Alexander Graubner, TU Darmstadt, die Nachhaltigkeit von Ziegelmauerwerk im Vergleich zu anderen Bausystemen nach. Seinen Ausführungen zufolge erreichen Ziegel über einen Zeitraum von 50 Jahren Werte, die denen von Holz oder Beton mindestens ebenbürtig – zum Teil sogar deutlich besser – sind. Zugleich würden Investoren und Bauwirtschaft von bis zu 15 % Kostenvorteil profitieren. Prof. Detleff Schermer, OTH Regensburg, stellte Robustheit und sehr guten Schallschutz von Ziegelmauerwerk in den Mittelpunkt. 

Danach haben die Produktentwicklungen bei verfüllten Ziegeln zu ausgezeichneten Tragfähigkeiten geführt, die bis zu neun Geschosse in monolithischer Bauweise ermöglichen. Prof. Andreas Holm, Forschungsinstitut für Wärmeschutz e. V., München, stellte mit "Wärmeschutz im Kontext der Energiewende" ein aktuelles Forschungsvorhaben vor. Für ihn liegen Erfolg oder Misserfolg der Energiewende im Bestand: Geeignete Baustoffe und Technologien gebe es, allein die Sanierungsrate falle seit Jahren zu gering aus.

Prof. Klaus Peter Sedlbauer, Fraunhofer Institut für Bauphysik, Stuttgart, sieht im Building Information Modeling (BIM) den Weg, um die disruptiven Veränderungen im Bau zu bewältigen. Der "digitale Zwilling" der Planungsphase werde nicht nur alle Informationen zum Gebäude und zu seiner Nutzung sammeln – er sei auch entscheidend, wenn es um wohngesunde Innenraumluft geht. 

Die Anregungen aus der Wissenschaft nahm eine offene Podiumsdiskussion teils kontrovers auf: Adressiert an die neue Regierung forderte Prof. Michael Voigtländer, IW Köln, mehr Bauland in den Ballungsgebieten. Nur so ließe sich verhindern, dass Wohnen zum Luxusgut wird. Christian Bruch, Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Berlin, drängte auf Kompetenzbündelung in einem echten Bauministerium und bemängelte fehlende Sachkompetenz in Planungsämtern. Unternehmerin Gisela Raab, RAAB Baugesellschaft, Ebensfeld, kritisierte die ständig wachsenden Vorgaben – etwa im Brandschutz –, die es nahezu unmöglich machten, preiswert zu bauen.

Prof. Piero Bruno, Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin, unterstützte ausdrücklich aus der Perspektive der Architektenschaft: Gemeinsames Ziel müsse es sein, wieder einfacher zu bauen – was für den Ziegel spricht. Für wichtige Ziele wie Brandschutz und Barrierefreiheit sollte es Zielvorgaben mit flexiblen Wegen geben. Dringenden Handlungsbedarf sehen die Bauprofis in Aus- und Fortbildung, um Fehler in der Ausführung zu minimieren.

Für Lorenz Bieringer, Geschäftsführer Wienerberger, Hannover, besteht die wichtigste Aufgabe der Industrie darin, die Produktpalette um digitale Dienstleistungen und Services zu erweitern. Allerdings werde BIM auf absehbare Zeit nicht dazu führen, "dass wir unsere Ziegel mit RFID-Chips ausstatten." Poroton-Geschäftsführer Clemens Kuhlemann zog ein positives Fazit, denn für ihn stehen vier zentrale Aspekte im Fokus: "Wir punkten am Markt mit robusten Systemen und einfacher Verarbeitung. Das gilt es auszubauen, damit Bauherren und Industrie auch künftig kostengünstiges Bauen für alle ermöglichen."

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