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Fasel Betonwerke

Bei der Qualität werden keine Kompromisse gemacht

Von Sonja Weiße

Geschäftsführer Thomas Fasel (l.), verantwortlich für die kaufmännische Betriebsführung des Gebrüder Fasel Betonwerkes, mit Vertretern der Fachpresse bei einer Führung durch das Werk.

Nisterau. – Die Gebrüder Fasel Betonwerk GmbH im Westerwald stellt besonders haltbare, mit Beton ummantelte Kunststoffrohre her. Ein zweites Standbein bildet seit kurzer Zeit die Produktion von Latentwärme- und Kühlakkupacks. Das perfekte Rohr herzustellen ist nach eigener Aussage das Ziel des Unternehmens Gebrüder Fasel Betonwerk GmbH. Die Firma mit 24 Mitarbeitern produziert in Nisterau im Westerwald u. a. Rohre unter der Bezeichnung FaBeKun. Deren Funktions- und Herstellungsweise sowie Neuheiten im Produktportfolio wurden Vertretern der Fachpresse kürzlich bei einer Werksführung erläutert. Der Name FaBeKun besteht aus Abkürzungen des Unternehmensnamens und der beiden Bestandteile der Rohre, Beton und Kunststoff. Die mit Beton ummantelten Kunststoffrohre sind den Aussagen des Unternehmens zufolge besonders haltbar, weil die beiden Bestandteile des Rohres sich gegenseitig schützen: Das Betonrohr schützt den Kunststoffkern vor Verformungen und das Kunststoffrohr den Beton vor Korrosion. Dadurch ist FaBeKun bei Abwässern im pH-Bereich von pH 2 bis pH 12 einsetzbar. Das System hat zudem zwei unabhängig voneinander funktionierende Dichtungen, eine innen gekammerte Vakuumdichtung im Kunststoffrohr und eine Lippendichtung im Betonrohr. Bei Rohren mit Muffenauskleidung sind die Dichtungen in der Muffe integriert. Dieses Doppeldichtsystem macht die Rohre besonders sicher, weshalb sie auch in Trinkwasserschutzgebieten verlegt werden dürfen.

Erfunden hat das System Georg Fasel, im Jahr 2000 verstorbener Mitgeschäftsführer der Firma. Er arbeitete als Bauleiter im Tiefbau und ärgerte sich über ungenügende Stabilität von Kunststoffrohren und Korrosionsanfälligkeit von Betonrohren. Das brachte ihn auf die Idee, die beiden Materialien zu einem System zu kombinieren. Heute führen seine Mitgeschäftsführer und Brüder Stefan Fasel und Thomas Fasel die Geschäfte des Unternehmens gemeinsam mit GeorgFasels Sohn Fabian Fasel. Während Stefan Fasel die technische Betriebsführung und Thomas Fasel die kaufmännische Betriebsführung verantwortet, ist Fabian Fasel für Forschung und Entwicklung zuständig.

"Das ist eine richtige Ideenschmiede hier", sagt Thomas Martin, der die Pressearbeit des Unternehmens verantwortet. In Nisterau sei eine Keimzelle für zukunftsweisende Lösungen entstanden, die weit über die Produktion und den Vertrieb von Rohren und Schächten hinausgehe. So baut die Firma derzeit mit der Ausgründung Fasel Innovations ein zweites Standbein auf und forscht in Kooperation mit dem Institut für Prozessmesstechnik und Innovative Energiesysteme der Hochschule Mannheim zu Latentmaterialien als Wärmespeicherlösung. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen erforscht, erprobt und fertigt Fasel Innovations Lösungen für Kühlung und Wärmespeicherung. Ein Produkt sind Latentwärme- und Kühlakkupacks. Im vergangen Jahr seien bereits 37 000 Stk. hergestellt worden, sagt Fabian Fasel. Ein Vorteil dieser speziellen Akkus sei, dass die Flüssigkeit darin beim Austreten zu Gel werde. So können sie bspw. zum Kühlen von Ladung in Lkw verwendet werden, ohne die Ladung zu gefährden, falls bei einer Beschädigung Inhalt des Akkus austritt.

Fabian Fasel ist bei dem Gebrüder Fasel Betonwerk als Geschäftsführer für Forschung und Entwicklung zuständig.

Das spezielle Material kann aber auch fest installiert werden, z. B. als Latentwärmespeicher in Sitzbänken oder Betonplatten. Insbesondere in Umgebungen mit hohen Temperaturschwankungen könnte diese Technik in Gebäuden genutzt werden. So könnten Packs mit einem Schmelzpunkt bei 21 °C in Wohncontainern mit doppeltem Boden in Wüstengebieten genutzt werden. Tagsüber würden sie den Boden kühlen, indem sie der Umwelt Wärme entziehen. In den kalten Wüstennächsten würden sie die Wärme wieder abgeben und den Wohncontainer von unten wärmen.

Auch in dem klassischen Standbein, der Betonproduktion, hat das Unternehmen neue Produkte entwickelt. Bspw. brachte es kürzlich eine Absturzsicherung neu auf den Markt. Grund dafür war eine Begehung des Betriebsgeländes in Nisterau, bei der die BG Bau eine Rampe vor der Produktionshalle als gefährlich ansah. Arbeiter könnten abstürzen, so die Befürchtung. Eine Absturzsicherung musste her. "Doch auf dem Markt gab es kaum mobile Systeme, die alle Anforderungen erfüllten", so Fabian Fasel. Daher habe das Unternehmen kurzerhand selber eine Absturzsicherung entwickelt, einen Stahlbetonbalken mit Geländer. Er ist 3 m x 0,4ym x 0,3 m groß und wiegt 800 kg, erläutert Fasel. Die steckbaren Geländer mit Kniestrebe dazu bestehen aus lackiertem Stahl oder Edelstahl.

Ein weiteres Beispiel also für Innovationen aus dem Hause Fasel. Doch nicht alle Neuheiten werden von der Kundschaft angenommen, bedauert Thomas Fasel. Etwas Neues auf die Baustelle zu bringen sei unwahrscheinlich schwer. Als Beispiel nennt er ein Teleskoprohr, das die Firma bereits seit einiger Zeit im Angebot habe und mit dem sehr einfach Schäden saniert oder Neuanbindungen hergestellt werden könnten. Innerhalb eines Kunststoffmantelrohres sind bei diesem Produkt zwei Rohrstücke über eine verlängerte Muffe miteinander verbunden. Das eine Stück ist fest mit dem Beton des einen Rohrstückes verbunden, das andere lässt sich innerhalb des Mantelrohres verschieben. In den Zwischenraum zwischen den Betonrohren kann über ein Ventil am Mantelrohr Luft oder Wasser gefüllt werden. Der Druck verschiebt den beweglichen Teil des Tele-skoprohres, so dass sich Muffe und Spitzende des Teleskoprohres passgenau und dicht mit der Haltung verbinden und die Lücke in der beschädigten Haltung geschlossen wird. Bis zu 70 cm kann das Rohr auseinandergezogen werden, erläutert Thomas Fasel. Durch verschiedene Muffenkombinationen kann das FaBeKun-Teleskoprohr sogar an Altbestand angeschlossen werden. Doch stoße das Produkt noch oft auf Skepsis. "Die Leute haben Schwierigkeiten, sich das vorzustellen", so Thomas Fasel.

Haltbar gemacht: Das Kunststoffrohr wurde mit Beton ummantelt.

Um das zu ändern und Auftraggebern, Planern und Mitarbeitern ausführender Unternehmen das Teleskoprohr und andere Produkte noch besser erklären zu können, haben die Gebrüder Fasel kürzlich auf ihrem Betriebsgelände einen Ausstellungsraum eröffnet. Im sogenannten "technikForum" können die Kanalrohr- und Schachtsysteme vorgeführt werden. Dazu gehört auch ein ganz neuer Pumpschacht für Abwassernetzte, bei denen ein Höhenunterschied zu überwinden ist. Das Fertigteil wird bis zu einer Bauhöhe von 2 m monolithisch produziert und kann mit einer oder zwei Pumpen ausgestattet werden. Eine Auskleidung mit einem Inliner macht den Schacht widerstandsfähig gegen Gase und Säuren. Um den Beton vor dem Abwasser zu schützen und Dichtigkeit sowie Korrosionsschutz sicherzustellen, würden sämtliche Bohrungen für Leitern, Kabel oder Halterungen für Armaturen zudem versiegelt, erklärt Fabian Fasel.

Ihm geht es beim technikForum nicht nur um eine Vorstellung solcher Produkte, sondern auch darum, mit den Besuchern über Wirtschaftlichkeit im Kanalbau ins Gespräch zu kommen. Denn die Vorteile der FaBeKun-Rohre haben ihren Preis, sie sind deutlich teurer als andere Rohre. Doch dies werde durch ihre Langlebigkeit ausgeglichen, so Fabian Fasel. Tafeln an der Wand des "technikForums" verdeutlichen seine Argumentation. Während man für ein Stahlbetonrohr eine Nutzungsdauer von 50 Jahren ansetzen könne, würden FaBeKun-Rohre doppelt so lange halten. Das Problem seien dabei weniger die Rohre, die sogar 200 Jahre halten könnten. Jedoch gebe der Hersteller der bei FaBeKun-Rohren verwendeten Dichtungen für sein Produkt eine Haltbarkeit von 100 Jahren an. Diese Angabe beziehe sich allerdings auf die Anwendung unter UV-Einstrahlungen. Da die Sonne in der Erde verlegten Rohren nichts anhaben kann, geht die Firma FaBeKun inoffiziell daher sogar von einer noch längeren Haltbarkeit aus.

Manchmal erreichen Thomas Fasel Anregungen, wie er beim Material oder in der Produktion sparen und so günstiger bauen könnte, erzählt er. "Aber ich gehe nicht in der Qualität zurück, das mache ich nicht", sagt er entschieden. Er ist sich mit Fabian und Stefan Fasel darüber einig, dass Kanalbau eine Generationenaufgabe darstellt und setzt mit dem FaBeKun-System weiterhin auf Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Das Unternehmen Gebrüder Fasel hält an dem Ziel fest, das perfekte Rohr zu bauen.

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