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F.C. Nüdling

"Betonelemente" ist umsatzstärkster Bereich

Von Ebba Stoffregen

F. C. Nüdling, Baustoffe, Naturstein, Bauwirtschaft, Unternehmen, Betonfertigteile

Frank Diegmüller (Foto) führt zusammen mit Bernhard Klöppner die F.C. Nüdling Betonelemente GmbH + Co. KG.

FULDA. - Die Unternehmensgruppe Franz Carl Nüdling (kurz: F.C. Nüdling) generiert mehr als die Hälfte ihres Umsatzes mit Betonelementen für den Straßen- und GaLaBau. Mit ihren drei Untergesellschaften habe F.C. Nüdling 2014 einen Gesamtumsatz von knapp 60 Mio. Euro erzielt, wovon allein die F. C. Nüdling Betonelemente GmbH+ Co. KG ca. 34 Mio. Euro erwirtschaftet habe. Dies erklärte Geschäftsführer Frank Diegmüller im Gespräch mit der ABZ am Unternehmenssitz in Fulda.

Unter dem Dach der F.C. Nüdling Basaltwerke GmbH + Co. KG, die als Holding zentrale Dienste wie Einkauf und Buchhaltung übernimmt, sind drei Untergesellschaften für das Herstellen von Baustoffen aus Natursteinen und Beton für den Wohnungs-, Industrie-, Tief- und Wegebau sowie den Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau). Das mittelständische und in vierter Generation von Peter Nüdling und Bernhard Pilz inhabergeführte Unternehmen produziert mehr als 1,5 Mio. t Baustoffe pro Jahr, erklärte Diegmüller, der zusammen mit Bernhard Klöppner die F.C. Nüdling Betonelemente GmbH + Co. KG führt. Die Rohstoffe gewinnt das von Franz Carl Nüdling im Jahr 1893 gegründete Unternehmen aus drei eigenen Steinbrüchen. Das älteste Werk ist das Phonolith- und Betonwerk in Rupsroth (1901). Das anstehende Phonolithgestein, ein grünliches Vulkangestein, das ca. 20 % leichter als Basalt ist, wird hier zu Splitt und Edelsplitt aufbereitet, der fast ausschließlich im angeschlossenen Betonwerk eingesetzt wird. Im Steinbruch Billstein wird seit 1923 Basalt abgebaut, der ebenfalls zu Splitten, Sanden und Schotter für den Straßen-, Wege und Betonbau weiterverarbeitet wird. Der Steinbruch Suhl wurde im Jahre 1951 durch die Firma übernommen und auch hier werden Basaltkörnungen produziert. Das Werk Suhl bei Haselstein stellt Asphaltmischgut für den Straßenbau her und gehört ebenfalls zum Geschäftsbereich Naturstein, den Peter Nüdling verantwortet. "Die F.C. Nüdling Natursteine GmbH + Co. KG hat 2014 ca. 11 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet, 50 % davon fallen auf das Mischgut", sagte Diegmüller. Den Vertrieb der Produkte aus dem Natursteinbereich übernimmt die Vertriebsgesellschaft HBU Hartstein- und Baustoffunion GmbH.

F. C. Nüdling, Baustoffe, Naturstein, Bauwirtschaft, Unternehmen, Betonfertigteile

Die Unternehmensgruppe Franz Carl Nüdling gewinnt ihre Rohstoffe aus drei eigenen Steinbrüchen.

Das Absatzgebiet umfasst Hessen, Niedersachsen, Unterfranken, Sachsen und Thüringen. "Mit einigen Produkten wie der FCN-Klimawand, bei der bereits ab Werk wasserführende Rohrleitungen als 'Heizkörper' integriert sind, sind wir auch bundesweit tätig. Ebenso mit Platten und Palisaden. Diese liefern wir sogar bis ins benachbarte Ausland", so Diegmüller. Großrformatige hochschallabsorbierende Lärmschutzelemente aus Phonolithbeton, die im Betonwerk Grünkorn in Fulda, das seit 1964 zur Firmengruppe gehört, hergestellt werden, werden ebenfalls bundesweit geliefert. Ihre zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten in Form von Reliefs und/oder Farbakzenten nach Architektenwunsch hätten bundesweit große Beachtung gefunden und seien ein wichtiges Standbein für das Unternehmen. Jede zweite Lärmschutzwand aus Beton sei in Deutschland von FCN, so Diegmüller. Für die Produktion ist die Fertigteiltechnik-Gesellschaft verantwortlich, die, angeführt von den Geschäftsführern Peter Nüdling und Thomas Zentgraf, im letzten Jahr über 30 000 m² Lärmschutzelemente in den Markt gebracht habe. Ein weiterer Schwerpunkt dieser Gesellschaft, die Produktion geschosshoher Wandelemente für die Rohbauerstellung, hätte 2014 ähnlich viel Fläche produziert.

Für das kleinformatige Stein auf Stein mauern ist die Betonelemente Gesellschaft zuständig. Neben Platten, Palisaden und Pflastersteinen umfasst ihr Portfolio unter anderem Kellerblöcke und Schalungssteine mit dem leichten Zuschlagstoff Phonolith. Ebenfalls als Leichtbeton klassifiziert, aber mit dem Zuschlagstoff Blähton, sind die Liapor-Wandbaustoffe, die FCN seit 1975 als Lizenzpartner der Firma Liapor produziert. Hierzu gehört unter anderem der Liapor NeoStone, ein dreischaliger Leichtbeton-Planstein mit integrierter Wärmedämmung aus expandiertem Polystyrol (EPS). "Im Wandbaustoff-Bereich haben wir 2014 knapp 2 Mio. Euro Umsatz generiert, wobei unsere Keller- und Schalungssteine den Löwenanteil ausmachen", sagte Diegmüller. Der GaLaBau-Bereich sei aber eindeutig das Zugpferd der Gesellschaft, wobei vor allem Pflastersteinprodukte mit dem größten Umsatzanteil herausstechen. Von dem insgesamt 380 Mitarbeiter starken Team der F.C. Nüdling-Gruppe arbeiten mehr als 200 für die F.C. Nüdling Betonelemente GmbH & Co. KG.

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In Handarbeit erhalten die Mauersteine beziehungsweise die Kanten den letzten Schliff mit dem Bossiereisen.

Die Untergesellschaft produziert an acht Standorten neben Pflastersteinen in verschiedenen Designlinien auch Terrassenplatten und verschiedene Mauerstein-Formate mit denen beispielsweise Burgruinen nachempfunden werden können. Sechs der Werke sind derzeit in Thüringen und Sachsen angesiedelt, was sich zum Jahreswechsel allerdings ändern wird, wie Diegmüller berichtete. Die Plattenproduktion im Werk Mühlhausen in Thüringen und im sächsischen Zwickau werden zum Jahresende geschlossen und in eine neue Plattenanlage am Standort Wandersleben bei Gotha verlagert. FC Nüdling investiert in den Standort mehrere Mio. Euro und macht Wandersleben damit zum größten Produktionsstandort der Firmengruppe. "Wir werden am neuen Standort 600 000 m² Platten/Jahr produzieren können und erwarten mindestens einen ähnlich hohen Umsatz wie an den alten Standorten", so der Geschäftsführer. Mit dem neuen Plattenwerk soll auch dem Trend hin zu schmalen Langformat-Platten sowie Großformaten verstärkt nachgegangen werden. Garten- und Landschaftsarchitekten und auch Städteplaner legten bei der Planung befestigter Flächen großen Wert auf ästhetische Gesichtspunkte. Neben ästhetischen und funktionellen Aspekten würden zugleich ökologische Aspekte zunehmend an Bedeutung gewinnen.

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Schadstoffabbau durch photokatalytische Prozesse: Bei F.C.N. werden Feldversuche im sogenannten Parallel-Canyon unternommen und Einsatzmöglichkeiten von Titanoxid weiter getestet.

Neben wasserdurchlässigem Pflaster (Drainpflaster gemäß Arbeitsblatt DWA-A138) im FC Nüdling-Angebot bietet das Unternehmen photokatalytisch aktives Pflaster an. Der sogenannte AirClean, eine Entwicklung aus dem Hause Nüdling, ist mit Titandioxid produziert, das auf Sonnenlicht reagiert. Es wird ein chemischer Prozess in Gang gesetzt, der dafür sorgt, dass schädliche Stickstoffoxide (NO2) direkt an der Emissionsquelle in Nitrat umgewandelt werden. Dass der Stein die Luftqualität bspw. an Straßen oder auf Parkplätzen mit hoher Abgaskonzentration verbessert, hat das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie (IME) bereits 2010 bestätigt. Zudem bestätigt das Instituts-Gutachten, dass ein Umweltrisiko durch das Nitrat nicht besteht.

Ein Projekt bei dem AirClean sehr erfolgreich eingesetzt wurde, waren ca. 6500 m² AirClean-Pflaster entlang der Petersberger Straße in Fulda. Die mit einem Verkehrsaufkommen von ca. 35 000 Kfz pro Tag eine erhebliche Luftbelastung für Fulda dargestellt. Mit AirClean konnte hier ein großer Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität geleistet werden.

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