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Fehmarnbelt-Tunnel

Beton aus Übergangskonstruktionen recycelt

Der Beton-Experte Ulf Jönsson möchte, dass die vorübergehenden Beton-Konstruktionen beim Bau des Fehmarnbelt-Tunnels später recycelt werden.

Kopenhagen/Dänemark (ABZ). – Man könnte damit auch einen Bürgersteig um die ganze Welt bauen: Soviel Beton wird für den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark gebraucht. Ein großer Teil wird im Tunnel selbst verbaut. Doch auch für die vorübergehenden Konstruktionen braucht man Beton. Nach dem Bau wird der im Idealfall nicht entsorgt – sondern anderswo wiederverwendet. "Wir wünschen uns, dass die Bauunternehmen die Materialien recyceln, die sie in den vorübergehenden Konstruktionen verwenden", sagt Ulf Jönsson, Beton-Experte beim Bauherrn des 18 km langen Tunnels für Autos und Züge. Dazu gehört z. B. die Tunnelelementfabrik, die auf der dänischen Insel Lolland entstehen soll. Rd. 2,5 Mio. m³ Beton werden für den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels gebraucht. 89 Betonelemente werden in dem extra dafür errichteten Werk gefertigt, auf das Meer geschleppt und dort abgesenkt. Nach dem Bau werden die vorübergehenden Konstruktionen entfernt. "Es ist ein Trend in der Baubranche, die verwendeten Materialien soweit es geht zu recyceln", sagt Jönsson. Der Beton könnte z. B. zermalmt und als Stein und Sand in neuem Beton verwendet werden. "Als großes europäisches Verkehrsprojekt wollen wir in Sachen Nachhaltigkeit gern mit gutem Beispiel vorangehen", sagt Lars Friis Cornett, Direktor von Femern A/S in Deutschland. Deshalb stellt das Unternehmen hohe Ansprüche an die Unternehmer, die den Tunnel im Auftrag der Planungsgesellschaft bauen – und an den Beton. Seit 2010 haben Ulf Jönsson und sein Team in der Ostsee 15 verschiedene Betonmischungen getestet. "Die Ergebnisse haben wir genutzt, um die Anforderungen an die Bauunternehmen auszuarbeiten", sagt der Beton-Experte.

Die Proben im Hafen von Rødby kontrollieren die Experten jetzt noch regelmäßig – die nächste Begutachtung steht 2020 an. Auch, wenn der Tunnel längst gebaut ist, haben Jönsson und seine Kollegen weiter ein Auge auf die Betonproben im Meer. "So können wir immer im Voraus sehen, wie sich der Beton noch verändern wird", sagt Jönsson.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 02/2019.

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