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Fehmarnbelt-Tunnel

Projekt-Planungen geraten ins Stocken

BERLIN (dpa). - Kommt der geplante Fehmarnbelt-Tunnel später als bisher vorgesehen? Nach einem Treffen von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit seinem dänischen Kollegen Magnus Heunicke wollen Deutschland und das Königreich zunächst angesichts von Verzögerungen und Kostensteigerungen den weiteren Zeitplan klären. Die bisher für 2021 geplante Fertigstellung könnte sich dadurch verschieben. In den nächsten sechs Monaten sollen dazu genauere Daten erarbeitet werden, wie Dobrindt nach dem Gespräch in Berlin sagte.

Beide Minister machten deutlich, dass sie trotz Forderungen nach einem Ausstieg klar zu dem Projekt stehen. Konkret soll nun geklärt werden, wie stark sich die Lücke zwischen der Fertigstellung des Tunnels zur Insel Fehmarn und dem für 2024 angepeilten Betriebsstart einer neuen Bahnanbindung auf deutscher Seite voraussichtlich noch verkleinert. "Wir gehen davon aus, dass sie sich verringert", sagte Dobrindt. Details sollen beim nächsten Treffen der Minister in sechs Monaten in Kopenhagen vorliegen. Bis dahin soll die Deutsche Bahn auch ein Konzept für den Güterverkehr über die bestehende nicht elektrifizierte Strecke entlang der Badeorte an der Lübecker Bucht erarbeiten. Der dänische MinisterHeunicke sagte, es bestehe die Möglichkeit, mehr Zeit für den Bau des Tunnels zu gewinnen, um Preise nach unten verhandeln zu können. Alle Angebote von Konsortien lägen über dem bisher vorgesehenen Niveau. Dänemark will den Bau des 18 km langen Fehmarnbelt-Tunnels von der dänischen Insel Lolland allein übernehmen und erwartet inzwischen Kosten von 7,4 Mrd. Euro. Dobrindt betonte, die Fehmarnbelt-Querung habe höchste Priori-tätund beide Seiten unternähmen alles, sie zu realisieren. "Von daher ist ein Scheitern ausgeschlossen." Heunicke sagte, bei diesem längsten Absenktunnel der Welt könnten Probleme auftauchen. Diese müssten gelöst werden. Die Straßenanbindung liege voll im Zeitplan, sagte Dobrindt. Möglicherweise werde die B 207 zwischen Puttgarden und Heiligenhafen sogar früher fertig als zum geplanten Termin 2021. Bei der Bahnanbindung begrüße er es, dass jetzt an eine Neubaustrecke gedacht werde. Statt die bestehende Strecke erst zu elektrifizieren und dann sieben Jahre später mit einem zweiten Gleis zu versehen, gehe es nun darum, sofort zwei Gleise zu bauen und die Strecke zu elektrifizieren. Bei der Fehmarnsund-Querung würden weiterhin drei Alternativen geprüft, sagte Dobrindt. Das Ergebnis solle nochim ersten Halbjahr vorliegen. Am unwahrscheinlichsten sei ein Tunnel. Es gehe daher um die Frage, ob die jetzige Brücke durch eine kombinierte Brücke für Straße und Schiene ersetzt werden soll oder durch zwei getrennte neue Brücken.

In Kiel erklärte SSW-Landtagsfraktionschef Lars Harms, bei weiteren Kostensteigerungen und Problemen würde er sich auch einem Ende des Milliardenprojektes nicht entgegenstellen. Harms betonte zwar im Hinblick auf den Staatsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark die Vertragstreue des SSW. Angesichts der zu erwartenden Probleme bei der Planung und Finanzierung des Mega-Tunnels plädiere er jedoch dafür, "kühl zu reagieren" und das Vorhaben seriös durchzurechnen. Schließlich seien die erheblichen Finanzmittel für das Projekt auch "an anderer Stelle in Schleswig-Holstein gut zu gebrauchen", meinte Harms. Es gehe auch darum, weitere Belastungen von Ostholstein abzuwenden.

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