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Fliegl Trailer auf der IAA

Fahrer und Fracht sind immer fest im Blick

Von Jennifer Schüller

Dank des CLG Dolly bleibt beim Befahren des BO-Kraftkreises der komplette Zug mit allen Rädern deutlich innerhalb der Linie.

Triptis. – Schon von klein auf begeistert sich Helmut Fliegl für Technik – einen Tüftler und Entwickler könnte man ihn wohl getrost nennen. Eben diese Neugier und der Wille zur Verbesserung treibt den Bayer seit 50 Jahren an; mehr als die Hälfte der Zeit mit der Fliegl Fahrzeugbau GmbH. Im Rahmen seiner Geburtstagsfeier Mitte Juli stellte der "Technikfreak" am Stammwerk in Triptis Neuheiten vor, die auf der diesjährigen IAA in Hannover erstmals präsentiert werden sollen. Mit vier "F" – Fracht, Fahrzeug, Fahrer und Future – könne man Fliegl und die Ausrichtung des Unternehmens bestens charakterisieren, fasste es Bernhard Kerscher, Geschäftsführer des Marketing- und Vertriebsteams des Nutzfahrzeugherstellers, bei der Pressekonferenz zusammen. Diese Aspekte bildeten die Kernthemen, auf die man sich konzentriere. Innovationen spielen dabei eine elementare Rolle, denn Helmut Fliegl hat sich mit dem Credo "Innovating for you" auf die Fahne geschrieben, nachhaltige Fahrzeugkonzepte zu entwickeln, die einfaches Handling beinhalten und zudem wirtschaftlich sind. Dazu zählen auch fortlaufende Optimierungen in Bezug auf das Gewicht der Fahrzeuge sowie die Sicherheit und den Komfort des Fahrers. Denn Letzteren will Fliegl in seinem Arbeitsalltag so gut wie möglich unterstützen.

Für Lkw-Fahrer dürften deshalb als IAA-Premieren vor allem das "Fliegl Blitz Verdeck" sowie das neue Heckportal mit "Fliegl I-Lock" von Interesse sein. Das Fliegl Blitz Verdeck – namentlich eine Reminiszenz an die Fahrzeugbautradition Thüringens und das Wagenbaugeschäft Golde aus Gera, das Anfang des 20. Jahrhunderts "Golde-Blitz-Verdecke" entwickelte – lässt sich Unternehmensangaben zufolge bis zu 25 % schneller öffnen und schließen, da es Plastik-frei und der gesamte Lauf aus einem Stück gefertigt ist. Aus diesem Grund bleibe das Dach auch überall alleine aufrecht stehen.

Helmut Fliegl erklärt das Neue "Fliegl I-Lock"-System bei dem die Türgriffe in den Fahrzeugrahmen integriert sind.

Diese neue Dachkonstruktion für Gardinenaufbauten inkl. Dachspriegel, Schiebeverdeck und integriertem Gurtliftsystem wird bei Fliegl "in House" gefertigt und zeichnet sich dem Unternehmen zufolge durch Zuverlässigkeit und leichte Handhabung beim Öffnen und Schließen aus. Zudem spare es etwa 10 kg Gewicht gegenüber herkömmlichen Konstruktionen ein und ermögliche ein Plus an Laderaum. 36 cm mehr Dach-Öffnungsraum konnte durch eine schlanke Bauweise erreicht werden – das entspricht etwa der Höhe eines Bierkastens. Ferner sind Sperrstangen mit Gummifuß für die Ladungssicherung mit Rollbehältern leicht integrierbar.

Zielte das Blitz Verdeck deutlich auf den Komfort und die Schnelligkeit ab, mit der der Fahrer seine Fracht entladen oder aufnehmen kann, so stand für Fliegl bei der Entwicklung des neuen Heckportals I-Lock die Sicherheit stärker im Vordergrund. Der neue integrierte Verschluss geht zur IAA 2018 in Serie. Beim I-Lock sind die Türgriffe in den Fahrzeugrahmen integriert. Hiermit wolle man neue Standards bei Bedienkomfort und Sicherheit setzen, so der Thüringer Nutzfahrzeughersteller. Der Griff verharre immer in der richtigen Stellung, sodass die Tür sofort und ohne "Einfädeln" geschlossen werden kann. Das Beschädigungsrisiko sei somit minimal, der Griff selbst könne ggf. unkompliziert ausgetauscht werden. Eine Griffhalterung an sich sei jedoch nicht länger notwendig.

Als weitere Features für den Fahrer hat sich Fliegl außerdem dem Dach als Ganzem sowie dem Planen-Verschluss angenommen. Kann es bei herkömmlichen Satteln beim Beladen zu einer Durchbiegung des Dachholms von bis zu 210 mm kommen – und somit zu einem Einbußen beim Frachttransport, hat Fliegl laut eigenen Angaben mit dem "Roof non elastic" einen hochfesten Aluminium-Dachholm entwickelt, der sich garantiert nicht durchbiegt. In Kombination mit dem Hubdach "Eco Lift" liegt die Durchladehöhe bei einem "Fliegl X-tra Long Twin" so zwischen 3140 und 3240 mm.

Mit dem "Quick Lock"-System gibt Fliegl dem Lkw-Fahrer ein weiteres hilfreiches Tool an die Hand, denn der mechanische Planen-Zentralverschluss gilt nicht nur als besonders reparaturunanfällig, sondern verspricht vor allem eine enorme Zeitersparnis. Mit einem Handhebel werden alle Schlaufen gleichzeitig angezogen. Ebenso öffnen sie sich alle mit nur einem Handgriff. Etwa 50 % schneller könne das Öffnen vonstatten gehen, das Schließen etwa 33 % schneller. Die Be- und Entladevorgänge können zudem dank des "FreeLoad"-Systems in wesentlich kürzerer Zeit abgewickelt werden, so Fliegl. Die gesamte Ladebreite – insgesamt 13,2 m – des Trailers ist uneingeschränkt nutzbar.

Neben diesen Systeme und Neuerungen werden auf der IAA auch zahlreiche unterschiedliche Modelle des Fliegl-Repertoires vorgestellt. Dazu zählen u. a. der Stonemaster Greenlight, der Fliegl X-Tra Long Twin, der RoadRunner Greenlight Coil sowie das Fliegl CLG Dolly.

Das CLG Mega-Dolly hat ein Eigengewicht von nur ca. 1900 kg und eine Nutzlast von 11 500 kg.

Das Feinkorn-Stahlchassis des auf der IAA gezeigten Dreiachs-Kippsattelaufliegers Stonemaster Greenlight mit ca. 24,5 m³ Fassungsvermögen ist in Leichtbauweise gefertigt. Die Curved Rahmenfront ohne Ecken und Kanten spart Herstellerangaben zufolge Gewicht zugunsten der Nutzlast und stabilisiert das Chassis, da vertikal wirkende Kräfte optimal gebündelt und auf die Sattelkupplungsplatte übertragen werden. An der Unterseite des Curved befindet sich ein leicht nach oben gebogener Stahleinweiser, der das Ansatteln vereinfachen und Beschädigungen verhindern soll. Die abgerundete Form vereinfache außerdem das Rangieren, da ohne Eckflächen mehr Spielraum für die Zugmaschine besteht. Leer wiegt der Greenlight Kipper nur ca. 5500 kg, seine Nutzlast liegt bei ca. 29 500 kg.

Mit vielen innovativen Features ausgestattet ist der MegaRunner Twin 200 X-tra Long, den Fliegl für die IAA im Schlepptau hat. In den leicht abgeschrägten Außenrahmen des stabilen Stahl-Chassis ist das Load-Lock-Profil zur sensiblen Spanngurtfixierung integriert (2x45 Zurrpunkte), weitere Zurrpunktmöglichkeiten befinden sich in den beiden Heavy-Palettenanschlägen.

Das Fahrzeug verfügt über zwei Paar gelb markierte Fährlaschen, zwei Vario Ladungssicherungsbalken und ein Gurtführungssystem mit 18 Halter-Elementen, die an den Dachquerspriegeln befestigt sind. Das mechanische EcoLift Hubdach mit Gasdruckdämpferunterstützung kann um ca. 380 mm angehoben werden und lässt sich in drei Fahrstellungen arretieren – für 2900 mm, 2950 mm und 3000 mm Innenhöhe. Die Dachkonstruktion beinhaltet ein Schiebeverdeck und das Fliegl Anti-Ice-System. Für den Boden verwendet Fliegl robuste Siebdruckplatten und Omega-Einlagen an den Querstößen. Längslaufende Unterzüge gewährleisten hohe Punktbelastbarkeit (Staplerachslast bis max. 7100 kg).

Gezeigt wird auf der IAA außerdem der RoadRunner Greenlight Coil mit ca. 13 650 mm Innenlänge – laut Fliegl sind dies 30 mm mehr als bei Aufliegern anderer Hersteller. Der Leichtbau-Dreiachser hat ein Leergewicht von ca. 6000 kg und kommt auf ca. 29 000 kg Nutzlast. Seine etwa 7040 mm lange Coilmulde ist mit sechs Coilstützen inkl. Schrägabstützung nach vorne und steckbaren Zurradaptern ausgestattet.

Das Fliegl Blitz Verdeck lässt sich Unternehmensangaben zufolge bis zu 25 % schneller öffnen und schließen als gewöhnliche Verdecke.

Im Muldenbereich sitzen neun Paar eingelassene 5-t-Zurrösen. Siebdruckplatten mit Stahlunterzügen und zwei Spaltbanddeckel dienen zur Abdeckung der Coilmulde. Die Ladungssicherungsoptionen beginnen wie beim MegaRunner Twin 200 X-tra Long beim Load-Lock-Profil zur flexiblen Spanngurtfixierung (2x45 Zurrpunkte), das in den leicht abgeschrägten Außenrahmen integriert ist. Weitere Zurrmöglichkeiten befinden sich in den beiden Heavy-Palettenanschlägen. Insgesamt neun Paar Rungentaschen sind in den Außenrahmen und am Längsträger in den Boden eingelassen.

Ebenfalls im Gepäck für die IAA hat Fliegl ein CLG Mega-Dolly mit einem Eigengewicht von nur ca. 1900 kg und einer Nutzlast von 11 500 kg. Ein Alleinstellungsmerkmal ist seine Aufsattelhöhe von 920 bis 950 mm, mit der das kompakte, flache Dolly die Einhaltung des gesetzlichen 4-m-Höhenlimits unterstützt. Beim CLG-Prinzip verbindet ein starrer, untergekuppelter Zugholm das CLG Dolly mit dem Motorwagen. Der stabile CLG-Drehkranz verhindert ein Aufschaukeln des Aufliegers. Mit dem verlängerten Zugholm und einem weit nach hinten verlagerten Drehpunkt hat Fliegl das Fahrverhalten laut eigenen Aussagen optimiert; beim Befahren des BO-Kraftkreises bleibt der komplette Zug mit allen Rädern deutlich innerhalb der Linie, es bestehen sogar noch 0,5 m Spielraum. Bei Kurvenfahrten "schiebt" der Lkw das Dolly entgegen seinem Anschlag nach außen. Das Dolly folgt exakt dem Radius der Lkw-Vorderachse. Während träge Systeme eine spezielle, störungsanfällige Steuerung voraussetzen, überträgt das CLG Dolly die Bewegung des Motorwagens direkt 1:1 auf den Auflieger – auch in S-Kurven, die träge Systeme vor Probleme stellen. Und auch das Rückwärtsfahren ist laut Fliegl unkompliziert und ohne Vorbereitung möglich, während andere Dollys erst gerade gestellt und arretiert werden müssen. Die Deaktivierung der Lenkung ab 40 km/h ist bei Fliegls neuem Dolly ebenfalls kein Thema. Der Zugholm, der Dolly und Lkw verbindet, ist abnehmbar, mit Hilfe eines Stützfußes kann das CLG Dolly sicher abgestellt werden.

Fliegl ist auf der IAA sowohl mit einem Stand (27 C29), als auch auf dem Freigelände (FG K42) vertreten.

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