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Flughafen Paderborn-Lippstadt

Kipper erlaubt sicheres Starten und Landen

Krampe, Nutzfahrzeuge

Mit einer Kombination aus Lösung und Granulat wird die Start- und Landebahn von Eis befreit.

PADERBORN (ABZ). - Wer kennt das nicht: ist man nicht gerade ein Vielflieger, so stellt sich im Flugzeug beim Start und bei der Landung oft ein mulmiges Gefühl ein. Dabei ist das Flugzeug statistisch gesehen das sicherste Verkehrsmittel. Dies ist aber nicht allein den Maschinen oder dem Piloten zu verdanken, sondern auch dem Bodenpersonal und der gesamten Logistik rund um das Fliegen.

Für die Sicherheit am Paderborn-Lippstadt Airport sorgten in den vergangenen Monaten vor allem das Team um Dennis Hesse, dem Leiter der Abteilung Winterdienst. Etwa 850 000 Passagiere nutzen jährlich den Flughafen in Paderborn-Lippstadt und wollen auch im Winter bei unbeständigem Wetter sicher reisen.

Wenn das im Außengelände installierte Glatteis-Warnsystem Alarm schlägt, ist die Mannschaft des Winterdienstes gefragt. Nach dem Gang durch die Sicherheitskontrolle, mit dem hier jeder Arbeitstag beginnt, wird als erstes der sog. Friction-Test durchgeführt. Ein Mitarbeiter fährt mit einem Spezial-Fahrzeug mit 100 km/h über die Start- und Landebahnen und der angebaute spezielle Test-Reifen analysiert währenddessen die Fahrbahnbeschaffenheit.

Den Gegebenheiten entsprechend, stellt das Team dann schnellst möglich die richtigen Winterdienst-Fahrzeuge und Enteiser zusammen. "Neben den Kehrblasgeräten, die die Fahrbahn und das Rollfeld von Schnee befreien können, ist hier natürlich das Streugerät von großer Bedeutung. Im letzten Jahr wurde die Flughafen-Fahrzeugflotte deshalb um einen neuen Krampe-Hakenlift-Abrollkipper mit Küpper-Weisser-Streu-Aufbau erweitert", so Dennis Hesse.

Der Krampe-Tandem-Hakenlift-Anhänger vom Typ THL 20 L mit einer Nutzlast und Hebekapazität von ca. 20 t bietet Platz für verschiedenste Aufbauten. Mit einer speziellen Lafette kann der Streu-Aufbau aufgezogen und bewegt werden. Die Streueinheit fasst knapp 6000 l Enteiser-Lösung und 5 m³ Granulat, die mit einer Streuweite von 3 bis 21 m verteilt werden können. Die Dosierung der Streudichten wird dabei über ein automatisches System zur Messung der Oberflächentemperatur gesteuert und von einem Terminal in der Schlepperkabine bedient.

Anstatt des sonst gängigen Streusalzes, das sich nicht mit dem Aluminium der Flugzeuge verträgt, wird am Flughafen ein chemischer Ersatzstoff eingesetzt. Meist wird dabei mit einer Kombination aus Lösung und Granulat gearbeitet. Gerade im Flughafenbetrieb, wo Sicherheit oberste Priorität hat, werden höchste Ansprüche an die Gerätschaften und Arbeitsmittel gestellt – höchste Funktionalität und Effizienz sind unabdingbar.

Beim neuen Krampe-Hakenlift-Anhänger war neben der bekannten Robustheit und Langlebigkeit vor allem die damit gewonnene Einsatz-Flexibilität kaufentscheidend. "Im Vergleich zu unserem alten selbstfahrenden Streugerät, können wir nun den Schlepper und das Hakenlift-Fahrzeug zusammen oder getrennt voneinander auch außerhalb des Winterdienstes nutzen. Das vergrößert unsere Einsatzmöglichkeiten und steigert so die Wirtschaftlichkeit", begründet Hesse den Neukauf. Langfristig soll noch eine Mulde zum Hakengerät beschafft werden, um im Sommer Grün- und Erdarbeiten durchführen zu können. Auch das Bergeequipment der Feuerwehr lässt sich mit Hilfe von Containern und dem Hakenlift-Abrollkipper zu den Einsatzorten bringen.

"Der Winter trifft die Region meist nicht zu hart. In den vergangenen Jahren schneite es erst einmal so stark, dass der Schnee auch abgefahren werden musste", erklärt Herr Salmen, Leiter Betrieb. "Auch das könnte künftig der Krampe-Hakenlift-Anhänger in Kombination mit einer Mulde übernehmen. Aber natürlich hoffen wir auf möglichst wenig Schnee, damit der Flugverkehr reibungslos läuft und es zu möglichst geringen Verspätungen für die Kunden kommt."

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 18/2015.

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