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Forschungsergebnisse zusammengefasst

Tunnelofen brennt Ziegel effizienter

Wände aus Mauerziegeln haben viele Vorteile. Neue Technologien sollen das Herstellungsverfahren künftig umweltfreundlicher machen.

Berlin (ABZ). – Die Ergebnisse von Studien zur Nachhaltigkeit von Ziegeln hat die Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e. V. in einer neuen Broschüre veröffentlicht. Die Publikation mit dem Titel "Mit Ziegeln das Klima schützen" basiere auf den Ergebnissen von mehr als 40 Studien und Forschungsvorhaben, so der Herausgeber.

Zwar gehöre die Ziegelproduktion zu den energieintensiven Industrien. Die deutschen Produktionsstandorte seien in Bezug auf ihre Klimaverträglichkeit jedoch im internationalen Vergleich vorbildlich. Erste Hersteller hätten außerdem die Weichen in Richtung Klimaneutralität gestellt. Mit klugem Energiemanagement, dem Einsatz Erneuerbarer Energien und der Kompensation durch Klimaschutzprojekte würden sie vielversprechende Ergebnisse erzielen. Es würden zudem Technologien erforscht, um das Verfahren umweltfreundlicher zu machen. So entwickeln Ziegelhersteller gemeinsam mit der TU Wien einen Tunnelofen, der die thermische Effizienz um rund zehn Prozent erhöht. Durch dieses Konzept wird weniger Gas verbraucht und weniger CO2 ausgestoßen.

In Zusammenarbeit mit der TU Graz erforschen Wissenschaftler außerdem eine Ziegeltrocknung mit Wärmepumpe. Diese Methode spare Energie und es würden Emissionseinsparungen von 20 und 70 Prozent erwartet, heißt es in der Broschüre. Forschungsprojekte der Ziegelindustrie untersuchen zudem eine mögliche (Teil-)Elektrifizierung des Herstellungsprozesses und den Einsatz von Wasserstoff als Brennstoff.

Auf lange Sicht seien massive Ziegelkonstruktionen nachhaltiger als andere Baustoffe, heißt es in der Broschüre. Sie seien robust und mit etwa 150 Jahren deutlich langlebiger als Gebäude in Leichtbauweise. Zudem sei der Aufwand gering, sie zu warten und instand zu halten.

Tonbaustoffe könnten außerdem sehr gut recycelt werden. Ihr Bauschutt werde zu 93,8 Prozent weiterverwertet. 77,7 Prozent davon fließen dem Recycling zu, 16,1 Prozent würden zum Beispiel als Verfüllmaterial dienen. Arten der Weiterverwertung von Ziegelbruch seien Befestigungs- und Füllmaterial für Wege und Straßen, Zuschlagstoff für Beton, Bodenbeläge für Sportanlagen sowie Pflanzsubstrate. Außerdem würden alte Dach- und Mauerziegel oft für Innenausbau und Landschaftsgestaltung verwendet.

Auch die neueste Generation hoch wärmedämmender Ziegel, die als Füllmaterial Perlit oder Steinwolle enthält, könne recycelt werden. Dafür haben Dr. Ulrich Palzer und Dr. Barbara Leydolph vom Institut für angewandte Bauforschung Weimar ein Verfahren entwickelt. Ziegel und Füllmaterial könnten problemlos voneinander getrennt und wiederverwertet werden, heißt es in der Broschüre.

Doch Ziegel sind nicht nur nachhaltig, sie haben auch weitere Vorteile. Mit Konstruktionen aus Ziegeln kann den Angaben zufolge am günstigsten gebaut werden. Während Außenwände aus Beton und Holz bei 365 Euro/m² beziehungsweise 374 Euro/m² liegen würden, seien Ziegelwände mit 336 Euro/m² deutlich preiswerter. Außerdem benötige es bis zu 10 Prozent weniger Energie, die Häuser zu heizen und zu kühlen, da der Baustoff Wärme sehr gut speichern würde. Ein weiterer Vorteil sei, dass Ziegel nicht brennbar seien.

Auf der Internetseite www.lebensraum-ziegel.de kann die Broschüre heruntergeladen werden.

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