Für 2017 sind wir insgesamt optimistisch

Von Stefan Heissler, Mitglied des Direktoriums von Liebherr-International, Bulle/Schweiz

Stefan Heissler, Mitglied des Direktoriums von Liebherr-International.

Insgesamt verlief das Geschäftsjahr 2016 für unsere Firmengruppe erfolgreich. Zum Jahresende verbuchen wir aller Voraussicht nach einen Umsatz über dem Niveau der Jahre vor 2015. Unsere Rekord-Marke aus 2015 werden wir nicht ganz erreichen. Mit Blick auf die Tendenz der letzten Jahre entwickelt sich Liebherr jedoch nach Plan.

Hinsichtlich der verschiedenen Absatzregionen haben sich die Erlöse sehr unterschiedlich entwickelt: Im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika ist der Umsatz deutlich zurückgegangen. In Amerika verbuchen wir gegenüber dem Vorjahr leichte Rückgänge. Sehr erfreuliche Zuwächse verzeichnen wir in Westeuropa, unserer umsatzstärksten Region, aber auch in Osteuropa. Im Bereich Baumaschinen und Mining konnten unsere beiden umsatzstärksten Produktbereiche Fahrzeugkrane und Erdbewegung wiederum zulegen. Für Rückenwind sorgte u. a. der starke Liebherr-Auftritt bei der bauma in München. Die Bereiche Turmdrehkrane und Betontechnik verfehlten das Umsatzniveau des Jahres 2015 knapp, entwickeln sich jedoch langfristig stabil.

Der Produktbereich Mining dagegen verzeichnet einen stärkeren Umsatzrückgang. Immer noch steckt die internationale Mining-Industrie in einer tiefen Krise, weshalb die Branchenunternehmen sich bei Investitionen stark zurückgehalten haben. Die Sparten außerhalb des Baumaschinen- und Mining-Bereichs konnten insgesamt ein Umsatzplus erwirtschaften.

Weltweit beschäftigen wir mehr als 42 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – etwas mehr als im vergangenen Jahr. Das Investitionsvolumen liegt mit über 750 Mio. Euro noch etwas über dem Vorjahr. Vorwiegend haben wir in den Ausbau und die weitere Optimierung unserer Produktionsstätten wie auch in unseren Vertrieb und Service investiert.

Über alle unsere Produktbereiche hinweg haben wir im vergangenen Jahr eine ganze Reihe neuer Produkte vorgestellt. Auf ein Jahr der Innovationen blickt auch unser Bereich Baumaschinen und Mining zurück. Zu den Neuheiten bei den Kranen zählten z. B. unser achtachsiger Mobilkran LTM 1450-8.1 mit seinem 85-m-Teleskopausleger, oder der Raupenkran LR 1100, dessen neuartiges Design sehr hohe Traglasten ermöglicht.

Das Thema Traglaststeigerung hat unsere Ingenieure auch bei der Entwicklung eines neuen hochfesten Faserseils für Mobil-, Raupen- und Turmdrehkrane und den maritimen Bereich bewegt – genauso wichtig waren ihnen Lebensdauer und Umweltschutz. Im Bereich Erdbewegung stellten sich unsere Entwickler vor allem die Frage nach der Synthese von Leistung, Zuverlässigkeit, Sparsamkeit und Effizienz. Unsere Antworten hierauf waren z. B. die besonders treibstoffeffizienten XPower-Großradlader, die Planierraupe PR 716, die Allround-Radlader der mittleren Baureihe und die neuen Hydraulikbagger.

Wirtschaftlichkeit und Flexibilität standen in unserer Sparte Betontechnik bei der Konzeption der mobilen Mischanlage Mobilmix 2.5 und der neuen Fahrmischer-Generation 05 im Vordergrund, Zuverlässigkeit und Produktivität im Produktbereich Mining beim Raupenbagger R 9200 und bei der 70-t-Planierraupe PR 776 Litronic. Mit zahlreichen Innovationen wartete auch unser Komponenten-Bereich auf, u. a. mit dem Energiespeichersystem Liduro und dem Liebherr-SCR-Filter, einem Abgasnachbehandlungssystem für Dieselmotoren der Stufe 5.

Für 2017 sind wir insgesamt optimistisch: Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet zum jetzigen Zeitpunkt mit einem Weltwirtschaftswachstum von 3,4 %. Euroconstruct geht für den Bausektor in seinen Mitgliedsländern von einem Wachstum von 2,1 % aus – einer Rate leicht über dem voraussichtlichen Niveau von 2016.

Auch in Deutschland wird die Bauwirtschaft weiter wachsen, laut Prognose des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe um 3 %. Überdies zeichnet sich eine Stabilisierung der Preise am Rohstoffmarkt ab – ein gutes Vorzeichen für unsere Mining-Sparte.

Marktchancen bieten uns u. a. die Innovationen des letzten Jahres wie auch die verbesserten Vertriebs- und Servicestrukturen. Vor diesem Hintergrund rechnen wir für die gesamte Firmengruppe in 2017 mit einer moderaten Umsatzsteigerung.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 01/2017.

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