Anzeige

Für Baubeschäftigte und Leiharbeiter

IG Bau fordert Aufstockung des Kurzarbeitergeldes

Frankfurt/Main (ABZ). - Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) fordert die deutliche Aufstockung von Kurzarbeitergeld in der Bauwirtschaft auf mindestens 80, besser 90 Prozent. Einen Verweis auf den jetzt durch den Gesetzgeber ermöglichten Hinzuverdienst etwa in der Landwirtschaft, um finanzielle Einbußen auszugleichen, lehnt die IG Bau ab.

„Die Bauwirtschaft brummt nach wie vor – auch in der Krise. Das schließt aber nicht aus, dass im Einzelfall Betriebe auch auf Kurzarbeit gehen müssen. Hier geraten Beschäftigte am Bau und der Baustoffindustrie in Not und brauchen finanzielle Sicherheit. Ihr Kurzarbeitergeld muss auf 80, besser noch auf 90 Prozent aufgestockt werden. Hinzuverdienste sind ok, wenn der Einzelne es kann und will. Es ist jedoch unerträglich, wenn die Notlage der Betroffenen ausgenutzt wird, sie zur Arbeit in berufsfremde Branchen zu drängen“, sagte IG Bau-Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt.

Gerade für die Schwächsten müsse über Tarifverträge sichergestellt werden, dass das Kurzarbeitergeld aufgestockt werde. Das gelte vor allem für Branchen wie die Gebäudereinigung und für Leiharbeiter. „Für sie geht es nicht nur um Komforteinbußen, es geht um ihre Existenz“, betonte auch der IG-Bau-Bundesvorsitzende Robert Feiger. Es sei unverantwortlich, wenn sich Arbeitgeberverbände wie jüngst in der Leiharbeitsbranche weigerten, Tarifverhandlungen für ein Aufstocken des Kurzarbeitergeldes zu beginnen. Eine Anhebung auf mindestens 90 Prozent sei angemessen, forderte Feiger.

Beschäftigte in Kurzarbeit erhalten 60 Prozent und in Haushalten mit Kindern 67 Prozent des entgangenen Nettoentgelts. In einigen Branchen und Betrieben gibt es aber Tarifregelungen zur Aufstockung. Das gewerkschaftsnahe Forschungsinstitut IMK hatte sich zuvor bereits für eine Aufstockung von Kurzarbeitergeld ausgesprochen.

„Wir erleben eine Ausnahmesituation, die hoffentlich sehr bald überwunden sein wird. Die Beschäftigten werden sich sehr genau merken, welcher Arbeitgeber sie jetzt respektlos behandelt“, so Burckhardt weiter. Ein solches Verhalten schade sowohl den Betrieben als auch dem Image der Baubranche und dem Ruf der Baustoffindustrie im Ganzen. Für einen gelingenden Konjunkturstart nach der Krise sei der Bau die Basis. Wer jetzt Fachkräfte vergraule, laufe Gefahr, diese auch langfristig zu verlieren.

Jüngst wurden erleichterte Hinzuverdienstmöglichkeiten zum Kurzarbeitergeld geschaffen. Für die IG Bau ist das ein Indiz dafür, dass das Kurzarbeitergeld für viele Beschäftigte nicht reiche. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat in der Coronavirus-Krise eine allgemeine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes ins Spiel gebracht. Er werde mit Arbeitgebern und Gewerkschaften darüber reden, „ob wir das Kurzarbeitergeld noch einmal anheben können“, sagte er.

ABZ-Stellenmarkt

Ausgewählte Unternehmen

Die Anbieterprofile sind ein Angebot von llvz.de
Anzeige

Weitere Artikel