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Fliegerhorst Büchel

Start- und Landebahn mit neuer Asphaltdecke versehen

Hamm, Baustellen, Wirtgen, Vögele, Straßenbau und Verkehrswesen

Für den Einbau der neuen Asphaltdeckschicht brachte der Generalunternehmer Juchem Asphaltbau erstklassiges Gerät aus dem Hause Vögele mit nach Büchel.

Büchel (ABZ). – Die geballte Power derWirtgen Group im Einsatzfür den Fliegerhorst Büchel:Maschinen von Wirtgen, Vögele und Hamm sowie Asphaltmischanlagen von Benning-hoven meisterten die Er-neuerung der Deckschichtund übergaben die Start- undLandebahn termingetreuund in perfekter Qualität.

Die Basis dafür legten eine minutiös geplante Baustellenlogistik, die Zuverlässigkeit und Präzision der Technik und das Engagement der beteiligten Bauunternehmen.

Am Fliegerhorst Büchel, auf den Höhen der Eifel gelegen, finden jeden Monat durchschnittlich 200 Starts und Landungen von Tornados statt. Hinzu kommen auch Flüge großer Transportflugzeuge.

Nach gut zehn Jahren Flugbetrieb und mehreren harten Wintern zeichnete sich auf der Start- und Landebahn die drohende Gefahr der Beschädigung durch "Foreign Object Damage (FOD)" ab. Dabei handelt es sich um die Beschädigung eines Flugzeugs durch Fremdobjekte,z. B. durch das Einsaugen von Mineralkörnern, die sich aus dem Asphalt lösen und die Triebwerke beim Anlassen zerstören. Deshalb sind sie bei den Flugplatzbetreibern gefürchtet.

Nachdem in Büchel vereinzelt lose Fragmente mit bis zu 5 cm Ø auf der Startbahn gefunden worden waren, begann man sofort mit der Planung der Sanierung der ca. 4,5 cm dicken Asphaltdeckschicht, die mit einem etwa 0,5 cm starken Antiskid-Belag überzogen war. Im Rahmen der Planung betrachtete das Ingenieurbüro Brenner aus Hennef verschiedene Sanierungsvarianten. Den Zuschlag erhielt die Erneuerung der Deckschicht mit Splittmastixasphalt. Dieser Baustoff bietet gegenüber herkömmlichen Deckschichtaufbauten eine deutlich höhere Griffigkeit, ist dauerhaft und hochverformungsbeständig.

Die Arbeiten begannen mit dem Ausbau der beschädigten Asphaltoberfläche durch Wirtgen Kaltfräsen, und zwar in zwei Arbeitsgängen: Die obersten fünf bis zehn mm waren vom Antiskid-Belag durchzogen und mussten separat entsorgt werden. Darum wurde die obere Schicht mit Feinstfräsen exakt 10 mm tief abgefräst: genug, um die gesamte Schicht zu erfassen und gleichzeitig das Volumen an Sondermüll so gering wie möglich zu halten. Ein Job wie gemacht für Wirtgen Fräsen vom Typ W 210i, beide ausgestattet mit einer Mikrofeinfräswalze mit 1008 Meißeln, verteilt auf eine Fräsbreite von 2 m.

Hamm, Baustellen, Wirtgen, Vögele, Straßenbau und Verkehrswesen

Der Fahrersitz in den Walzen der HD+ lässt sich bis zur Außenkante der Kabine verschieben und zu beiden Seiten um 90° drehen.

Bei einer solchen Präzisionsarbeit ist natürlich eine exakte Nivellierung entscheidend. Für die präzise Einhaltung der Frästiefe sorgt bei den Großfräsen die moderne Nivellierautomatik Level Pro: Die Höhenverstellung erfolgt über die Hubsäulen der vorderen und hinteren Fahrwerke, wobei alle Fahrwerke hydraulisch gekoppelt sind. Fährt eines der Fahrwerke über eine Erhebung oder durch eine Vertiefung, gleichen die anderen Fahrwerke den entstehenden Höhenunterschied automatisch aus. Durch dieses Prinzip der Vierfach-Pendelung passt sich die Maschine immer automatisch dem Untergrund an. Die beiden Großfräsen mit je 537 kW Leistung an Bord arbeiteten sich mit einem enormen Vorschub von rd. 25 m/min durch den Asphalt. Fast ebenso flink war hinter ihnen eine noch größere Kaltfräse unterwegs: eine W 250 mit satten 3,80 m Fräsbreite. Sie trug in einem zweiten Arbeitsschritt die restliche Asphaltdeckschicht in einer Stärke von ca. 3,5 cm ab. Übrigens: Alle drei Kaltfräsen arbeiteten mit je zwei Dieselmotoren. Das Prinzip: Ein Motor ist als Antrieb für alle Funktionsgruppen immer in Betrieb, der zweite Motor wird nur bei Bedarf aktiviert.

Eine besondere Herausforderung lag darin, für ausreichend Wassernachschub zu sorgen. Das Wasser wird im Fräskasten eingedüst, um Staub zu binden und die Fräsmeißel zu kühlen. In jeder der Großfräsen sorgen zwei separate Wassersprühleisten mit leistungsabhängigem Wasserdruck sowie stufenlos einstellbarer Wassermenge für eine optimale Meißelkühlung.

Für alle drei Fräsen zusammen wurden täglich etwa 60 000 l Wasser benötigt – eine nicht alltägliche Menge. Nachdem die kompletten 103 000 m² der Asphaltdeckschicht nach nur vier Arbeitstagen abgetragen waren, begannen Vögele Fertiger und Hamm Walzen mit dem Einbau und dem Verdichten der neuen Deckschicht.

Für den Einbau der neuen Asphaltdeckschicht brachte der Generalunternehmer Juchem Asphaltbau erstklassiges Gerät mit nach Büchel: zwei Vögele Fertiger – ein Super 2100-2 und ein Super 2100-3i –, beide mit einer starren, 11,50 m breiten Bohle SB 250 TV ausgestattet. Um einen kontinuierlichen Einbau und maximale Qualität der Asphaltdecke zu erzielen, arbeitete vor jedem Fertiger ein Vögele Beschicker.

Der jüngste der beiden Fertiger, der Super 2100-3i, war erst im Mai an Juchem Asphaltbau ausgeliefert worden und ging auf dem Flugplatz das erste Mal in Kombination mit einer starren Bohle an den Start. In nur einem Tag entstand die Deckschicht auf der rechten Außenbahn der 2,3 km langen Piste. Am zweiten Tag gingen der Super 2100-3i und der Super 2100-2 mit je einem Vögele Beschicker an den Start.

Das Doppelpack bot ein eindrucksvolles Bild, denn die beiden Fertiger produzierten heiß an heiß mit einem Vorschub von 2,5–4 m/min eine insgesamt 23 m breite Asphaltdecke ohne Naht in der Mitte. Dies ist wichtig für die Haltbarkeit der Deckschicht im mittleren, am stärksten belasteten Bereich der Start- und Landebahn. Abschließend vollendete der Super 2100-3i mit Beschicker im Alleingang die Asphaltfläche an der linken Außenbahn mit nochmal 11,25 m Einbaubreite. So entstand eine 46 m breite Asphaltdecke mit einer konstanten Querneigung von 1,4 % und nur zwei echten Nähten weit außerhalb der Mitte. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor beim Einbau großer Asphaltmengen ist die Zusammenarbeit zwischen Fertiger und Beschicker. In Büchel kam neben einem Vögele MT 1000-1 auch ein MT 3000-2i PowerFeeder zum Einsatz, den die Firma Werwie aus Konz zusammen mit einem Super 2100-2 auf die Baustelle gebracht hatte. Dieser Hochleistungsbeschicker überzeugt durch seine riesige Mischgut-Aufnahmekapazität: Zusammen mit dem Fertiger kann er bis zu 40 t Mischgut vorrätig halten.

Hamm, Baustellen, Wirtgen, Vögele, Straßenbau und Verkehrswesen

Die Kabine lässt sich r. wie l. über die Nullkante hinausbewegen und sorgt für beste Sicht auf das Geschehen.

Mitverantwortlich für die Qualität ist auch die zuverlässige, robuste Abstandsregelung zwischen Fertiger und Beschicker. Der Vögele PowerFeeder ist dafür mit einem System aus drei Einzellasern an der Unterseite des Förderbandes ausgestattet. Damit bleibt der Abstand zwischen Beschicker und Fertiger konstant. Für zusätzliche Sicherheit sorgt der Auffahrschutz. Er stoppt bei Kollisionsgefahr den Fertiger und vermeidet so einen eventuellen Zusammenstoß.

Hinter den beiden Vögele Fertigern sorgten zehn Hamm Walzen für eine neue, hochwertig verdichtete Deckschicht. Dazu setzten Juchem und Werwie auf knickgelenkte Walzen aus der Serie HD+ bzw. HD mit Einsatzgewichten zwischen 9 und 12 t – davon vier Walzen mit Oszillationsbandagen. Ein wichtiges Merkmal der Serie HD+ ist sicher die hervorragende Sicht aus der Kabine. Nichts in der komplett verglasten Kabine stört. Stattdessen haben die Fahrer die Baustelle, ihren Arbeitsbereich und die Bandagen stets im Blick. Dies trägt wesentlich zum hohen Sicherheitsniveau der Walzen bei.

"Die hervorragende Übersicht ist einer der Gründe, warum die Kunden sehr gerne die Hamm Walzen der Serie HD+ bei uns mieten", erklärt Matthias Beckmann, Mietparkleiter bei Werwie. Darüber hinaus sind die großen, schweren Walzen der Serien HD und HD+, die in Büchel zum Einsatz kamen, insbesondere für ihre enorme Flächenleistung bekannt. Sie ergibt sich aus der Kombination von breiten Bandagen mit großem Durchmesser, kraftvollen Antrieben und einer intelligenten Reversierautomatik. Dazu kommen großzügig bemessene Tanks für Diesel und Wasser. Sie ermöglichen das Arbeiten über eine ganze Schicht ohne Tankstopps. Damit bieten die Hamm Walzen beste Voraussetzungen für eine hohe Produktivität – einer der Gründe für ihren Einsatz auf der Start- und Landebahn Büchel.

Ein anderes wesentliches Feature der Serie HD+ ist die äußerst günstige Gewichts- und Lastenverteilung. Sie ergibt sich vor allem aus der Position des Knickgelenks nahezu in Maschinenmitte, verbunden mit dessen spezieller Kinematik. Das Ergebnis ist eine exzellente Fahrstabilität. Und dank der gleichmäßigen Gewichtsverteilung erzeugen Hamm Walzen der Serie HD+ sehr schnell Oberflächen mit perfekter Ebenheit, was für Deckschichten besonders wichtig ist. Neben der Lastverteilung entscheidet auch die Wasserberieselung über die Qualität der Verdichtung.

Darum hat Hamm die HD+ mit leistungsfähigen Pumpen ausgerüstet, welche die gewünschte Wassermenge präzise und zuverlässig zu den Düsen fördern. Die Wasserberieselung lässt sich jederzeit kontrollieren, denn aus der Panoramakabine hat der Fahrer dank der cleveren Rahmenkonstruktion die Sprühleisten im Blick. Die Verstellung der Wassermenge erfolgt dabei komfortabel vom Fahrerstand aus. Und nicht zuletzt sorgt eine geschickte Aufteilung des Wassers auf zwei Tanks in jedem Betriebszustand für gleichmäßige Gewichtsverteilung. Die enormen Mengen an Asphaltmischgut, die bei einem Projekt dieser Größenordnung in kurzer Zeit benötigt werden – in Büchel handelte es sich um 10 000 t in vier Tagen –, produzierten drei Benninghoven Mischanlagen der Juchem-Gruppe. Während die beiden Fertiger parallel im Einsatz waren, produzierten die Mischanlagen in Ürzig und Niederwörresbach jeweils etwa 140 t, die Anlage in Boppard ca. 160 t Splittmastixasphalt pro Stunde. Die Mischmeister der drei Anlagen standen während der vier Tage ständig in Kontakt, um die beiden Hochleistungsfertiger kontinuierlich mit der passenden Menge an Asphalt zu beliefern. Dafür waren bis zu 50 Lkw gleichzeitig im Einsatz.

Eine Voraussetzung für den Projekterfolg war, dass in den drei Anlagen Mischgüter identischer Qualität entstanden. Darum verarbeitete Juchem an allen Standorten Rohstoffe aus denselben Steinbrüchen und führte zahlreiche Kontrollen durch. Nicht nur die Kapazität, sondern auch die Technik der Mischanlagen war für die Qualität entscheidend: "An allen drei Standorten arbeiten wir mit aktuellen Benninghoven Steuerungen. So waren wir in der Lage, die Anlagen präzise einzustellen und konnten exakt die gewünschte Mischung erzeugen. Gleichzeitig sorgen die neuen Steuerungen für ein sehr energiesparendes Mischen, was die Kosten für die Betriebsstoffe reduziert", erklärte Mischmeister Karl-Heinz Thiem.

Thiem überwacht und steuert die Benninghoven Anlage BA 3000 im Asphaltmischwerk Ürzig, die bereits im Jahr 1986 errichtet wurde. Sie ist eine der ersten Mischanlagen, die Benninghoven gebaut hat. Schon damals realisierte das jüngste Mitglied der Wirtgen Group visionäre Konzepte, die sich vor allem durch ihre Flexibilität auszeichnen. Deshalb konnte die Anlage mehrmals mit neuer Technik verbessert bzw. ausgebaut werden – z. B. mit einer neuen Steuerung.

Nach zwei Wochen höchst konzentrierter Arbeit mit den Maschinen bzw. Anlagen der Wirtgen Group hatte Juchem den anspruchsvollen Job vom Fräsen bis zur Verdichtung voll im Zeitplan abgewickelt. Über die pünktliche Fertigstellung und das hervorragende Arbeitsergebnis war auch der Projektleiter des Auftraggebers, Uwe Müller vom Landesbetrieb Liegenschaften und Baubetreuung (LBB) in Rheinland-Pfalz, hocherfreut: "Wir liegen voll im Plan und die Qualität der Asphaltdecken ist einwandfrei." Damit war der Flugplatz nur zwei Wochen in der Hand der Baumaschinen und konnte fristgerecht wieder übergeben werden.

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