Anzeige

Ganz schön schräg

Staudamm mit Mietunterstützung saniert

Vom Sattelschlepper in den Aufzugskübel, in den Nachlader und dann am Seil zum Fertiger: Durch die ausgeklügelte Beschickungskette konnte der Asphalt nahtlos eingebaut werden.

Schotten (ABZ). – Über 60 % Gefälle und 180 °C heißer Asphalt: Die Sanierung der Niddatalsperre im hessischen Schotten stellte Mensch und Maschine vor besondere Herausforderungen. Zur Ausrüstung der Schweizer Dammbauexperten von Walo Bertschinger gehörte neben den eigenen Spezialmaschinen eine Bandbreite an Mietlösungen von Zeppelin Rental. Die 1970 fertiggestellte Niddatalsperre dient zum einen dem Hochwasserschutz. Zum anderen steuert sie den Zulauf zur Nidda, um dort Niedrigwasserstände mit schädlichen Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt im und am Gewässer zu verhindern. Im Kern besteht der Staudamm aus einer Schüttung von mehr als 300 000 m³ Basaltgestein, die mit einer Asphaltbetonschicht abgedichtet wurde. Nach 48 Jahren zeigte die Außendichtung jedoch vermehrt Risse und wurde kürzlich umfassend von der Walo Bertschinger AG saniert.

Kein einfaches Unterfangen angesichts einer wasserseitigen Steigung von 62,5 %. "Mit herkömmlichem Gerät wäre weder das Abfräsen der bestehenden Schicht, noch der Einbau der neuen Schichten möglich", so Bandar Secchi, Bauleiter bei Walo. Erschwerend kam hinzu, dass die Arbeiten zwar bei abgesenktem Wasserstand, aber dennoch über Wasser erfolgen mussten. Als Spezialist für bituminöse Asphaltdichtungen blickt das Schweizer Unternehmen auch auf eine langjährige Erfahrung im Damm- und Deponiebau zurück und hat spezielle Verfahren für den Asphalteinbau in extremen Schräglagen entwickelt. Dabei hängen die verschiedenen Gerätschaften wie beispielsweise Asphaltfräse und Fertiger am Seil eines auf der Dammkrone platzierten Windenwagens und werden so Stück für Stück die steile Böschung entlang manövriert.

Regelmäßig verstärkt das Schweizer Unternehmen seinen eigenen Maschinenpark mit Mietgeräten von Zeppelin Rental. Denn je nach Lage und Dauer der Baustelle ist es wirtschaftlicher Equipment hinzu zu mieten. Das Areal um den Niddastausee wurde mit Bauzäunen und Schrankenschutzgittern von Zeppelin Rental großzügig abgesperrt, eine zweistöckige Containeranlage diente als Baubüro, der Kurzheckbagger CAT 321D L CR und ein Teleskopstapler halfen bei Hebe- und Transportarbeiten. Hinzu kamen eine Reihe von Baugeräten von Kompressoren über Stampfer und verschiedene Pumpen.

Mithilfe der eigenen Spezialmaschinen und der angemieteten Geräte sanierte Walo eine Fläche von rd. 10 000 m² in einer Bauzeit von knapp neun Wochen. Nach dem Abfräsen der rissigen Außendichtung wurde zunächst eine 10 cm dicke Dränbinderschicht, danach eine 7 cm starke Dichtungsschicht und abschließend eine dünne Mastixschutzschicht aufgebracht. Das Mischgut selbst unterlag strengen Qualitätskontrollen. In einem Asphaltlabor direkt auf der Baustelle wurde die Kornabstufung der Mischgutproben genau geprüft. "Die wassersperrende Wirkung des Dichtungsasphalts beruht auf einem hohen Bindemittelgehalt sowie auf einer optimalen Kornabstufung, die nur wenig Poren zulässt", erklärt Bandar Secchi. Nach erfolgreichem Qualitätscheck wurde das Mischgut mit einer Temperatur von 170 bis 180 °C eingebaut.

https://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=336&no_cache=1

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 19/2019.

Anzeige

Weitere Artikel