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Gebäudeenergiegesetz

Entwurf erntet weiter Kritik

Berlin (ABZ). – Der Entwurf zum geplanten Gebäudeenergiegesetz (GEG) bleibt weiter heftig umstritten. Bis zum 28. Juni konnten betroffene Interessengruppen Stellungnahmen zum Gesetzesentwurf einreichen. Während sich Vertreter der Bauindustrie und des Baugewerbes über die geplanten Vereinfachungen der Gesetzeslage freuen, sehen Energieberater in der vorgelegten Fassung zeitgemäße Klimaschutzvorgaben verfehlt.

So kritisiert der Verband Beratender Ingenieure u. a., dass der Entwurf die Gesetze lediglich additiv zusammenführe und gültige energetische Standards festschreibe, aber keine wegweisenden Impulse zur besseren Nutzung der energetischen Potenziale des Gebäudesektors zum Klimaschutz enthalte. "Der Entwurf geht in die richtige Richtung, geht aber bei weitem nicht weit genug", fasst VBI-Präsident Jörg Thiele die Kritik der Ingenieure zusammen. "Aus VBI-Sicht ist eine Verschärfung der Anforderungen für Neubauten, insbesondere aber bei Sanierungen im Bestand um 30 bis 40 % vertretbar und zum Erreichen der Klimaschutzziele erforderlich", sagt der VBI-Präsident.

Der VBI kritisiert außerdem, dass der vorliegende GEG-Entwurf durch die unveränderte Anwendung der DIN V 18599 für den Nachweis des Jahresprimärenergiebedarfs keine Vereinfachung der komplexen Berechnungsverfahren vorsieht. Auch das vorgeschlagene Modellgebäude-Verfahren zur Bemessung energetischer Qualitäten ist aus VBI-Sicht ungeeignet, da dies die Gefahr berge, dass Bauträger und Investoren die Errichtung standardisierter Gebäude forcieren, statt architektonische Vielfalt zu fördern.

Darüber hinaus tritt der VBI in seiner Stellungnahme dafür ein, den Kreis der Ausstellungsberechtigten für Energieausweise im Nichtwohngebäudebereich nicht zu erweitern. Die Berechnung der Energieeffizienz von Nichtwohngebäuden mit komplexer Technik und vielfältigen Konstruktionen der Gebäudehülle erfordert aus VBI-Sicht umfangreiches theoretisches Wissen und Ingenieur- oder Architekten-Know-how. Wenn der Kreis der Berechtigten erweitert werde, müsse dies durch qualitätssichernde Maßnahmen flankiert werden, heißt es in der VBI-Stellungnahme.

Deutlich schärfer fällt die Kritik des Deutschen Energieberater-Netzwerks DEN e. V. aus, das den Entwurf in weiten Teilen ablehnt. Der Entwurf gehe vom Irrglauben der Politik aus, durch die Wahrung des Status Quo im Gebäudebereich eine Baukostensteigerung zu vermeiden, heißt es von Seiten des DEN. Das DEN kritisiert ferner, dass der GEG-Entwurf nicht den Notwendigkeiten der Klimaziele im Gebäudebereich entspreche und sich die Regierung durch solch ein Gesetz mit Blick auf die gesetzten Klimaziele selbst blockiere.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 28/2019.

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