Anzeige

Gebrauchtfahrzeughandel

Große Nachfrage für Krane in Langzeitvermietung

Ein Überblick über den Fuhrpark der IMC GmbH.

Schermbeck (ABZ). – In den vergangenen zwei Jahren wurde bei der International Mobile Cranes (IMC) GmbH immer wieder die Frage gestellt, ob gebrauchte Krane nicht auch für kürzere Zeiten angemietet werden könnten – und zwar ohne Fahrer, um diese bei Ausfall der eigenen Kranfahrzeuge oder bei zusätzlichen Aufträgen, die der eigene Fuhrpark nicht mehr leisten kann, einsetzen zu können. Unter Langzeitvermietung versteht man eine Vermietung ab sechs Monaten. Das Interessante bei der Langzeitvermietung ist, dass der Mieter nach Ablauf der Mietzeit den Kran auch jederzeit käuflich erwerben kann und der Großteil der gezahlten Mieten auf den Kaufpreis angerechnet werden kann. Als Argument in Hinsicht auf die Fragestellung der Vermietung wurde auf eine ausländische Firma hingewiesen, die bereits ca. 400 Krane weltweit in der Langzeitvermietung hat (also mehr als sechs Monate) und in den USA bereits ca. 40 % aller Krane als Langzeitmietgeräte vermietet hat.

Die IMC – International Mobile Cranes GmbH – gründete eine neue Gesellschaft, die SKV – Schermbecker Kranvermietungs GmbH, um die Vermietung von Kranen ohne Fahrer auf die Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Am Anfang wurden nur einige Krane eingesetzt. Nachdem sich jetzt die Anfragen für die Vermietung ohne Fahrer immer mehr verstärkt haben, ist die Geschäftsführung mit neuen Partnern zu dem Entschluss gekommen, die Lang- und Kurzzeitvermietung in den nächsten zwei Jahren aufca. 30 Krane aufzustocken und zwar in einer Tonnage zwischen 40 t und 300 t. Diese vermieteten Krane sollen planmäßig nur in der EU eingesetzt werden.

Die Geschäftsführung der Fa. IMC beobachtet den europäischen Markt sehr genau und konnte feststellen, dass seit dem Jahre 2009 bis 2016 der Verkauf von Neukranen (der vier großen deutschen Kranhersteller) stagnierte. In Deutschland sind zzt. 5900 Auto-, Raupen- und AT-Krane im Einsatz. Diese Zahl hatte sich seit dem Jahre 2006 kaum verändert. Das lag auch daran, dass manche Kranfirmen, mangels Kranfahrern, nicht groß expandieren konnten und viele Krane in den letzten Jahren verkauft – statt vermietet – wurden. Sicherlich auch bedingt durch die Wirtschaftskrise im Jahre 2008, durch die einige Kranvermieter nicht ausgelastet waren und letztlich deren Überkapazität an Kranfahrzeugen, die auf dem Markt angeboten und verkauft wurden.

In den früheren Jahren konnte man davon ausgehen, dass von dem Bestand von 5900 Kranen ca. 12 % an Neukranen in Deutschland gekauft und zugelassen wurden, also eine Erneuerung der Krane nur in diesem begrenzten Umfang erfolgt ist. Aufgrund der vorher genannten Informationen sieht es auch in den vergangenen zwei Jahren (2015/2016) so aus, dass die 12 % an Zulassungen von Neukranen in Deutschland nicht erreicht wurden.

Der Verkauf von gebrauchten Kranen, überwiegend der älteren Kranfahrzeuge, belief sich dementsprechend auch in den vergangenen Jahren unter den Verkaufszahlen aus dem Jahre 2005/2006, diese beliefen sich auf ca. 750 verkaufte Gebrauchtkranen pro Jahr. Seit Januar 2017 hat sich der Kranmarkt sehr positiv verändert. Die vier großen Kranhersteller, die in Deutschland produzieren und in den vergangenen fünf Jahren fast jeden Kran kurzfristig liefern konnten, haben in den letzten Monaten sehr viele Exportaufträge aus vielen Ländern der Welt erhalten.

Zzt. werden bei den deutschen Kranherstellern bis zu 3000 Neukrane pro Jahr gebaut, der größte Teil der gebauten Neukrane geht in den Export. Wie die IMC feststellen konnte, belaufen sich die aktuellen Lieferzeiten bei diesen vier Kranherstellern – die weltweit zusammengenommen Marktführer sind – von Kranen in verschiedenen Größenordnungen (zwischen 40 t und 1000 t) auf bis zu einem Jahr.

Diese Lieferzeiten werden sich voraussichtlich noch verlängern, so dass man davon ausgehen kann, dass sich bei einigen Krangrößen die Lieferzeiten auf bis zu zwei Jahre ausweiten werden.

Das liegt daran, dass weltweit ein großer Nachholbedarf vorhanden ist, denn seit dem Jahre 2009 bis Ende des Jahres 2016 hatten nahezu alle Kranhersteller, aus verschiedenen Gründen, ihre Neuproduktion zurückgefahren. Somit sind Lagerbestände an Gebraucht- und Neufahrzeugen entstanden, sowohl bei den Herstellern, als auch bei den freien Händlern, die aber seit Beginn diesen Jahres zum Großteil abverkauft worden sind.

Der Gebrauchtkranhandel, sowie auch der Neukranhandel haben sich seit Januar 2017 wieder erholt; weltweit ist großer Nachholbedarf entstanden. Die IMC GmbH ist sehr zuversichtlich, dass der gesamte Kranhandel jetzt einen Aufschwung erleben wird und dass auch die Langzeitvermietung, die mit neuen Partnern aufgebaut wird, dementsprechend der Konjunktur angepasst werden wird.

Als weitere Ergänzung der neuen Gesellschaft wurde intern ein Beschluss gefasst, dass man gemeinsam mit den zuständigen Behörden Kranfahrer ausbilden wird. Zzt. laufen diverse Gespräche mit den Behörden, damit auch eine Kostendeckung für die Ausbildung, die mit mehreren Partnern durchgeführt werden soll, gewährleistet ist. In der Vergangenheit ist es versäumt worden, die Ausbildung von Kranfahrern zu fördern.

Außerdem ist eine Vielzahl von Bewerbern an Kranfahrern weggefallen, bedingt dadurch, dass u. a. bei der Bundeswehr die Wehrpflicht weggefallen ist. Die Fa. SKV – Schermbecker Kranvermietungs GmbH – beabsichtigt mit ihren Partnern jährlich bis zu 100 Kranfahrer an verschiedenen Standorten auszubilden, damit diese anschließend auch weiter vermittelt werden können.

https://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=200&no_cache=1

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 34/2017.

Anzeige

Weitere Artikel