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Gedenkstätte Marienborn

Ein Stück innerdeutsche Geschichte denkmalgerecht erneuert

Wilkes, Baustoffe, Modernisierung und Sanierung

Die denkmalgerechte Sanierung der charakteristischen Großdächer mit PVC-Platten von Wilkes Kunststoffe trägt zum Erhalt des geschichtsträchtigen Ortes bei.

Marienborn (ABZ). – Sie steht für ein Stück Geschichte: die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn. Die fast 11000m² überspannende Überdachung der einstigen Kontrollstellen gehört neben dem Kommandoturm und den Lichtmasten zu den markantesten Merkmalen der ehemals größten innerdeutschen Grenzübergangsstelle Marienborn. Doch an dem Bollwerk des DDR-Grenzregimes ist die Zeit nicht spurlos vorübergegangen: Während der Kommandoturm bereits 2014 umfangreich saniert wurde, musste nachfolgend auch die Dachfläche denkmalgerecht erneuert werden, um den Bestand des historischen Ensembles langfristig sicherzustellen.

Mit ihrer riesigen Fläche ist die Überdachung der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn ein Ausdruck des von der DDR betriebenen Kontroll- und Überwachungsaufwandes. Hier kontrollierten etwa 1000 Beschäftigte der Zollverwaltung der DDR, der Grenztruppen der DDR und des Staatssicherheitsdienstes. Von 1985 bis 1989 wurden allein rund 34,6 Mio. Reisende und ihre Fahrzeuge kontrolliert. Die Dachfläche der in den 1970er-Jahren erbauten Kontrollstellen musste nun umfangreich saniert werden, um den ursprünglichen Eindruck des Synonyms deutscher Teilung zu erhalten.

Die Demontage der Dachelemente eröffnete einen umfassenden Blick auf die Konstruktion, die bereits bei dem Bau erhebliche Kosten verschlungen haben muss. So sind die einzelnen Wellplatten mit L-Haken auf der Unterkonstruktion aus Vierkant-Rohren befestigt. Diese aufwändige Befestigungsvariante musste auch beim Austausch der Eindeckung erhalten bleiben – und das neue Material somit ebenfalls mit L-Haken montiert werden, was heutzutage eher unüblich ist.

Als Alternative zu den verwitterten Polyesterwellplatten entschied man sich für eine langlebigere Variante aus PVC: Die verwendeten Licht- und Bauplatten "Renolit Ondex HR" des Handelsunternehmens Wilkes Kunststoffe mussten dabei speziell für das Projekt in einer passenden Farbgebung gefertigt werden, so dass der ursprüngliche Charakter des Ensembles bestehen bleibt.

Während die ehemalige Polyestereindeckung nicht nur vergilbt, sondern auch spröde und nicht mehr wetterfest war und daher ersetzt werden musste, ist bei den neuen, ebenfalls mit Gelbton versehenen Platten eine deutlich höhere Nutzungsdauer zu erwarten. Denn aufgrund des besonderen Herstellungsverfahrens sind die PVC-Platten auch nach Jahren noch extrem zugfest und schlagzäh.

Bei der Produktion werden die Platten biaxial gereckt. Dies verleiht ihnen ihre Schlag- und Bruchfestigkeit. Sie sind zudem weitgehend chemikalienbeständig und resistent gegen viele aggressive Medien. Da das Material bei Temperaturen über 130 °C aufreißt, können die Platten auch als ausschmelzbare Fläche eingesetzt werden. In Marienborn sorgen sie vor allem für die spezielle Lichtstimmung. Denn der Werkstoff gewährleistet eine hohe Lichtdurchlässigkeit, die durch den eigens verwendeten Gelbton bestimmt wird.

Das eingesetzte Profil in 76/18 greift die Sinusprofilierung der alten Eindeckung auf und lässt so auch eine Verlegung im bestehenden, vorgegebenen Raster zu.

Mit der Sanierung der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn wird ein Stück deutscher Bau- und Konstruktionsgeschichte sichtbar. Das neu eingesetzte Überdachungsmaterial bietet eine langlebige Lösung und erhält zugleich das ursprüngliche Erscheinungsbild. Die denkmalgerechte Sanierung der charakteristischen Großdächer trägt ferner dazu bei, dass die Bedeutung des geschichtsträchtigen Ortes bestehen bleibt.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 19/2016.

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