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Gegen Feuchtigkeit von unten

Druckwasserbelastete WU-Bauwerke endlich dicht

Von Christoph Rodinger
Dämmstoffe, Betonbau und Stahlbetonbau

Mit nur geringem Mehraufwand durch eine Abdichtung lassen sich zuverlässig dichte WU-Bauwerke erstellen.

BÜCKEBURG. – Druckwasserbelastete, Erdberührte Stahlbetonbauwerke, die hochwertig genutzt werden sollen, erfordern eine umfangreiche und sorgfältige Planung und Ausführung. Die Risiken werden oftmals unterschätzt und das Ergebnis sind nicht selten Streitigkeiten zwischen Bauherrn, Planern und Baufirmen aufgrund einer nicht den Anforderungen entsprechende Planung und Ausführung und daraus resultierenden Undichtigkeiten und/oder Feuchtestellen in der Betonkonstruktion.

Wasserundurchlässige Stahlbetonbauwerke (WU-Bauwerke), bei denen der Beton die Lastabtragende als auch die abdichtende Funktion übernimmt, regelt die DIN 1045 sowie die WU-Richtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb.) aus dem Jahre 2003 und die Erläuterungen zu der WU- Richtlinie des DAfStb. , Heft 555 aus dem Jahre 2006. Hierbei ist zu beachten dass i.d.R. im Entwurfsgrundsatz unter Einbeziehung des Prinzips der Selbstheilung begrenzte Rissweiten zugelassen werden. Dieser Bemessungsansatz bedingt bei einer Beanspruchungsklasse 1 (drückendes/nichtdrückendes Wasser und zeitweise aufstauendes Sickerwasser und der Nutzungsklasse A (hochwertige Nutzung – z. B. Archive oder EDV-Stationen) schon in der Planung, dass zu Beginn Wasserführende Risse somit geplant und nicht zu vermeiden sind (Prinzip Selbstheilung). Auch dürfen bauphysikalische und raumklimatische Maßnahmen nicht unberücksichtigt bleiben.

Durch immer kürzeren bzw. schnellere Bauzeiten ist jedoch das Prinzip der Selbstheilung, d.h. anfangs Wasserführende Risse "heilen" sich über einen Zeitraum durch eine chemische Reaktion (Karbonatisierung) selbst, nach Ansicht vieler Fachleute nur noch von theoretischer Natur. Denn dieser Vorgang braucht einfach Zeit.

Ebenso verhält es sich mit Rechenmodellen und/oder Untersuchungen über den Wassertransport in ungerissenen Betonbauteilen: Ist der Rohbau erstellt und es zeigen sich Feuchtestellen, egal ob durch fehlerhafte Fugenabdichtungen, Betonbauteile, aus raumklimatischen oder bauphysikalischen Gründen oder durch Risse ist der Streit zwischen Bauherrenvertretern und ausführender Firma meist unvermeidlich.

Aufgrund der Erfahrungen in den letzten Jahren seit der Novellierung der WU- Richtlinie und die immer häufigere Forderung nach einer hochwertigen Nutzung auch der Erdberührten, druckwasserbelasteten Bauteile setzt sich vermehrt eine kombinierte Konstruktion durch. Bei der klassischen "Weiße Wanne" wird hierbei die WU-Konstruktion zusätzlich auf der erdberührten, druckwasserbelasteten Seite mit einer Riss überbrückenden, sofort und dauerhaft wirkenden Abdichtungsbahn z.B. Sikaproof vor der Frischbetonschüttung versehen. Bei einer fachgerechten Ausführung von zertifizierten Unternehmen wie z.B. der adicon GmbH lassen sich von Beginn an keine den Bauablauf beeinträchtigten Wasserführenden Risse und/oder Feuchtestellen zuverlässig vermeiden.

In Europa haben sich FBV-Abdichtungsbahnen (Folien) durchgesetzt, deren Eignung über ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis nachgewiesen ist. Diese Systeme dürfen gemäß dem Prüfzeugnis nur durch vom Hersteller der Abdichtungsbahn befähigte Firmen bzw. Mitarbeiter verarbeitet werden. Üblicherweise kommen hier vlieskaschierte Dichtungsbahnen aus Polyethylen (PE), die zusätzlich mit einem quell- oder haftfähigen Dichtstoff versehen sind zum Einsatz. Die Dichtungsbahn garantiert eine hohe Dichtigkeit, die Vlieskaschierung den festen Verbund mit dem Frischbeton und der Dichtstoff verhindert die Gefahr einer Hinterläufigkeit. In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass zur Verhinderung einer Hinterläufigkeit die Stöße i.d.R. verklebt werden, ein verschweißen und/oder eine Randverwahrung aber nicht zwingend erforderlich ist.

Christoph Rodinger von CR-Consult empfiehlt bei einer hochwertigen Nutzung von druckwasserbelasteten WU-Bauwerken folgende Vorgehensweise:

  • Festlegung des Entwurfsgrundsatzes unter Berücksichtigung der Beanspruchung und späteren Nutzung nach der WU-Richtlinie des DAfStb,
  • Bemessung nach DIN 1045 einschl. Detailplanung,
  • Raumklimatische und bauphysikalische Maßnahmen (Belüftung - Wärmeschutz)
  • Vollständige und umfassende Ausschreibung,
  • Instandsetzungskonzept für den Fall von unerwarteten Undichtigkeiten,
  • Ausführung der Abdichtungsarbeiten nur durch vom Hersteller befähigte Firmen bzw. Mitarbeiter,
  • Überwachung, Qualitätskontrolle und Dokumentation der Abdichtungsarbeiten.

Weitere Informationen über allgemeine bauaufsichtliche Prüfungen von Flächenabdichtungssystemen von WU-Bauwerken gegen Grundwasser können bei den Materialprüfungsämtern der Länder, wie z. B. bei der MFPA Leipzig, eingeholt werden.

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