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Gegen Lärm und Schmutz

Freistehende Konstruktion schützt bei Rückbauarbeiten an Bonner Tiefbunker

In Rekordzeit errichtete REK Gerüstbau Berger in Bonn eine statisch anspruchsvolle, freistehende Scaffguard-Schutzwand für den Abriss eines Tiefbunkers. Durch die extrem nahe Lage zu Wohn- und Geschäftshäusern war neben der Abschirmung vor den Baustellenemissionen auch eine Senkung des Schallpegels um 20 dB gefordert.

Bonn (ABZ). Auf den ersten Blick könnte man meinen, bei dem rd. 50 m langen und 16 m hohen Objekt mitten in Bonn handelt es sich um eine neue Fassade modernster Bauart, die quasi über Nacht errichtet wurde. Kaum zu glauben, dass diese saubere und akkurate Erscheinung in Wirklichkeit eine Schutzwand aus einer Gerüstkonstruktion ist, wie der Blick hinter die Kulisse verrät. Denn in Wirklichkeit soll diese Konstruktion die Umgebung vor Lärm- und Schmutzemissionen schützen, die beim Rückbau des Tiefbunkers zwischen Theaterstraße, Mühlenstraße und An der Windmühle entstehen. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges wurden 1940 überall in Deutschland Bunkerbauprojekte zum Schutz der zivilen Bevölkerung begonnen. Die meisten davon als Hochbunker, welche aufgrund des materiellen und zeitlichen Aufwands bevorzugt wurden. Einige wenige wurden als sog. Tiefbunker angelegt, so auch der Bonner Tiefbunker an o. g. Standort. 3 m dicke Außenwände mit einer Seitenlänge von 41,4 m x 37,8 m bildeten die Grundfläche des somit rd. 1560 m² großen Areals, welches über zwei Etagen 7 m tief in die Erde gebaut wurde. Der Bunker sollte bei Luftangriffen 2600 Menschen Platz bieten. Nach dem Krieg, in Zeiten extrem knappen Wohnraums, wurde der Bunker zu Wohnraum für Studenten der Bonner Universität umfunktioniert. Auf diese Weise konnten rd. 120 Studierende untergebracht werden. Während des kalten Krieges in den 70er-Jahren wurde der Tiefbunker wiederum zum Zivilschutzbunker ernannt und mit den nötigen Materialien und Nahrungsmitteln ausgerüstet. Er galt als einziger Bunker auf Bonner Stadtgebiet, der halbwegs für den Ernstfall eines atomaren Konfliktes vorbereitet war. Im Jahr 1997 wurden Bunkeranlagen von Bundesbesitz in Kommunalbesitz überführt, weshalb auch die Kosten für Instandhaltung oder anderweitige Nutzung auf die Kommunen übergingen.

Ende vergangenen Jahres wurde mit Rückbauarbeiten am Tiefbunker begonnen. Man kann sich vorstellen, wie groß die Schmutz- und Lärmbelästigung bei der Bearbeitung von 3 m dicken Mauern ist. Um diese Emissionen inmitten von Wohn- und Bürogebäuden deutlich zu reduzieren, musste eine professionelle Lösung her, die für die unmittelbare Umgebung den nötigen Schutz liefert. Gefordert wurde eine Reduzierung des baustellenbedingten Lärmes um ca. 20 dB.

Mehr als 700 m² Scaffguard-Wand, montiert an einem freistehenden Ringscaff-Modulgerüst durch die Firma REK Gerüstbau Berger, reduzierten den Lärm für die Anwohner beim Abriss des Bonner Tiefbunkers und ermöglichten Sicht- und Staubschutz.

Anfang November 2018 erreichte die Firma REK Gerüstbau Berger GmbH die Anfrage über eine solche Schutzwand. Damit kam ein zeitlich sehr enger Prozess ins Rollen, denn noch vor Weihnachten desselben Jahres sollte die Wand stehen. Gerade einmal zwei Wochen Zeit blieben für die Kalkulation und Angebotserstellung inkl. Termin vor Ort. Denn so ein Objekt kann man nicht kalkulieren, ohne sich ganz genau mit den Gegebenheiten vor Ort beschäftigt zu haben. Aber genau das ist eigenen Angaben zufolge eine der Spezialitäten der REK Gerüstbau Berger GmbH: Anforderungen, die im Hinblick auf technische Lösungen bei engem Zeitplan ein wenig Nervenkitzel hervorrufen und den Ehrgeiz der technischen Mitarbeiter anstacheln.

Mit wenigen Worten lautete die Lösung: Konstruktion aus Ringscaff-Modulgerüst, verkleidet mit dem Scaffguard-System. Was sich so einfach anhört, gehört in die Kategorie anspruchsvoller, konstruktiver Gerüstbau. Denn eine freistehende Gerüstscheibe ohne Verankerungsmöglichkeit mit einer Fläche von über 700 m², einer Länge von über 50 m und einer Höhe von 16 m, quasi luftundurchlässig verkleidet, bietet eine Windangriffsfläche par excellence.

Die Vorplanung sah vor, die gesamte Gerüstkonstruktion mit Betongewichten zu ballastieren. Dieser Plan wurde jedoch nach Rücksprache mit dem Auftraggeber verworfen, da die Möglichkeit bestand, die Grundkonstruktion aus Gitterträgern in der Bunkerdecke zu verankern. Solch eine Lösung wurde im Zuge der Statikerstellung als die bessere und sicherere Variante ermittelt. Überhaupt war die Berechnung der Statik, die vom Ingenieurbüro Klimpel aus Bochum geliefert wurde, für diese Konstruktion eine der Herausforderungen auf der Baustelle, da sie aufgrund der kurzen Aufbauzeit und den besonderen Gegebenheiten nahezu baubegleitend erstellt wurde.

Die Tragkonstruktion wurde aus dem bewährten Modulgerüst Ringscaff des Hagener Herstellers scafom-rux errichtet – montiert auf einer Unterkonstruktion aus Gitterträgern. Diese Gitterträgerkonstruktion, die fest in der Bunkerdecke verankert werden konnte, sorgte somit für eine genügend große Gerüstaufstandsfläche. Aufgrund der Kürze der Zeit, die für den Aufbau zur Verfügung stand, mussten die Abläufe so effizient wie möglich gehalten werden. Hier kamen die Vorteile des Modulgerüstes Ringscaff zur Geltung, da die erforderliche Ständer-/Riegelkonstruktion aufgrund weitgehend schraubfreier Verbindung in kürzester Zeit termingerecht aufgebaut werden konnte. Und auch das für die Verkleidung gewählte Scaffguard-System ermöglichte, bedingt durch seine konstruktionsbedingte Montageschnelligkeit, die Einhaltung der gesetzten Termine.

Scaffguard aus dem Haus scafom-rux ist nach Angaben des Herstellers ein einfaches und effizientes System für die Gerüstverkleidung. Horizontal verlaufende Aluminiumprofile, die mittels einer speziellen Keilkupplung direkt am Modulteller befestigt werden können, dienen als Aufnahme für die Schutzelemente, die wahlweise aus Kunststoff oder Siebdruck-Sperrholz lieferbar sind. Mit wenigen Zusatzprodukten, wie z. B. dem Stoß-Profil oder Eck-Profil, würden auch kleinste Lücken in den Schutzwänden geschlossen, so das Unternehmen. Somit ergebe sich ein sauberes Gesamtbild der Konstruktion, was je nach Lage im innerstädtischen Bereich oder an öffentlichen Gebäuden nicht nur gewünscht, sondern oftmals auch gefordert werde. Das Scaffguard-System könne in Verbindung mit nahezu allen Gerüstsystemen verwendet werden – die Keilkupplungen würden dann einfach durch passende Rohrkupplungen ersetzt. REK Gerüstbau Berger GmbH ist stolz auf diese Leistung, die so nicht zu den alltäglichen Anforderungen eines Gerüstbaubetriebes gehört. Unter Leitung von Ümit Kararmis, des jüngsten Gerüstbau-Meisters im Unternehmen, sei der langen Liste der renommierten Aufträge – wie die RWE Hauptverwaltung mit 75 000 m² Fassadengerüst, das Marine-Denkmal Laboe oder auch das Gasometer in Oberhausen mit einer Gerüsthöhe von 117 m – ein weiteres Objekt erfolgreich hinzugefügt worden, so das Unternehmen.

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