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Geschäftsjahr 2019

Bauer Gruppe verfehlt Ziele

Michael Stomberg verantwortet bei der Bauer Aktiengesellschaft die Ressorts Beteiligungen, IT, Konzernprozessmanagement, HSE und Qualitätsmanagement. Er stellte die Zahlen und Daten des Geschäftsjahres 2019 in einer Telefonkonferenz vor.

Schrobenhausen (ABZ). – Trotz eines guten Starts in das Jahr 2019 konnte die Bauer Gruppe ihre gesetzten Ziele nicht erreichen. Das teilte das Unternehmen kürzlich in einer Telefonkonferenz mit Pressevertretern mit, in der die Zahlen und Daten des Geschäftsjahres 2019 vorgestellt wurden.

Die Bauer Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2019 eine Gesamtkonzernleistung von 1594,7 Millionen Euro. Damit lag sie um 5,4 Prozent unter dem Vorjahreswert von 1686,1 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit. Das Finanzergebnis (EBIT) ging von 100,1 Millionen Euro auf 22,5 Millionen Euro deutlich zurück. Das Ergebnis nach Steuern lag mit –36,6 Millionen Euro erheblich im negativen Bereich (Vorjahr: 24,1 Millionen Euro).

Grund für diese Entwicklung waren dem Unternehmen zufolge einige Projektverschiebungen, vor allem im Fernen Osten, die das Baugeschäft deutlich beeinflusst hatten. Hinzu kam, dass der Konzern am 18. März überraschend ein negatives Urteil aus einem Berufungsverfahren gegen ein Schiedsgerichtsurteil aus dem Jahr 2018 erhielt, was dem Kapitalmarkt per Ad-hoc-Meldung mitgeteilt wurde. Dabei ging es um ein Bauprojekt, das 2011 und 2012 in Hongkong ausgeführt wurde. Bauer musste dort eigenen Angaben zufolge einen erheblichen Mehraufwand leisten. Wegen des Urteils mussten die Verantwortlichen eine erhebliche negative Wertberichtigung in Höhe von etwa 40 Millionen Euro in der Bilanz vornehmen, was die Ergebniskennzahlen deutlich beeinflusst hat.

Der Auftragsbestand des Konzerns lag zum Jahresende 2019 mit 1027,6 Millionen Euro unverändert auf hohem Niveau und mit 1,4 Prozent leicht über dem bereits hohen Vorjahreswert von 1013,6 Millionen Euro. Obwohl sich die Märkte Bauer zufolge sehr volatil und deutlich schwieriger zeigten als 2018, sei es im Segment Bau gelungen, einige sehr große Aufträge zu gewinnen und den Auftragsbestand deutlich zu steigern. Im Maschinenbau lag der Auftragsbestand merklich unter dem Vorjahr. Im Segment Resources ging er gegenüber dem Vorjahr ebenfalls zurück.

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Bauer Gruppe für einige ihrer Firmen in Deutschland zum 1. April Kurzarbeit beantragt. Dies betrifft vor allem den Standort Schrobenhausen mit der Maschinenproduktion, aber teilweise auch den Baubetrieb und die Verwaltung. "Insgesamt sind die Auswirkungen des Coronavirus und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich und auch für uns nicht abschätzbar", teilte Michael Stomberg mit. "Wir müssen aber reagieren, da der Baubetrieb in vielen Ländern gestört ist, was ja auch für unsere Maschinenkunden gilt. Für uns hat die Beschäftigungssicherung obersten Stellenwert."

Die Zahlen im Detail: Das Segment Bau erzielte im Geschäftsjahr 2019 eine Gesamtkonzernleistung von 668,8 Millionen Euro, die mit 12,9 Prozent deutlich unter dem Vorjahr von 767,6 Millionen Euro lag. In Deutschland und Europa habe Bauer eigenen Angaben zufolge ein Wachstum verzeichnen können, das jedoch mit sehr unterschiedlich verlaufenden Einzelmärkten einherging. Schwierig sei das Jahr 2019 besonders im Fernen Osten und in Australien gewesen. Dort sei man besonders von fehlenden Aufträgen und Projektverschiebungen betroffen gewesen, teilte Stomberg mit.

Im Segment Maschinen lag die Gesamtkonzernleistung im vergangenen Geschäftsjahr mit 713,6 Millionen Euro um 1,3 Prozent leicht unterhalb des Vorjahres von 723,1 Millionen Euro. Die Gesamtkonzernleistung im Segment Resources lag mit 274,9 Millionen Euro um 5,1 Prozent über dem Vorjahreswert von 261,5 Millionen Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr 2020 erwartet der Konzern eine leichte Steigerung bei der Gesamtkonzernleistung, eine deutliche Steigerung des EBIT sowie eine deutliche Steigerung beim Ergebnis nach Steuern in den positiven Bereich. "Angesichts der guten Auftragslage sehen wir die Entwicklung zwar grundsätzlich positiv, unsere Erwartungen sind jedoch aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen viel vorsichtiger geworden", so Stomberg.

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