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Gesichert mit Beton

Neue Röhre für Bayerns ältesten Bahntunnel

Cemex, Tunnelbau

Die neuen Tunneleingänge wurden passend zu den benachbarten historischen Portalen in sandsteinfarbenem Beton hergestellt.

Erlangen/Bayreuth (ABZ). – Der 1844 eingeweihte Burgbergtunnel wird erweitert. Beim Bau der zusätzlichen Tunnelröhre setzt das Bauunternehmen Ed. Züblin AG aus Stuttgart 25 000 m³ Transportbeton von Cemex Deutschland ein. Östlich des bestehenden Tunnels lässt die DB Netz AG zurzeit eine zweite Röhre errichten, denn im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8.1 wird die Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg auf vier Gleise erweitert. Die Direktionen Tunnelbau und Stuttgart mit dem Bereich Ingenieur- und Infrastrukturbau der Ed. Züblin AG führen die Arbeiten am neuen Burgbergtunnel aus. Im Februar 2015 feierten die Projektbeteiligten den Tunnelanschlag.

Die 306 m lange neue Tunnelröhre wird zwischen dem Bahnhof Erlangen und dem Bahnhof Bubenreuth durch den Burgberg führen. Die maximale Überdeckung beträgt 38 m, der Tunnelquerschnitt rund 130 m². Die historischen Portale an beiden Einfahrten werden in Abstimmung mit dem Denkmalschutz in die Erweiterung einbezogen. Passend zu den vorhandenen Portalen aus Sandstein wurden die neuen Tunneleingänge in einem gelblich-beigen Farbton betoniert, der durch Zugabe von Flüssigfarbe erzielt wurde.

"Das gesamte Projekt umfasst die Belieferung von 25 000 m³ Beton", erklärt Sebastian Pink vom Key Account Management der Cemex Deutschland AG, die das Infrastrukturprojekt im Auftrag von Züblin mit Beton versorgt.

Die Mineure trieben die Tunnelröhre in bergmännischer Bauweise durch das teilweise lockere, von Hohlräumen durchzogene Sand- und Tongestein – eine anspruchsvolle Aufgabe. Der neue Tunnel durch den Burgberg ist als zweischaliges Bauwerk konzipiert. Wenn die Spezialisten von Züblin einen Abschnitt per Sprengung oder Bagger ausgebrochen und das Gestein abtransportiert hatten, sicherten sie den Hohlraum zunächst mit einer äußeren Tunnelschale aus Stahlgitterbögen, Ankern, Spießen und Spritzbeton. Der Vortrieb musste ohne Pause erfolgen, damit das entstehende Gebirgsgewölbe die Kräfte gleichmäßig aufnehmen konnte. Sebastian Pink: "Von Mitte Februar 2015 bis zum Tunneldurchstoß Ende Juni 2015 haben wir an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr Spritzbeton C25/30 mit 8 mm Größtkorn produziert. Er diente als Sicherungsbeton und verhinderte, dass Gestein in den neu geschaffenen Hohlraum stürzt.

Die besondere Herausforderung lag für uns darin, rund um die Uhr bereitzustehen und zu liefern – das geht nicht im Standardbetrieb." Die Mitarbeiter der Transportbetonwerke Erlangen und Forchheim stellten die Spritzbetonrezeptur mit einem Verzögerer auf eine Offenzeit von acht Stunden ein: Der Beton behielt seine flüssige Konsistenz während der Anfahrt der Fahrmischer zum Tunnelportal, der Übergabe an die Pumpe, der Förderung über Schlauchleitungen. Erst am Einbauort in der Spritzdüse wurde dem Beton ein zweites Zusatzmittel beigemischt – diesmal ein Beschleuniger: Wenn der Spritzbeton dann an der Tunnelwand aufschlug, blieb er haften und zeigte schon eine beachtliche Festigkeit.

Nach dem Abschluss des Tunnelvortriebs standen für die Cemex-Mitarbeiter verschiedene Fundamentbetone auf dem Programm und ab August 2015 die Belieferung der Tunnelinnenschale: In die äußere Schale zogen die Tunnelbauer eine zweite Röhre aus Stahlbeton von etwa 35 cm Dicke ein. Der Schalwagen verarbeitete über fünf Wochen hinweg jeden Tag im Schnitt 150 m³ Beton zu je 12,5 m langen Segmenten. Ende 2015 war der Betonbau fertig.

2017 wird der neue Burgbergtunnel zusammen mit der Bahnstrecke in Betrieb genommen – sie ergänzen das Werk bayerischer Pioniere aus dem 19. Jahrhundert. Zwischen 1843 und 1854 bauten die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen die "Ludwig-Nord-Süd-Bahn". Am 25. August 1844 wurde der Abschnitt Nürnberg–Bamberg eingeweiht, und mit ihm der Burgbergtunnel. Damit war er der erste Eisenbahntunnel Bayerns und ein Prestigeprojekt, anhand dessen die Ingenieure König Ludwigs I. ihr Können unter Beweis stellten.

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