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Glückstädter Sortierungen werden erhalten

Backsteine mit norddeutschem Charme

Henk van de Graaf, Vertriebsleiter Deutschland bei Vandersanden: "Im Rahmen unserer Übernahme der ZBW bewerten wir die Glückstädter Verblender als erhaltenswert und haben uns entschlossen, sie in das ohnehin schon abwechslungsreiche Vandersanden-Sortiment zu integrieren und weiterhin in Deutschland anzubieten. Besonders erwähnenswert sind hier die traditionellen Fleet- und Höger-Sortierungen."

Peine (ABZ). – Der berühmte Architekt Ludwig Mies van der Rohe sagte schon im ausgehenden 19. Jahrhundert: "Architektur beginnt, wenn zwei Backsteine sorgfältig zusammengesetzt werden." Diese geflügelten Worte könnten das Motto des belgischen Backsteinherstellers Vandersanden sein.

Denn die Profis für die nachhaltige Produktion von modernen und traditionellen Backsteinverblendern werden die Glückstädter Sortierungen der Ziegelei Blomesche Wildnis (ZBW) auch weiterhin produzieren. "Im Rahmen unserer Übernahme bewerten wir die Glückstädter Verblender als erhaltenswert und haben uns entschlossen, sie in das ohnehin schon abwechslungsreiche Vandersanden-Sortiment zu integrieren und weiterhin in Deutschland anzubieten", sagt Henk van de Graaf, Vertriebsleiter Deutschland bei Vandersanden. "Besonders erwähnenswert sind hier die traditionellen Fleet- und Höger-Sortierungen." Die beiden Baumeister, Architekten und Begründer des sogenannten Backsteinexpressionismus, Fritz Höger und Fritz Schumacher, entwarfen diese Sortierungen und prägten damit den typisch norddeutschen Architekturstil.

Aber nicht nur die Höger- und Fleet-Sortierungen sollen kreativen Architekten erhalten bleiben. Nach der Übernahme der Ziegelei Blomesche Wildnis im Herbst 2019 produziert Vandersanden die fünf klassischen Strangpressverblender der ZBW weiter, nämlich drei durch Salz- und Kohlebrand veredelte Ziegel. Denn diese Fertigungsmechanismen sorgen auch für besonders attraktive Farben und interessante Strukturen. Und eben die Höger- und Fleet-Sortierung. Auch fünf weitere Wasserstrich-verblender fertigen die Belgier nach wie vor in Glückstadt.

Die Höger- und Fleet-Sortierung: lebendige, glänzende und reliefierte Verblender für traditionsbewusstes Bauen? Das Markenzeichen der Fleet- und Höger-Sortierungen ist, dass sie durch die besondere Fertigungsweise eine sehr lebendige, reliefierte Struktur haben. Außerdem glänzen die beiden Strangpressverblender auf ihre ganz eigene unnachahmliche Weise. Das gibt der verklinkerten Gebäudehülle ihren unwiderstehlichen, charakteristischen Charme und verleiht ihr die typisch deutsche Gemütlichkeit, so die Aussage des Herstellers. Höger-Steine zeichnen sich durch ihre dunklere Farbe aus. Die Fleet-Sortierung, benannt nach den Fleeten in Hamburg, Bremen und natürlich in Glückstadt, ist in einem tiefen, markanten Rotton gehalten. Vandersanden bietet seinen Kunden sogar noch einen höheren Individualisierungsgrad an: Durch Zugabe von natürlichen Rohmaterialien wie Kohle und Torf oder leichte Anpassung der Parameter beim Brennvorgang lassen sich einzigartige Variationen der Ziegelverblender erschaffen. Die beiden Traditionssortierungen werden im Strangpressverfahren hergestellt, was die typischen Oberflächenstrukturen der Verblender erzeugt. Die Ziegel lagern dann drei Tage lang in Trockenkammern, bevor sie in der Brennkammer des Ziegelofens bei 1200 °C gebrannt werden.

Den Marschenton für die Ziegel baut Vandersanden übrigens nach wie vor traditionell in unmittelbarer Nähe des Werks, in der angrenzenden Gemeinde Elskop, ab. Der hier abgebaute Marschenton gilt als sehr fett und gewährleistet dadurch eine besonders hohe Qualität der Verblendziegel.

Ziegel aus Glückstadt? Die Ziegelei Blomesche Wildnis ist das letzte verbliebene Ziegelwerk in Norddeutschland. Vandersanden produziert seine Klinker, Verblendziegel und Riemchen nach der Übernahme der ZBW weiterhin in den klassischen Strangpress- und Wasserstrichverfahren. Das Strangpressverfahren für Ziegel ist ein modernes Produktionsverfahren, das glatte, gleichförmige Steine kreiert. Diese moderne Produktion von Strangpressverblendern ist an das traditionelle Handstrichverfahren angelehnt. Das Wasserstrichverfahren hingegen sorgt für Variationen bei Ziegeloberfläche und -kante der einzelnen Verblender, für maximale Individualität und einen natürlichen Charakter. Denn das Verhalten des Wassers als Trennmittel von Ton und Ziegelform lässt sich im Voraus nicht kalkulieren. Somit wird jeder Stein ein echtes Unikat, verspricht Vandersanden. Und steht damit besonders bei Architekten hoch im Kurs, wie der enorme Einsatz der Ziegel aus Glückstadt, beispielsweise in der Hamburger Hafen-City, beweist.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 37/2020.

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