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Glückstein-Quartier

Anspruchsvolle Gebäudestrukturen werden in Mannheim umgesetzt

Aus der Vogelperspektive: Eine Luftaufnahme des SV-Büro- und Wohnensembles zeigt den Neubau, der in der Glücksteinallee 25 bis 35 entsteht. Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2020 geplant.

Mannheim (ABZ). – Es gilt den Verantwortlichen zufolge aktuell als eines der wichtigsten Stadtentwicklungsgebiete von Mannheim – das Glückstein-Quartier. Direkt am ICE-Hauptbahnhof entstehen unterschiedliche Gebäudekomplexe, die vor allem junge Unternehmen und neue, qualifizierte Arbeitskräfte und Bewohner anziehen sollen. Für die Dämmung mehrerer Dachflächen setzten die Verantwortlichen auf Material von Jackon Insulation.

Das neue Areal wurde auf einer ehemaligen Industriebrache der Deutschen Bahn realisiert und erweitert nun den Stadtteil Lindenhof. Weitläufige Erholungsgebiete und eine gute städtischen Infrastruktur machen das Gebiet in Mannheim sehr beliebt, heißt es. Auch mit der Nähe zu Bahnhof, Universität, Hochschulen und dem Gründerzentrum Mafinex könne das Quartier punkten.

Die Mannheimer Diringer & Scheidel Unternehmensgruppe entwickelte und plante das Ganze mit dem Architekturpartner Sacker Architekten Freiburg. Gemeinsam realisierten sie herausfordernde Büroflächen, Wohnungen und Gebäudestrukturen. Darunter beispielsweise das Gebäudeensemble der SV SparkassenVersicherung, das mit einem auffallenden Büroturm versehen wurde. Der Komplex in der Glücksteinallee 25 bis 35 besteht aus zwei separaten L-förmigen Gebäuden mit einem begrünten Innenhof. Umgesetzt wurden rund 16 800 m² Bürofläche und ein siebengeschossiges Wohngebäude mit 77 Wohnungen.

Solch hohe Gebäude unterliegen der Hochhausrichtlinie und müssen besondere Brandschutzanforderungen erfüllen. Dazu setzten die Verantwortlichen im Bürogebäude unter anderem ein innenliegendes Sicherheitstreppenhaus und vier Treppenkerne um. Nicht nur der Brandschutz sei ein wichtiges Thema gewesen, auch die Dachgestaltung wollte wohlüberlegt sein, denn in der Regel werden Gebäude dieser Höhe als konventionelle Flachdächer ausgeführt, teilten die Ausführenden mit.

Das wasserableitende Dachvlies unterstützt die Dachentwässerung bereits auf der Dämmstoff-Ebene.

Im Zuge der technischen Bearbeitung regte der Projektleiter von D&S – Dach & Fassade an, statt eines Warmdaches auf ein Umkehrdach zu setzen. Dadurch sinke das Risiko, dass Schäden durch Folgegewerke entstehen. Doch die Ausführung des Umkehrdaches galt als Vertragsabweichung und musste im Vorhinein mit der SparkassenVersicherung abgestimmt und vertraglich festgehalten werden. Anschließend suchten die Projektverantwortlichen nach einer Dämmstofflösung, welche die folgenden Parameter erfüllen konnte: Mit der Materialdicke mussten die Anschlusshöhen eingehalten werden können, auch Wärmeleitfähigkeit- und Brandschutzeigenschaften mussten passen. Zudem sollte der Dämmstof in Gold DGNB-zertifiziert sein. Entsprechend sei die Wahl auf einen Dämmstoff von Jackon Insulation gefallen. Mithilfe von Jackodur-"Plus" sei es kein Problem gewesen, die geforderten Rahmenbedingungen einzuhalten, teilten die Ausführenden mit.

Die Jackodur-Dämmung weist einen Lambdawert von ?D = 0,027 W/(m·K) aus. Das mache das "Plus"-System zu einem nachhaltigen und schlanken Wärmeschutz für das Dach. Geringe Aufbauhöhen bei hoher Dämmleistung und eine zeitsparende einlagige Verlegung des Dämmstoffes würden deutlich für das Umkehrdach mit Jackodur-"Plus" sprechen, teilt der Hersteller mit. Auf diese Weise ließen sich bereits beim Materialtransport wertvolle Ressourcen einsparen, denn es werde im Vergleich zu anderen Dämmstoffen deutlich weniger Material benötigt, erläuterte Mani Pentschew. Sie ist die Leiterin des Planer- und Objektservices bei Jackon Insulation und hat das Projekt begleitet.

Die Ausführenden nutzten das Jackodur-"Plus"-System mit 200 mm Dämmstoffdicke und einer Druckfestigkeit von 300 kPa. Zudem kombinierten sie es mit dem Jackodur-"Dachvlies WA". Rund 2500 m² Dachflächen wurden auf den sukzessiv entstehenden Gebäuden gedämmt, anschließend bekiest und mit Betonplattenbelägen ausgeführt. Die Kiesschicht mit Plattenbelägen ist multifunktional. Laut Hersteller schütze sie die Wärmedämmung vor UV-Strahlung, verhindere ein Aufschwimmen bei starkem Niederschlag, schütze vor Flugfeuer und fungiere als Windsogsicherung. Die Fertigstellung des Bauprojektes in der Glücksteinallee 25 bis 35 ist laut Aussage der Projektverantwortlichen für das dritte Quartal 2020 geplant.

Hohe Dämmleistungen sind ein wichtiger Faktor, denn in ökologischer Hinsicht setze Mannheim im Glückstein-Quartier auf sehr deutliche Zeichen. So sind die Klimaschutz-Ziele der Stadt erstmals für ein ganzes Gebiet verpflichtend.

Laut Aussage der Verantwortlichen zählt dazu etwa, dass für alle Neubauten ein Klimastandard vorgeschrieben ist, der über das gängige Maß hinausgeht. Das bedeutet, dass der Energieverbrauch der Gebäude unter den aktuell gültigen Grenzwerten der Energieeinsparverordnung liegen wird.

Darüber hinaus werde das Quartier mit Fernwärme versorgt. Durch die hohen Wärmedämmstandards der neuen Gebäude sei eine Wärmezufuhr auf niedrigem Temperaturniveau ausreichend. Das wiederum verringere die CO2-Emissionen deutlich. Der Bürokomplex der SV SparkassenVersicherung ist mit "LEED Gold" vorzertifiziert, die DGNB-Zertifizierung in Gold werde angestrebt. Das Wohngebäude sei zudem als KFW-70-Effizienzhaus ausgelegt.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 49/2021.

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