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Grazer Deklaration für Klimaschutz im Baubereich

Verbindliche Werte gefordert

Das SBE19-Konferenzkomitee, bestehend aus (v. l.) Thomas Lützkendorf (KIT), Guillaume Habert (ETH Zürich), Michael Monsberger (Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft der TU Graz), Helga Kromp-Kolb (BOKU) und Alexander Passer (Arbeitsgruppe Nachhaltiges Bauen der TU Graz), lancierte die Grazer Deklaration für Umweltschutz im Baubereich.

Graz (ABZ). – In der Abschlusserklärung zur Sustainable Built Environment D-A-CH Conference 2019 in Graz haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die verbindliche Einführung konkreter Ziel- und Planungswerte zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus von Gebäuden gefordert. Gleichzeitig sicherten sie den Verantwortlichen aus Wirtschaft und Politik ihre Mitwirkung zu: durch die Entwicklung geeigneter methodischer Grundlagen, praxisgerechter Planungs- und Bewertungshilfsmittel sowie klimaschonender baulicher Lösungen. Die "Grazer Deklaration für Klimaschutz im Baubereich" wurde in den letzten drei Tagen im Rahmen der Sustain-able Built Environment D-A-CH Conference 2019 an der TU Graz (SBE19) von rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus mehr als 30 Ländern erarbeitet, diskutiert und verabschiedet. Ausgangspunkt ist der vergleichsweise hohe Anteil des Bausektors an der Ressourceninanspruchnahme und Umweltbelastung: Gebäude sind für 40 Prozent des Energieverbrauchs und 35 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Diese Werte erhöhen sich noch durch die Herstellung benötigter Bauprodukte. Die Grazer Deklaration fordert entschlossenes Handeln zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen ein. Insbesondere erinnert sie die Politik an ihre Rolle, für den Umweltschutz verbindliche und technologieoffene Anforderungen zu formulieren. Diese Anforderungen müssen sich unter anderem bei konkreten Planungsaufgaben anwenden und umsetzen lassen, so die Forschenden. Ein formuliertes Ziel ist die Einführung von Budgets (vergleichbar einem Kostenrahmen) für die Treibhausgase im Lebenszyklus.

Die Deklaration weist darüber hinaus auf den Bedarf an Förderprogrammen hin, die Maßnahmen zur Einsparung von Treibhausgasen honorieren sollen. Zielführend sei zudem auch eine angemessene infrastrukturelle und personelle Ausstattung der Bauforschung. Ergänzt wird die Deklaration durch Handlungsempfehlungen an die Immobilien- und Finanzwirtschaft sowie durch eine Selbstverpflichtung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie wollen mit ihrer Arbeit die Politik, die Wirtschaft und die Industrie beim Erreichen der Ziele unterstützen.

Die SBE19 Graz – die Europäische Konferenz zu Themen der Nachhaltigkeit im Bau- und Immobilienbereich sowie der nachhaltigen Quartiers- und Stadtentwicklung – fand von 11. bis 14. September an der TU Graz statt. Sie wurde erstmals im D-A-CH-Format von der TU Graz gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), dem Karlsruher Institut für Technologie und der ETH Zürich organisiert und durchgeführt und ist Teil einer Reihe, die der Vorbereitung zur Weltkonferenz WSBE20 zum nachhaltigen Bauen in Göteborg dient.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz diskutierten in dieser Woche, wie beim Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden die Emissionen von Treibhausgasen reduziert, natürliche Ressourcen geschont und Risiken für die Gesundheit und die lokale Umwelt vermieden werden können. Alle Vortragenden aus Industrie und Wissenschaft waren sich einig, dass das Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele Voraussetzung für die Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen und Basis für die weitere gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung ist. Ein zentraler Aspekt ist die Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 1,5 Grad Celsius. Dieses allgemein anerkannte Ziel müsse in den Arbeits- und Verantwortungsbereich der am Bau Beteiligten übersetzt werden. Benötigt werden konkrete Anforderungen und Zielwerte für Produktinnovation, Gebäudeplanung und Stadtentwicklung.

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