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Green Code System und seine Bauelemente

Nachhaltiges Bauen mit Betonfertigteilen

CONCRETE Rudolph, Betonfertigteile

Einfamilienhaus aus Green Code Bauelementen – Thermowänden und Klimadecken.

Weiler-Simmerberg (ABZ).  – Beton ist ein sehr vielseitiger Werkstoff und sein Potenzialist noch längst nicht ausgereizt. Durch immer modernere Produktionsbedingungen in Fertigteilwerken können auch immer komplexere technische Lösungen realisiert werden. Um diese Möglichkeiten auf breiter Basis auszuschöpfen, haben sich einige führende Betonfertigteil-Hersteller zusammen mit der Concrete Rudolph GmbH aus Weiler-Simmerberg zu der Entwicklungsinitiative Green Code zusammengefunden. Gemeinsam entwickelten sie ein System von Bauelementen, das optimal aufeinander abgestimmt ist und viele Elemente der Haustechnik bereits bei der Vorfertigung in die Wände und Decken integriert. So entstehen Bauelemente, die laut einer Pressemitteilung des Zusammenschlusses eine besonders hohe Energieeffizienz und ein behagliches Raumklima erzielen.

Durch die Vorfertigung können viele Arbeitsschritte, die üblicherweise auf der Baustelle stattfinden, unter kontrollierten Bedingungen im Werk erfolgen. Das beschleunigt nicht nur den Ablauf, sondern wirkt sich auch direkt auf die Qualität der Ausführung aus: Die liegende Produktion auf geschliffenen Stahlpaletten und ein mehrfaches Verdichtungsverfahren erzielen eine wesentlich höhere Oberflächengüte als die Betonage vor Ort. Auch das Aushärten erfolgt in Klimakammern unter optimalen Bedingungen – unabhängig von der Witterung. Darüber hinaus können Elemente der Haustechnik direkt in die Wände und Decken integriert oder durch Leerrohre auf die Installation vorbereitet werden. Das garantiert eine präzise Ausführung und erspart den übrigen Gewerken auf der Baustelle das Schlitze klopfen, da bereits alle Leitungen und Anschlüsse geplant und vorbereitet sind. Green Code Bauelemente schöpfen diese Möglichkeiten aus und integrieren auch Dämmkörper, Rohrregister und Schallabsorber direkt in die Wände und Decken. Für behagliche Temperaturen sorgt die so genannte Green Code Klimadecke, die bei der Vorfertigung mit Rohrregistern zur Heizung und Kühlung ausgestattet wird. Ihre Reaktionszeit ist ausgesprochen kurz, denn die Rohrregister liegen nahe an der Oberfläche und sind durch Dämmkörper vom übrigen Deckenquerschnitt getrennt. Dadurch wird die Energie optimal nach unten gerichtet. Und weil die gesamte Deckenfläche zum Heizen und Kühlen zur Verfügung steht, genügen für den effektiven Betrieb bereits geringe Temperaturunterschiede zwischen Raum und Decke. So wird nur wenig Energie benötigt, um die Vorlauftemperatur des Wassers zu halten und das macht die Klimadecke besonders geeignet für regenerative Energiegewinnung, z.B. mit solarthermischen Anlagen.

Im Heizbetrieb arbeitet die Decke fast ausschließlich mit Wärmestrahlung: Statt der Luft temperiert sie die Oberflächen direkt, was Heizenergie spart und den Energieverlust beim Lüften minimiert. Zudem vermeidet der nahezu konvektionsfreie Betrieb das Zirkulieren der Luft und damit verbundene Begleiterscheinungen wie den Kaltluftabfall an den Wänden oder das Aufwirbeln des Hausstaubs in die Atemluft. Im Kühlbetrieb wird kaltes Wasser durch die Klimadecke geleitet und somit ihre Temperatur leicht gesenkt. Die Wärmestrahlung aus dem Raum überträgt sich auf die Decke und wird kontinuierlich mit dem Wasser abgeführt. Der Raum kühlt sich ab – leise und ohne die kalte Zugluft einer Klimaanlage.

CONCRETE Rudolph, Betonfertigteile

Green Code Klimadecken mit integrierten Rohrregistern und thermischer Trennung heizen und kühlen besonders effizient.

Zur Optimierung der Raumakustik kommen hocheffektive Schallabsorber aus dem Blähglasgranulat Reapor zum Einsatz, die in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut in München entwickelt wurden. Die Anzahl und Anordnung dieser Schallabsorber wird individuell auf jeden Raum abgestimmt: Green Code arbeitet eng mit Akustik-Ingenieuren zusammen, um die Hörsamkeit der Räume zu planen und zu optimieren. Dieser Planung entsprechend werden bei der Vorfertigung Reapor-Streifen in die Oberflächen der Betondecken eingelassen, um einen genau berechneten Anteil des Schalls zu absorbieren.

Der Deckenaufbau muss nicht erhöht werden und die oberflächenbündigen Schallabsorber stören auch nicht das angedachte Erscheinungsbild, wie das z. B. bei nachträglich angebrachten Akustiksegeln der Fall wäre. Zudem lassen sich die Reapor-Streifen auch in Green Code-Klimadecken integrieren, ohne die Heiz- und Kühlleistung zu beeinträchtigen. Für eine einheitlich weiße Deckenoberfläche kann abschließend der Green Code-Akustikspachtel aufgetragen werden, der den Schall bis zu den Schallabsorbern durchdringen lässt. Green Code Thermowände bilden die Gebäudehülle: Die Dämmung dieser Wände wird bei der Vorfertigung zwischen zwei Betonschalen in die Wand integriert. Die Betonscheiben dienen als verlorene Schalung und werden nach der Montage mit Ortbeton verfüllt. Das verbindet die Wände untereinander luftdicht zu einem monolithischen Bauteil und verbessert ihre Statik. Die fertigen Wände bieten nach innen und außen schalungsglatte Oberflächen und somit beste Voraussetzungen für die Veredelung zu Sichtbeton. Das Dämm-Material ist im Betonkern vor Feuer, Witterung und Vandalismus geschützt. So erhält es sich auch nach Jahren seine ursprünglichen U-Werte bis hin zum Passivhausstandard.

Menschen sollen sich in Gebäuden wohlfühlen. Sie sollen darin gesund und nachhaltig leben können: Mit behaglichen Temperaturen über das gesamte Jahr. Mit frischer, staubfreier Atemluft. Ohne akustischen Stress durch Lärm und Hall. Ökologisch sinnvoll und mit niedrigen Energiekosten. Jede der Green Code-Komponenten leistet hierfür einen wichtigen Beitrag. Zusammen erfüllen sie Architektur mit Wohlfühlklima.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 08/2018.

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