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Größer und umweltbewusster

Chinas Flughafenbau boomt

Von Rainer G.P. Dumpff

Großbauprojekte

Flughafen Guangzhou: größter internationaler Hub im Süden Chinas.

Bei den aktuellen Steigerungsraten der Passagierzahlen und Flugbewegungen verwundert es nicht, wenn in einem rasanten Tempo am Ausbau der Flughäfen gearbeitet wird.

Beijing. – Es ist eine bequeme und schnelle Verbindung, mit Hainan-Airlines von Berlin nach Peking zu fliegen. Die Hainan Holding ist heute zweitgrößter Spieler in der Chinesischen Luftfahrt und hat den Flughafen Hahn bei Frankfurt gekauft. Allerdings sollte man es tunlichst vermeiden, drei Tage vor dem chinesischen Neujahrsfest, das in diesem Jahr am 28. Januar gefeiert wurde, oder überhaupt zu Feiertagen in Peking auf dem International Airport anzukommen und umzusteigen. Das chinesische Neujahrsfest kommt einer jährlichen Völkerwanderung gleich. Mehr als 1,5 Mrd. Einzelreisen in privaten und öffentlichen Verkehrsmitteln werden Jahr für Jahr registriert, wenn sich Millionen Chinesen zum Neujahr auf den Weg in ihre Heimat machen. Der Flugverkehr ist davon nicht ausgenommen. Rekordverdächtige Schlangen – nicht nur auf den Verbindungslaufbändern von Terminal 2 zum Terminal 1, sondern auch in den Abfertigungsbereichen und Sicherheitszonen. Mit steigendem Wohlstand ist es verständlich, dass auch der Inlandflugverkehr in China wächst. In der Woche vor dem Neujahrsfest wurden in diesem Jahr auf 80 000 Inlandflügen 9,84 Mio. Passagiere befördert. Das sind 11,9 % mehr Passagiere als im Vorjahr. Die Auslastung aller Flüge lag bei 84,2 %. Die Civil Aviation Administration of China (CAAC) veröffentlichte Zahlen, die den Zeitraum von 40 Tagen zu den Frühjahrsfeierlichkeiten abdecken. In dieser Periode nutzen 50,04 Mio. Chinesen den Flieger. Eine Steigerung gegenüber 2016 von 9,5 %. Dafür waren 552 000 Start- und Landungen erforderlich. An Spitzentagen stieg die Anzahl von Passagieren auf 1,59 Mio. – eine Herausforderung, nicht nur für die Fluggesellschaften, sondern vor allen Dingen für die Flughafenbetreiber. Im Jahr 2016 hatten die chinesischen Flughäfen 3895 Mio. Flüge zu verkraften.

Im Jahr 2008 wurde bereits im Transportministerium das Konzept für ein landesweites Flughafennetzwerk weiter aktualisiert. Dabei wurde im 12. und 13. (2016 bis 2020) Fünfjahresplan auch die Modernisierung älterer Flughäfen eingeplant. Parallel zur Entwicklung der zivilen Luftfahrt wurde bis heute mit 22 000 km das Hochgeschwindigkeitsnetzwerk der Chinesischen Eisenbahnen zum Längsten der Welt ausgebaut. Ende 2016 gab es in China 203 Flughäfen für den zivilen Flugverkehr. Bis zum Jahr 2020 soll die Zahl der Flughäfen auf 260 steigen mit 13 Mio. Flugbewegungen jährlich und etwa 720 Mio. Passagieren. Parallel zu dieser Entwicklung sollen 500 GA-Flughäfen für die allgemeine Luftfahrt gebaut werden und der Bestand von GA-Flugzeugen auf 5000 steigen. Das bedeutet einen anhaltenden Bau von zehn bis 15 regionalen Flughäfen pro Jahr. Es sollen sechs Flughafencluster im Norden, Zentral- und Süd-China entstehen. Die Flughäfen in Peking, Shanghai und Guangzhou sollen weiter zu internationalen Hubs mit einer eigenen Note und Vorzügen einer "Airportcity" und damit zum Vorbild in der Welt werden.

Auch in China hat man erkannt, dass Energieeffizienz auf Flughäfen nicht nur den CO2-Ausstoß vermindert, sondern damit auch die Betriebskosten gesenkt werden können. Im aktuellen Fünfjahresplan ist daher eine Reduzierung des Energieverbrauchs bis 2030 um 30 % festgeschrieben. Der aktuelle Fünfjahresplan sieht eine Senkung des CO2-Ausstoßes um 4 % vor. Damit wird auch der "Grüne-Flughafen" als umweltfreundlicher Verkehrsknotenpunkt in den Mittelpunkt intelligenter Planung gerückt.

Der anhaltende Bau von zehn bis 15 regionalen Flughäfen pro Jahr und Planung einer großen Anzahl von General-Aviation- und Business-Flughäfen in den nächsten 15 Jahren schaffen ein weiteres Szenario, das es heute besonders interessant ist, um das Segment Flughafenentwicklung und Umgestaltung nicht nur im Auge zu behalten, sondern sich aktiv in das Geschehen einzuklinken. Der chinesische Markt ist für innovative Produkte, Dienstleistungen und spannende Architektur in der aktuellen globalen Wirtschaftsentwicklung wichtiger denn je. Nicht in den chinesischen Markt zu gehen, bedeutet auch nicht am Bauboom der Flughafenentwicklung im Reich der Mitte teilzuhaben. Von deutschen Unternehmern ist nur zu oft zu hören, man habe Bedenken, dass jemand sie in Zukunft kopieren könnte. Ein Standpunkt, der respektiert werden muss, jedoch nicht hilft, in einem immensen Wachstumsmarkt aktiv dabei zu sein.

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