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Größere Krane haben Nachsehen

Fundament für Windkraftanlagen mithilfe von Rough-Terrain-Kranen hergestellt

Bei einem Projekt dieses Ausmaßes setzt IEA eine ganze Flotte von Rough-Terrain-Kranen ein, um die Lkw zu entladen und die Stahlteile an Ort und Stelle zu heben.

Neligh/US (ABZ). – Beim Aufbau von Windkraftanlagen sind Gittermast-Raupenkrane nicht ohne Grund die eigentlichen Stars. Mit ihrer Spezialausstattung für Windturbinen, extralangen Auslegern und enormen Gegengewichten fallen sie bei diesen Projekten, wo sie bis zu 300 t schwere Turbinen-Bauteile heben, als erstes ins Auge. Aber wie bei allen Starauftritten ist hinter den Kulissen viel Arbeit zu bewältigen, bevor es an das Aufstellen der Windkraftanlage gehen kann – und diese Arbeiten übernehmen die robusten und vielseitig einsetzbaren Rough-Terrain-Krane. Obgleich diese Arbeiten keine Lorbeeren ernten – und von der Öffentlichkeit kaum beachtet werden – müssen sie schnell, effizient und termingerecht ausgeführt werden, bevor die eigentliche "Show" beginnen kann. Die Bühne für das auf Windkraftanlagen spezialisierte Unternehmen IEA Constructors Inc. aus Indianapolis ist diesmal das aus 81 Windrädern bestehende Upstream Wind Energy Center nördlich von Neligh, im US-Bundesstaat Nebraska. Die 2,5-MW-Turbinen von General Electric werden insgesamt 202,5 MW Energie erzeugen, die in das Stromnetz für die Haushalte in Neligh und vielen der umliegenden Gemeinden gespeist werden soll.

Bevor jedoch das erste der knapp 57 m langen Rotorblätter auch nur eine Umdrehung vollführen kann, stehen die Untergrundvorbereitung sowie der Beton- und Stahlbau des Sockelfundaments an. Für Roger Galloway, Leiter der Rüstteams, und Mike Hedrick, Kranbediener bei IEA, bedeutet das den Dauereinsatz ihrer Rough-Terrain-Krane, um die Armierung und Stahlkörbe vor dem Gießen des Betons in Position zu bringen. Das Ergebnis dieser Arbeiten bildet das Fundament der Windkraftanlagen, das diese massiven Konstruktionen am Boden verankert und den immensen Kräften durch Wind und Rotorblattdrehung standhalten muss.

Bei einem Projekt dieses Ausmaßes setzt IEAr eine ganze Flotte von Rough-Terrain-Kranen ein, um die Lkw zu entladen und die Stahlteile an Ort und Stelle zu heben. Nachdem er mit allen Modellen vor Ort gearbeitet hatte, bemerkte der 30-jährige Kranbediener Mike Hedrick sofort einen Unterschied in puncto Tragfähigkeit und Leistung am neuen 100-US-Tonne (90 t) Terex RT 100US, der vom Terex Cranes Vertriebspartner, RTL Equipment aus Grimes im Bundesstaat Iowa angemietet war. Dieser Unterschied machte Hedrick schnell zum Fan des neuen Konzepts. Für den Bau des Turbinensockels sind eine umfangreiche Planung und die genaue Koordinierung des Teiletransports erforderlich. IEA hebt zunächst eine Fläche von rd. 28 m im Ø aus: Der Untergrund, auf dem der Kran arbeitet muss stabilisiert werden, um das Gewicht des Krans und seine Ladung sicher zu tragen. "Der RT 100US hat eine eher kleine Aufstellfläche, das heißt wir haben weniger Arbeit mit dem Untergrund und sparen Geld bei der Baustelleneinrichtung", erklärt Galloway.

Angesichts eines engen sechsstündigen Zeitfensters für die Bewehrungsmontage verwendet Hedrick den RT 100US Kran, um die Armierungs-Stahlmatten zu platzieren, die jeweils bis zu 3,2 t auf die Waage bringen. "Ein üblicher Sockelbau erfordert ungefähr 25 bis 30 Hübe, um das Material einzusetzen", führt er aus. "Mit dem Terex Kran kann ich die Armierung effizient platzieren und den Ausleger von 12 bis 30 m verstellen, je nachdem, wo die Matten gebraucht werden."

Die primäre Verstärkungskomponente des Sockels besteht aus einem 5,9 t schweren Bolzenkäfig, der in der Mitte der Armierung positioniert und mit Beton gefüllt wird. Während die Steuerungselemente des Krans Hedrick eine schnelle Platzierung der Matten ermöglichen, bietet ihm das neuerdings im RT 100US integrierte Demag IC-1 Steuerungssystem die Möglichkeit, den Hydraulikdurchfluss zu reduzieren und die Geschwindigkeit der Schwenkfunktion per Einstellrad zu justieren, um eine noch präzisere Positionierung des schweren Bolzenkäfigs zu erreichen.

"Die Kombination der Marken Terex und Demag erlaubt es uns, die technologischen Innovationen von Demag im RT 100US gewinnbringend zu nutzen", erläutert Bryce Meier, Regional Business Manager bei Terex Cranes. "Das IC-1 Steuerungssystem wurde speziell für die Bedienerfreundlichkeit im Rough-Terrain-Kranmarkt konzipiert." Hedrick betont, dass ihm dieses neue System die Eingewöhnung an die Kranbedienung deutlich vereinfacht hat. Zur Platzierung des 5,9 t schweren Bolzenkäfigs hat er 31,7 m Hauptauslegerlänge auf einer Ausladung von 21,9 m verwendet. "Wir hatten zunächst versucht, einen Kran der 130-US-Tonnen-Tragfähigkeitsklasse (120 t) zur Positionierung des Käfigs einzusetzen, aber der RT 100US erwies sich als die bessere Wahl", berichtet Galloway. Nach der Platzierung der Sockelarmierung wenden sich die Kranbediener von IEA dem nächsten Turbinenstandort zu und wiederholen dort die Prozedur. Das Unternehmen hat für den Bau der Sockel, vier Rough-Terrain-Krane mit Bedienern vor Ort und teilt die Aufgaben normalerweise in das Einheben der Armierung und die Abschlussarbeiten nach Aushärten des Betons auf. Gelegentlich wird jedoch ein für die Armierung zuständiger Kran zurückbeordert, um den Turmsockel fertigzustellen. Das bedeutet zuweilen die Fahrt über eine größere Strecke, um zu einem anderen Turm zurückzukehren. "Das Design des neuen RT100US Krans hat kein Gramm zu viel an Bord und er lässt sich voll gerüstet problemlos von A nach B fahren", lobt Galloway. 10 Min. nach Erreichen eines Turbinenstandorts ist er wieder vollständig einsatzbereit.

Hedrick berichtet, dass er den Kran schon mehrere Meilen gefahren hat, um für Abschlussarbeiten zu einem Sockelfundament zurückzukehren. "Mit dem Automatikgetriebe erreicht der Kran Geschwindigkeiten von fast 20 Meilen pro Stunde (32,2 km/h), sodass er sich schnell zwischen den Standorten der Windräder bewegen lässt", erklärt er. "Wenn ich zusätzliches Drehmoment benötige, kann ich außerdem schnell in den manuellen Fahrmodus umschalten, um durch Schlamm oder schwieriges Gelände zu fahren."

An einer Baustelle wie dieser mit mehreren Kranfahrern muss jeder von ihnen gelegentlich den RT 100US bedienen. Das neue IC-1 Steuerungssystem bietet eine zusätzliche Funktion, mit der die IEA-Mitarbeiter Zeit sparen. "Das Steuerungssystem erlaubt die Voreinstellung von bis zu drei unterschiedlichen Bedienerprofilen, sodass die Vorlieben schnell wiederhergestellt sind", erläutert Meier.

Durch die vielen im neuen RT 100US integrierten konstruktiven Verbesserungen hat sich der Kran für Mike Hedrick am Upstream Wind Energy Center rundum bewährt. "Das ist ein wirklich robuster Kran, der eine großartige Traglasttabelle bei vergrößerter Auslegerlänge und Ausladung bietet", lobt er. Galloway fügt hinzu: "Hut ab vor den Ingenieuren, die auf das Kundenfeedback gehört und diese Neuerungen realisiert haben. Dieses Projekt bot vermutlich die schwierigsten Konfigurations- und Einsatzbedingungen, denen der Kran je gegenüberstehen wird, und er hat sie mit Bravour gemeistert."

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 20/2019.

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