Größter Brechertyp von Gipo im Einsatz

Hartsteingewinnung im Steinbruch Rüti NW

GIPO Gewinnung
Das Abbaukonzept beruht auf lokalen Gesteinssprengungen auf einer Größe von max. 1 x 1,3 m Kantenlänge und der Zerkleinerung auf einer raupenmobilen Backenbrecheranlage "GipoBAC B 1410". Foto: Gipo

Seedorf (ABZ). – Aus den Abbaugebieten um das Rotzloch bei Stansstad/Ennetmoos am Vierwaldstättersee werden seit Generationen hochwertige Gesteinsbaustoffe gewonnen. Das Werk Stansstad der Müller-Steinag Gruppe produziert daraus die für die Landesversorgung wichtigen Hartsteinprodukte Bahnschotter, Splitt und Brechsand. Die Produkte werden über die Verkaufsgesellschaft Müller Steinag Baustoff AG vertrieben. Als Hauptmaschine im Steinbruch Rüti befindet sich ein Raupenmobiler Backenbrecher "GipoBAC B 1410 FDR" im Einsatz. Die Kenndaten der Abbaustelle zeigen ein abbaubares Volumen von 3,4Mio. m³ an Fels auf. Die Jahresmenge beträgt 100.000 m³. Der ganze Abbau ist in fünf Etappen unterteilt. Die Erschließung erfolgt durch einen unterirdischen Förderbandstollen und einen 100 m hohen Vertikalschacht. Nach Abbau-Ende hat eine Rekultivierung mit Nachnutzung zu erfolgen, welche teilweise bepflanzte Felswände, Pionierflächen, Wald- und Wiesland sowie Anschüttungen unter Verwendung des vorhandenen Abraummaterials vorsieht.

Der Steinbruch Rüti ist vor zehn Jahren als Ersatzabbau für den 2008 stillgelegten Steinbruch im Rotzloch erschlossen worden. Damit kann die Versorgung des Werks Stansstad mit Hartgesteinsmaterial für die nächsten drei Jahrzehnte gesichert werden. Das Abbaukonzept beruht auf lokalen Gesteinssprengungen und der Zerkleinerung auf einer raupenmobilen Backenbrecheranlage "GipoBAC B 1410". Für den Transport in die Produktionsanlagen im Betriebsareal Rotzloch sind ein Vertikalschacht sowie ein Erschließungstunnel von 912 m Länge mit Förderbandanlage errichtet worden. Dabei wird der Schacht durch einen Pneulader mit vorgebrochenem Material kontinuierlich gefüllt. Am unteren Ende des Schachts wird das Material in einer Kaverne auf das Förderband aufgegeben. Seit 2013 steht im Rotzloch eine neue Splitt-Veredelungsanlage für Aufgabematerial 0 bis 22 mm in Betrieb. Diese setzt sich aus Vertikalbrecher, Ellipsensiebmaschine, Sandfang und Zyklonanlage zusammen. Die Durchsatzleistungen betragen in der Brecherei 70 t/h und beim Verladen auf Lastwagen oder Schiff 400 t/h. Die infolge der engen Platzverhältnisse kompakt ausgelegte Anlage wurde von der Frei Fördertechnik AG als Generalunternehmerin umgesetzt. Der komplette Stahlbau und die Silobatterien sind dabei auf Plattenfundamente gestellt worden.

Der Steinbruch Rüti wurde von Beginn an mit einer Brechanlage von Gipo betrieben. In den acht Jahren hat dieser Anlagentyp 1195 eine Leistung von rd. 10000 Bh erbracht. Wie Patrick Lussi, Abteilungsleiter Hartsteinprodukte und Inertstoffdeponie im Werk Stansstad, im Gespräch erläuterte, zeigte sich allerdings mit dem gesteigerten Gesteinsabbau im Steinbruch Rüti, dass dieser Anlagentyp seine Grenze im Mengenanfall erreicht hatte. Die vom Steinbruchbetreiber erfolgte Evaluation zu einer Ersatzmaschine sah denn auch eine wesentliche Steigerung der Brechkapazität von 200 auf 300 t/h vor. Hinzu kam das Kriterium einer größeren Steinaufgabe, um die Einsatzstunden des Hydraulikhammers am Bagger verringern zu können. Entscheidungskriterien waren auch das Einbringen von speziellen Wünschen des Betreibers sowie die Nähe zum Lieferanten. Dabei kam zum Tragen, dass die Anlage von Gipo in Einzelanfertigung nach den individuellen Anforderungen des Bestellers in Seedorf UR hergestellt werden. Im Fall der "GipoBAC" für den Steinbruch Rüti waren das insbesondere das Versetzen der Aufgabenhöhe des Trichters nach unten, eine Füllstandskontrolle der Aufgabe mit automatischer Abschaltung, die Verlängerung des Austragsbands, seitliche Laufstege und Podeste für die sichere Zugänglichkeit und bei der Wartung sowie ein Materialpolster beim Brecherauslauf auf das Förderband und eine Haube über die ganze Länge des Förderbands, ferner ein klappbarer Deckel für den Brechereinlass. Zudem ist die Anlage mit einem Hydraulikhammer auf dem Einlauftrichter ausgerüstet, um bei Steinverklemmungen sofort eingreifen zu können. Auch eine stärkere Auslegung der Antriebseinheit war vorgegeben, wie Lussi weiter erläuterte. Dies nach der Überlegung, dass der gewählte Dieselhydraulikantrieb Cat mit 540 PS Leistung nur zur Hälfte belastet wird und dass sich damit eine wesentliche Treibstoffreduktion und eine längere Lebensdauer erreichen lassen.

Großer Wert wird auf die Sicherheit im Betrieb des Steinbruchs gelegt, der dank Fernsteuerung des Brechers durch zwei Mann erfolgen kann. Die ersten Erfahrungen der seit Mitte Mai in Betrieb stehenden Brecheranlage sind nach Angaben von Lussi sehr gut. Er erwähnt besonders die von Beginn an hohe Produktionsleistung pro Arbeitstag von bis zu 2700 t, was einen Durchschnitt von 2500 t/AT ergibt und die bisher in Spitzenzeiten geleisteten Überstunden überflüssig macht.

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