Groß-Seminar

Gerüstbau 4.0: Was bedeutet der digitale Wandel?

Kreativität, Problemlösungskompetenz und Prozessdenken: Beim Groß-Seminar wurden Teilnehmern etwa Beispiele des digitalen Handwerks gezeigt.

Hannover (ABZ). – Kürzlich fand in Hannover das Groß-Seminar "Gerüstbau 4.0: Was bedeutet der digitale Wandel für den eigenen Betrieb?" des Güteschutzverbandes Stahlgerüstbau e. V. und der Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk statt. Die hohe Teilnehmerzahl hat Informationen der Veranstalter zufolge gezeigt, dass die Themenwahl erneut sehr großes Interesse weckte. Das Gerüstbauer-Handwerk müsse sich nicht erst in der Zukunft, sondern bereits heute den digitalen Herausforderungen stellen. In der Produktfertigung sei der kontinuierliche Prozess der digitalen Weiterentwicklung bereits sehr weit fortgeschritten. Industrie 4.0 bringe dort mit modernen Informations- und Kommunikationstechniken einen erneuten Innovationsschub. Die digitale Kundenpflege und Akquisition mit Customer-Relation-ship-Management (CRM = Kundenbeziehungsmanagement) trage zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit bei. 

Beim Groß-Seminar wurden Beispiele des Nutzerverhaltens in Bezug auf Social Media dargelegt – diesem Trend könne sich das Gerüstbauer-Handwerk nicht entziehen. Die e-Vergabe (elektronische Annahme von Angeboten sowie die elektronische Kommunikation bis zur Zuschlagserteilung) sei ab 1. Januar 2020 zwingend gefordert. An einem Praxisbeispiel des Neubaus der Rheinbrücke Schierstein (Mainz–Wiesbaden) wurde eine Gerüstplanung im 3D-Gesamtmodell vorgestellt. Ein Vorteil neben der räumlich visualisierten Darstellungsweise der Gerüstkonstruktion ist die Ableitung der Montagepläne, Stücklisten sowie des eingesetzten Materialpreises. Dies ist die Grundlage für Building Information Modeling(BIM)-Objekte, bei denen geometrische Daten mit weiteren Informationen angereichert werden. Architekten, Kalkulatoren, Bauleiter, SiGekos, Statiker und Facility Manager leiten ihre Informationen daraus ab.

Bei den Vorträgen sei deutlich geworden, dass der Entwicklungsstand hinsichtlich der BIM-fähigen-Programme bzw. -Schnittstellen noch ausbaufähig ist. Auch das Thema Arbeitssicherheit werde bei Gerüstbau 4.0 über eine Unternehmens-Cloud gemanagt, die als mobile Dateninfrastruktur den Baubeteiligten einen optimierten Informationsfluss gewährleistet. Gefährdungsbeurteilungen, Montageanleitungen und Baustellenprotokolle ließen sich mobil (über Tablets) übermitteln. Projektdaten und Gerüstkonstruktionen werden Monteuren visuell vorgestellt, die Zeiterfassung und Baustellendokumentation (z. B. Fotos und Übergabebescheinigungen) im Projektordner synchronisiert.

Aufgelockert wurde das Groß-Seminar durch Exkurse wie "Besonderheiten bei Bauablaufstörungen" sowie "Preisermittlung und Angebotsstrategie". Beide Themen steuerten einen Anteil zur erfolg-reichen Auftragsabwicklung bei: So sind zusätzliche Vergütungsansprüche bzw. Schadensersatzansprüche durch verschuldete Verzögerungen des Bauablaufs gemäß VOB und BGB durchsetzbar, ein Nachweis der Ansprüche wurde per Beispiel vorgetragen. Nächstes Groß-Seminar: 9.–10. November 2018 in Hannover.

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