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Große Veränderung

Verwandlung vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan

Mit einer innenliegenden Dämmung mit Poroton-WDF konnten die Auflagen des Denkmalschutzes eingehalten und die ursprüngliche Bausubstanz erhalten werden. Nach drei Jahren umfassender Sanierungsarbeiten bezogen die Mieter im Mai ihre Wohnungen. Für optimale Dämmwerte wurden insgesamt 700 m² Innenwände mit der 12 mm starken Poroton-WDF isoliert.

München-Ramersdorf (ABZ). – Die sorgsame Sanierung mit Innendämmung macht aus dem einstigen Schandfleck im Denkmalensemble der Ortsmitte München-Ramersdorf wieder ein Schmuckstück. Im Zuge des Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramms "Städtebaulicher Denkmalschutz", bei der die ensemblegeschützte Ortsmitte rund um die Wallfahrtskirche Maria Ramersdorf seit 2011 gefördert wird, wurde auch das denkmalgeschützte "Straub-Haus" energetisch saniert. Das dreigeschossige Wohnhaus im Stil der Neurenaissance um 1900 erbaut verwahrloste über die Jahre hinweg. Die Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS), eine Tochtergesellschaft der GWG Städtische Wohnungsgesellschaft München und seit 2008 Eigentümerin, entschloss sich 2015 zur umfassenden Kernsanierung des historischen Gebäudes. Über beinahe drei Jahre erstreckten sich die aufwändigen Maßnahmen, bis im Frühjahr 2018 die neuen Mieter einziehen konnten. Aus Denkmalschutzgründen war an eine Außendämmung nicht zu denken, deshalb entschloss man sich für eine Innendämmung, die sich auf mehr als 700 m² Wandfläche erstreckte. Nach gründlicher Prüfung verschiedener Systeme entschied man sich für das keramische Wärmedämmsystem Poroton-WDF 120. Der moderne Baustoff von Schlagmann Poroton erfüllte die Vorgaben von Bauherren wie Planern und ermöglichte eine wirtschaftliche wie auch bauphysikalisch einwandfreie Lösung.

Das Baudenkmal umgeben von einem rd. 3000 m² großen Garten kennen viele Münchner, die von der Autobahn A 8 aus Süden kommend die Stadtgrenze Münchens passieren und dabei einen Blick auf Haus und Grundstück erhaschen. Dort am Ende der Autobahn liegt das Grundstück an der Ecke Innsbrucker Ring/Aribonenstraße. Nur wenige wissen, dass das einstmals prächtige Haus um 1880 von August und Maria Seebauer für sich und ihre drei Kinder erbaut wurde und als Stammhaus der gleichnamigen, in München bekannten Gärtnerdynastie gilt. Später erhielt deren Tochter Ottilie, verheiratete Straub, das Haus, weshalb es von da an Straub-Haus genannt wurde. Bis in die 1980er-Jahre war es in Familienbesitz, danach verwahrlosten Gebäude und Grundstück. Erst als 2008 die GWG die Liegenschaft erwarb und 2011 die Sanierung beschloss, ging es aufwärts. Förderlich war hier sicher, dass dem Haus in der Aribonenstraße 22 als eines der wenigen noch erhaltenen Gebäude im historischen Ortskern von Ramersdorf eine Schlüsselrolle bei der Aufwertung zugeteilt wurde.

Während sich die Stadt in einem Realisierungswettbewerb an die Neuordnung und Aufwertung der Ramersdorfer Mitte machte, erstellte die MSG zusammen mit dem Büro Architekten am Pündterplatz (München) ein machbares Sanierungskonzept. Hand in Hand mit dem Denkmalschutz erarbeitete Architekt Jörg Homeier federführend die Maßnahmen. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte er: "Die Auflage war, denkmalpflegerisch alles zu erhalten, was zu erhalten ist." Am äußeren Erscheinungsbild sollte nichts verändert, jedoch Wärme- und Schallschutz auf den Stand der Technik gebracht werden. An eine außen angebrachte Dämmung war deshalb nicht zu denken, so prüfte das Planungsteam verschiedene Lösungen einer Innendämmung und entschied sich für die Poroton-WDF in einer Stärke von 12 cm. Hier gefiel vor allem die robuste Stein-Oberfläche des Dämmmaterials, das die Verantwortlichen auch in Ausführungsqualität und Wirtschaftlichkeit überzeugte. Projektmanager Oliver Kreipe von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWG: "Da hat sich viel getan in den letzten Jahren." Viele der historischen Bauteile, wie Haustüre, Balkon, Brüstung und Geländer, waren im Original vorhanden und konnten sorgfältig restauriert wieder eingebaut werden.

Das Gebäude zeigte sich zu Beginn der Sanierungsarbeiten in einem äußerst schlechten baulichen Zustand.

Die rd. 100 Jahre alte Bausubstanz zeigte unterschiedliche Stärken und Schwächen. Während die Wände in den unteren Etagen mit einem 47 cm starken Ziegelmauerwerk eine solide Basis bildeten, war das Mauerwerk im Dachgeschoss mit 30 cm Wandstärke dagegen bei weitem nicht ausreichend. So wurden insgesamt 700 m² Wandfläche innenseitig mit WDF gedämmt. Dabei konnten die Unebenheiten im Bestandsmauerwerk einwandfrei ausgeglichen werden. Denn im Gegensatz zu anderen Dämmsystemen wird die WDF nicht an die bestehende Wand geklebt, sondern freistehend davor aufgemauert. Dadurch werden von vornherein Probleme vermieden, wie sie bspw. durch lose Putzstellen entstehen können. Auch stellen Unebenheiten im Bestand kein Problem dar, denn intakter Bestandsputz muss im Regelfall nicht entfernt werden. Nicht zuletzt erfordert diese Konstruktion keine Gewebeeinlage – sie gewährleistet somit eine unproblematisch durchführbare und bewährte Planziegelverarbeitung. Herkömmliche Elektroinstallationen sowie die sichere Anbringung von Gegenständen sind mit dem richtigen Werkzeug bzw. empfohlenen Dübeln möglich.

Lediglich die Übergänge zwischen den Etagen erforderten hier eine Speziallösung, weil die massive WDF in diesem Fall nicht ohne Unterstützung auf die alten Holzbalkendecken aufgelagert werden sollte. So wurden die Balken, die parallel zur Außenwand verlaufen, mit Winkeln so gesichert, dass ein Durchbiegen auszuschließen war. Im nächsten Schritt wurde der Bodenaufbau geöffnet, damit die WDF über alle Geschosse hinweg hochgezogen werden konnten.

Ausbau und Dämmung des Dachgeschosses ermöglichen außerdem, dass zu den bestehenden sechs Wohneinheiten zwei weitere Wohnungen mit rd. 150 m² zusätzlichem Wohnraum hinzugewonnen werden konnten.

Die Poroton-WDF ist in den Stärken 180, 120 und 80 mm lieferbar. Die WDF zeichnet sich im Vergleich zu herkömmlichen Dämmsystemen durch eine robuste, langlebige Konstruktion sowie niedrige Instandhaltungskosten aus. Poroton-WDF ist faktisch betrachtet eine massive Ziegelwand, gefüllt mit dem natürlichen Dämmstoff Perlit. Sie ist einfach und sicher in der Verarbeitung und bietet einen hohen Brandschutz. Das System erfüllt alle Aspekte einer baubiologisch sinnvollen und ökologischen Wärmedämmung. Es trägt dazu bei, Energiekosten erheblich zu reduzieren und steigert den Wert einer Immobilie. Poroton-WDF ist ein diffusionsoffenes, kapillaraktives Innendämmsystem. Die porige Struktur des mineralischen Baustoffs ermöglicht eine optimale Feuchtepufferung im Innenraum und schafft auf diese Weise ein angenehmes Wohnklima.

Die behutsame Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes im Münchener Süden unter Erhaltung ihrer ursprünglichen Fassade und wesentlicher prägender Bauteile aus dem Ursprungsjahr ist ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass die strengen Auflagen seitens des Denkmalschutzes durchaus mit den Forderungen der EnEV in Einklang zu bringen sind. Mit einer Innendämmung mit Poroton-WDF konnte die ursprüngliche Bausubstanz erhalten bleiben, und damit auch der typische Charakter des denkmalgeschützten Gebäudes von 1880. Im Mai konnten die Mieter die Wohnungen beziehen.

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