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Grundlagenstudie

Passivhaus auch für Kliniken eine gute Lösung

DARMSTADT (ABZ). - Im Frankfurter Stadtteil Höchst wird ein altes Klinik-Gebäude durch einen Neubau ersetzt. Von Beginn an wird dabei auf höchste Energieeffizienz gesetzt, im Ergebnis soll hier das weltweit erste Passivhaus-Krankenhaus entstehen. Wichtige Fragen zur Umsetzung dieses Projekts wurden im Auftrag des Landes Hessen in einer Grundlagenstudie erarbeitet.

Die Grundidee des Passivhaus-Konzepts ist die, bei verbessertem Komfort den Bedarf aller Energieanwendungen signifikant zu reduzieren. Gerade in einem hoch komplexen Gebäude wie einem Krankenhaus ist die Heizung dabei nur ein Teil vieler Energieströme, die sich gegenseitig beeinflussen. So sparen effiziente Geräte – ob bei der Beleuchtung oder in der Medizintechnik – nicht nur direkt Energie ein, sondern sie reduzieren zugleich den Kühlbedarf. Die besondere Art der Nutzung stellt in Krankenhäusern außerdem auch besondere Ansprüche an die Haustechnik. Und oberste Priorität hat natürlich die Hygiene, und damit das Wohl von Personal und Patienten. Gerade vor diesem Hintergrund ist der Passivhaus-Standard auch für Krankenhäuser ein vielversprechender Ansatz.

Maßnahmen für den Wärmeschutz sind wegen erhöhter Temperaturanforderungen und eines nahezu durchgängigen Betriebs in Klinikgebäuden besonders lohnend. Ferner sind Krankenhäuser auch in konventioneller Bauweise bereits in weiten Bereichen mit Raumlufttechnik ausgerüstet. Es ist daher nur noch ein kleiner Schritt zu einer umfassenden Ausrüstung des Gebäudes mit einer kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Die Untersuchungen der Grundlagenstudie zeigen, dass trotz höherer Raumsolltemperaturen und höherer mittlerer Luftwechsel der Heizwärmebedarf auf 15 kWh/(m²EBF a) begrenzt werden kann. Zu den größeren Energieverbrauchern zählen auch bei einer bis auf ein solches Niveau erhöhten Gesamteffizienz die Beleuchtung, die Lüftung, die Trinkwarmwasserbereitung sowie Heizung und Kühlung. Abhängig von der technischen Ausstattung des Krankenhauses sorgen zudem die zentrale Sterilgutversorgung, Magnetresonanz-Tomographen und die EDV für hohen Energiebedarf. Einige dieser Prozesse im Krankenhaus erzeugen Abwärme. Dass Abwärme soweit wie möglich anderen Prozessen zugeführt werden sollte, etwa mittels einer Wärmepumpe dem Heizungssystem, steht außer Frage. Wie die Ergebnisse der Grundlagenstudie zeigen, sollte aber die Optimierung des Abwärme erzeugenden Prozesses immer Vorrang haben. Insgesamt sind die Bedingungen für weitreichende Energieeffizienz-Maßnahmen in Krankenhäusern günstig: Mit verfügbarer Technik kann der Energiebedarf in den meisten Bereichen maßgeblich reduziert werden. Angesichts der Komplexität der Energieströme ist aber eine frühzeitige Abstimmung und Beteiligung aller Akteure wichtig.

In Frankfurt-Höchst entsteht, als Ersatz für das alte Hauptgebäude der städtischen Klinik, ein energetisch hochwertiger Neubau – gemäß eines Beschlusses der Stadt Frankfurt soll dieser in Passivhaus-Standard realisiert werden. Die vom Land Hessen beauftragte und vom Passivhaus Institut durchgeführte Grundlagenstudie greift an vielen Stellen auf die Vorplanung zum Neubau des Klinikums Frankfurt-Höchst zurück.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 35/2014.

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