Gymnasium Gmunder Straße

Trittschalldämmung sorgt für Ruhe im Klassenzimmer

München (ABZ). – Der schlichte Kubus des neuen Gymnasiums Gmunder Straße in München wirkt allein schon durch seine schiere Größe. Die Landeshauptstadt realisiert hier einen Schulstandort für über 1600 Schülerinnen und Schüler.
Schöck Baustellen
Das Trittschalldämmsystem Schöck Tronsole entkoppelt die Bauteile vollständig voneinander, so dass auch der Fugenbereich vor Schmutz geschützt ist – für eine Ausführung ohne Schallbrücken. Foto: Schöck

Vier große Treppenhäuser erschließen den Zugang zu den Räumen. Für die Schallentkopplung der Treppen wurde das Trittschallsystem Schöck Tronsole eingesetzt, wie der Schalungshersteller betont. Gemeinsam mit bwp Burggraf + Reiminger, Beratende Ingenieure GmbH aus München, entwickelte Schöck eine Lösung, um mit Schöck Tronsole Typ Z die hohen Lasten sicher aufzunehmen, die sich aufgrund außergewöhnlicher Spannweiten von teils über 9 m ergeben. Das sorgt nicht nur für die notwendige Ruhe in den Klassenzimmern, sondern an den Podestanschlüssen auch für zuverlässigen Halt.

Mit seinen fünf Geschossen bietet das sechszügige Gymnasium Gmunder Straße viel Platz für 54 Klassen. Prägendes Charakteristikum des Stahlbetongebäudes ist neben den Wänden aus Sichtbeton die Glasfassade. Sie wurde als Pfosten-Riegel-Konstruktion mit Stahl- beziehungsweise Eichenholzprofilen ausgeführt. Gesimsartig umlaufende Fluchtstege aus Stahl gliedern das Gebäude horizontal. Sie erstrecken sich ab dem zweiten Geschoss bis hoch zum Flachdach. Dort nimmt eine Art Vordach die Stegform abschließend nochmals auf. Voraussichtlich zum Schuljahresbeginn 2023/24 soll der Schulneubau in Betrieb gehen.

Gradlinig außen – lebendig innen

So geradlinig und strukturiert sich das Gebäude nach außen präsentiert, so lebendig wird es einmal im Inneren zugehen. Dann werden, wenn es zur großen Pause klingelt, bis zu 1600 Schüler durch die vier Treppenhäuser stürmen und nicht nur ihre Beine, sondern auch die Treppen in Bewegung bringen. Daraus ergeben sich Schöck zufolge hohe Anforderungen an das Schwingungsverhalten, die Lastabtragung und die Trittschalldämmung für eine zuverlässige Schallentkopplung.

Die zwei mittleren Treppenhäuser wurden komplett in Ortbeton erstellt. Sie liegen hinter der an dieser Stelle durchgängigen Glasfassade. Die beiden anderen wurden als Randtreppenhäuser an den Gebäudeecken platziert. In diesem Fall wurden lediglich die Podeste in Ortbeton erstellt. Die Treppenläufe wurden als Fertigteilelemente angeliefert und über Konsolen auf die Podeste aufgelegt. Alle Treppen sind in Sichtbetonqualität ausgeführt.

An einem Lernort für so viele Schüler sei Schallschutz ein essenzielles Thema. Wo auf der einen Seite der Treppenhauswand die Schülergruppen durchs Gebäude flitzen, sollte auf der anderen Seite in den Klassenzimmern die Konzentration nicht durch Trittschall gestört werden. Die Treppen mussten deshalb akustisch vom Rest des Gebäudes entkoppelt werden, um den Trittschall bestmöglich zu mindern. Diese Aufgabe übernimmt in der Gmunder Straße das Trittschalldämmsystem Schöck Tronsole. Es minimiert die Gefahr von Schallbrücken und bietet darüber hinaus einen erhöhten Schallschutz.

DIN-konform gebaut

Somit konnten die Regelanforderungen an Schulgebäude gemäß DIN problemlos eingehalten werden. Während die Treppenläufe zur Wand hin in allen vier Treppenhäusern mit der Fugenplatte Tronsole Typ L schallentkoppelt wurden, sorgt in den Randtreppenhäusern Tronsole Typ F für Ruhe. Diese wurde von Schöck für den Anschluss von Treppenläufen an Podeste mit Konsolenauflager entwickelt. Dabei werden die Treppen komplett vom Podest getrennt. Der Anschluss der per Kran eingesetzten Fertigteiltreppen an die vorbetonierten Podeste war ein klassischer Anwendungsfall für Tronsole Typ F: Sie sichert an den Auflagerpunkten der Stege die akustische Entkopplung.

Die größte Herausforderung dieses Projekts liegt in dem tragfähig und zuverlässig schallentkoppelten Anschluss der Haupt- und Zwischenpodeste. Insbesondere in den beiden in der Gebäudemitte liegenden Ortbetontreppenhäusern ist eine hohe Lastaufnahmefähigkeit der Anschlussbauteile unabdingbar. Der Grund: Die Treppenkonstruktion ist hier dreiläufig angelegt. Die Treppenläufe verspringen gegeneinander und ergeben so ein räumliches Spiel. Sie können für den Laufweg unterschiedlich kombiniert werden – das macht die Benutzung der Treppe spannend und abwechslungsreich. "Wir wollten den Schülern einen variantenreichen Weg durch die fünf Geschosse anbieten", erläutert Robert Eberle vom Münchner Architekturbüro h4a Gessert + Randecker Generalplaner GmbH das Entwurfskonzept. Für die Haupt- und Zwischenpodeste bedeutete die dreiläufige Ausführung allerdings eine außergewöhnliche Spannweite von 9,15 m im Rohbaumaß. Letztendlich ist das Treppenhaus in seiner räumlichen Entfaltung genauso tief wie ein Klassenzimmer.

"Aufgrund der großen Spannweiten und den Anforderungen an das Schwingungsverhalten wurden die Treppenläufe mit 38 Zentimetern und die Podeste mit 35 beziehungsweise 45 Zentimetern ausgeführt", erläutert Werner Reiminger, Tragwerksplaner bei bwp Burggraf + Reiminger Beratende Ingenieure GmbH, München, die Auswirkungen auf die Planung der Statik. Außerdem mussten die Podeste hoch bewehrt werden.

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