Halbmondhaus in der Hansestadt

Ehemalige Remise an der Elbchaussee energieeffizient herausgeputzt

Hamburg (ABZ). – Ein mehr als 200 Jahre altes Gebäude zu sanieren, stellt grundsätzlich eine enorme Herausforderung dar. Noch komplizierter wird es, wenn die Außenwände halbkreisförmig gebogen sind und die verschiedensten Beläge aufweisen. Klaus und Schulz Architekten aus Hamburg fanden hier die passenden Lösungen, um die historische Remise wieder zum Schmuckstück zu machen.
Modernisierung und Sanierung
Dämmung, die sich dem Untergrund und dem Verlauf der Wand anpasst. Foto: Andreas Lühmann/Luehmannshot.me

Die Planungen des im letzten Jahr fertig gestellten Halbmondhauses begannen im Jahr 2018, als sich der Bauherr nach langem Stillstand an der 1795 erbauten Remise des alten Gebäudes annahm, um es nicht nur komplett zu sanieren, sondern auch energetisch auf den aktuellen Stand zu bringen.

Zunächst wurde ein Architektur-Wettbewerb für die komplette Sanierung des markant geformten Gebäudes ausgeschrieben, in dessen Verlauf sich Klaus und Schulz Architekten Part mbB gegen fünf weitere Büros durchsetzen konnte. Das Hamburger Büro beschäftigt sich häufig mit energetischen Sanierungen und dem Bauen im Bestand, das Leistungsspektrum erstreckt sich aber ebenso auf die Errichtung von Wohn- und Bürogebäuden, Gastronomie, Hotels, sowie Bauten des Sozialwesens.

Ursprünglich war für die ehemalige Remise eine energetische Ertüchtigung durch eine Innendämmung mit Kalzium-Silikat-Platten vorgesehen. Dann wurde festgestellt, dass die Substanz des Gebäudes an der Elbchaussee sehr inhomogen war. "Durch die besondere Kubatur des Gebäudes wäre das jedoch viel zu aufwändig gewesen: Zuerst einen Putzauftrag durchzuführen, dann die Egalisierung der Wände vorzunehmen und schließlich die Platten zu kleben, die dann auch noch hätten geschnitten werden müssen", erklärt Susanne Schulz.

Daher sei man auf die Suche nach Alternativen gegangen und schließlich auf den Wärmedämmputz Branelit der Proceram-Gruppe gestoßen. Damit ergab sich die Möglichkeit, alle oben beschriebenen Schritte in nur einem Arbeitsgang zu erledigen. Nach einem Vergleich mit anderen Produkten gaben dann die Konsistenz und Härte des Putzes den Ausschlag für den CERABRAN-Dämmputz.

Der Perlit-Wärmedämmputz ist nicht brennbar, rein mineralisch und frei von Bioziden oder anderen künstlichen Zusatzstoffen und somit besonders geeignet für den Einsatz im Denkmalschutz. Vor allem aber ist der Branelit-Dämmputz kapillaraktiv, das heißt er ist nicht nur wärmedämmend, sondern auch diffusionsoffen und besitzt die Eigenschaft, Wasser auch aus kleinsten Feuchtegehalten über die Kapillaren nach außen abtransportieren zu können und somit für eine stets trockene Oberfläche zu sorgen.

Als der Startschuss für die komplette Sanierung Ende 2019 schließlich fiel, war die Ausgangsposition alles andere als einfach, beschreibt Susanne Schulz. Nicht nur das Reetdach und der schadhafte Dachstuhl mussten innerhalb der 1,5 Jahre dauernden Bauzeit neu erstellt werden. Auch die Wände benötigten eine teilweise tiefergreifende Aufarbeitung: Vor der Sanierung war über die Jahre immer wieder in den Bestand eingegriffen und unterschiedliche Ausbesserungen vorgenommen worden. Die Oberflächen des ehemaligen Stalls wiesen beispielsweise die verschiedensten Beläge wie Bitumen auf, die alle rückstandslos entfernt werden mussten. Zudem mussten unterschiedliche Untergründe berücksichtigt werden, die aufgrund der notwendigen statischen Ertüchtigungen der Außenwände erforderlich waren.

Die Außenmauer wirkte daher nach diesen Maßnahmen regelrecht durchlöchert, bevor sie fachgerecht wieder aufgearbeitet und verschlossen wurde. Danach folgte der Systemaufbau für die Dämmung, der aus dem Putzträger Welnet, der im Mittel 8 bis 10 cm dicken Branelit-Schicht für die Innendämmung, der Armierungslage und dem Oberputz bestand. Diese Tätigkeiten wurden alle vom geschulten Partner-Unternehmen der Proceram-Gruppe, der Hanse Bauservice, fachgerecht und innerhalb des avisierten Zeitplans durchgeführt. Dabei arbeiteten der Vertriebsleiter der Proceram, Raphael Wagner, und der Eigentümer der Hanse Bauservice GmbH, Yama Aslami, in regelmäßigem Austausch mit der Architektin Susanne Schulz zusammen – so konnte zeitnah und lösungsorientiert auf die während der Sanierung neu auftretenden Anforderungen reagiert werden.

Nach Abschluss der Arbeiten ist Susanne Schulz sehr zufrieden: "Wir haben nun ein außergewöhnlich schönes Gebäude mit einem sehr angenehmen Raumklima. Wie sich der Putz und die erzielte Oberfläche darstellt, gefällt nicht nur uns, sondern auch unserem Bauherrn und den Nutzern sehr gut." Daher steht auch nicht in Frage, dass der Wärmedämmputz auch bei zukünftigen Projekten eine Rolle spielen wird.

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