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Hamm

Technology Center zeigt Visionen

Eine ferngesteuerte Walze wird auf der bauma zu sehen sein. Im Technology Center von Hamm können Besucher sich multimedial über diese Anwendung informieren.

Tirschenreuth (ABZ). – "Wie sieht die Baustelle 4.0 aus? Welche Mehrwerte kann Hamm als Walzenhersteller zu BIM beitragen? Welche maschinentechnischen Eigenschaften werden in zehn, 20, 30 Jahren relevant sein? Und welche Ansprüche werden Mitarbeiter im Jahr 2030 an einen Arbeitsplatz im Straßenbau stellen?" In der Auseinandersetzung mit derartigen Fragen entwickelt Walzenhersteller Hamm Visionen für den Straßenbau der Zukunft. "Daraus generieren wir konkrete, neue Konzepte und Lösungen rund um unsere Kernkompetenz, das Verdichten", sagt Dr. Axel Römer, Leiter Forschung und Entwicklung bei Hamm. In einem "Technology Center" können die Besucher auf der bauma entdecken, welche Ansätze Hamm verfolgt. Gezeigt werden Beispiele für konkrete Lösungen von heute, Konzepte für die Maschinengenerationen von morgen und Studien zur Vision für übermorgen. Dabei berücksichtigt der Walzenhersteller Aspekte der "Hardware", also Trends in der Maschinentechnik, ebenso wie solche der "Software", wie z. B. Fragen rund um die Einbindung der Menschen in den Bauprozess der Zukunft.

Auch in Zukunft werden Walzen zur Verdichtung von Böden und Asphalt benötigt – allerdings mit steigenden Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit, die Präzision und die Transparenz der Prozesse. Daher hat Hamm die Walzen mit Assistenzsystemen zur Unterstützung der Fahrer sowie für die Prozessdokumentation und Optimierung ausgerüstet.

Ein Beispiel ist die Einhaltung der Vorgaben für die Verdichtung durch den HCQ Navigator. Mit Witos HCQ erweitert Hamm in diesem Bereich das Angebot. Das neue Modul ermöglicht es, den Verdichtungsfortschritt zu verfolgen – in Echtzeit auch aus der Ferne. Damit können sich z. B. Bauleiter künftig jederzeit umfassend über den Baufortschritt informieren, ohne vor Ort sein zu müssen, können aus dem Büro Prozesse steuern und Entscheidungen auf der Basis qualifizierter Informationen treffen. Das spart Fahrtzeit und -kosten und ermöglicht Qualitätssteigerungen durch frühzeitige Reaktionen.

Potenzial für noch mehr Wirtschaftlichkeit sieht Hamm auch bei der Optimierung des Maschineneinsatzes durch Witos FleetView. Es unterstützt bei Wartung und Diagnose, beschleunigt die Reaktionszeit bei Störungen und ermöglicht darüber hinaus gezielte Analysen des Betriebs- und Nutzerverhaltens. Letztlich erhöht sich durch regelmäßige Wartung und einen rechtzeitigen, kostenoptimierenden Ersatz von Verschleißteilen die Verfügbarkeit der Walzen. Gleichzeitig werden ungeplante Ausfälle, oft verbunden mit Transportkosten und Organisationsaufwand, vermieden.

Ein weiterer Ansatz von Hamm für künftiges Arbeiten ist ein ferngesteuerter Walzenzug, der bereits seit zwei Jahren in einem Steinbruch in Deutschland im Einsatz ist. Im Technology Center können sich die Besucher ein Bild von der Anwendung machen und erleben, was bereits heute möglich ist.

Denkt man das Konzept der Fernsteuerung weiter, gelangt man über sogenannte Schattenwalzen schnell zu autonom agierenden Walzen. Hamm hat sich dem Thema wissenschaftlich genähert und die Gedanken zum Thema in Form der "Autonomen Walze F1" erstmals visualisiert. Dahinter steckt keine reale Maschine, sondern eine Studie zur Verdichtung der Zukunft. Sie zeigt, wie eine fahrerlose Walze mit alternativen Antriebskonzepten aussehen könnte und welche technischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten sich daraus für den Straßenbau ergeben können. Für diesen innovativen Blick in die Zukunft wurde Hamm Ende vergangenen Jahres als "Best of Best" beim Automotive Brand Contest in der Kategorie "Commercial Vehicles" ausgezeichnet. Dazu gesellte sich Anfang diesen Jahres der "German Design Award" in Gold in der Kategorie "Utility Vehicles". Beide Auszeichnungen sind anerkannte Designpreise und werden von international besetzten Jurys aus der Automobil- bzw. Designwelt verliehen.

Durch die Weiterentwicklungen werden sich auch die Arbeitsplätze im Bereich der Verdichtung verändern. Dabei ist klar: Die gänzlich autonome Baustelle ohne Fahrer liegt noch in ferner Zukunft. Deshalb entwickelte Hamm in den vergangenen Jahren das Bedienkonzept Easy Drive für die aktuellen Generationen der Tandemwalzen, Walzenzüge und Gummiradwalzen. Die Bedienung der Walzen wurde vereinheitlicht und einfacher gemacht, sie wurden für den Bediener ergonomischer und komfortabler.

Auf der bauma stellt Hamm zudem ein neues Kabinenkonzept vor. Mit noch mehr Platz und Raum für individuelle Anpassung des Arbeitsplatzes werden die Arbeitsplätze in den Walzen der nächsten Generation noch einmal angenehmer und komfortabler sein als bisher schon.

Ein anderer Aspekt ist die Aufbereitung der Informationen für die Walzenfahrer. So arbeiten die Entwickler derzeit an alternativen Konzepten zur gebündelten Darstellung aller Maschinen- und Baustellendaten. Im Fokus steht, die Fahrer klar und umfassend über die Maschine und den Verdichtungsprozess zu informieren, so dass sie den Status einfach und schnell erfassen und bewerten können. Damit steigt die Qualität der Verdichtung, während die körperliche Belastung sinkt.

Dass die Umweltfreundlichkeit auch bei den Walzen in Zukunft immer wichtiger wird, zeichnet sich heute schon ab. "Umwelt schonen und Kosten sparen geht oft Hand in Hand", sagt Dr. Axel Römer. Das zeigen die jüngsten Lösungen von Hamm rund um das Thema Nachhaltigkeit im Technology Center: So ermöglichen die Power-Hybrid-Technologie, die Motor-Stopp Automatik und der Eco-Mode einen reduzierten Kraftstoffverbrauch und damit für weniger Abgas- und Lärmemissionen. Ein anderes Beispiel für nachhaltiges Bauen ist der HCQ Navigator. Er hilft durch Prozessoptimierung, schneller und homogener zu verdichten, was Energie, Zeit und Kosten spart. Zudem zeigt Hamm als Neuentwicklung in München erstmals eine geteilte Oszillationsbandage.

Hamm stellt auf dem Freigelände Süd FS.1011 aus.

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