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Handabbruch

67-Meter-Schornstein abgetragen

Reisch Sprengtechnik, Abbruchtechnik, Abbrucharbeiten

Ein Facharbeiter lockert mit dem Kompressor Hammer das Ziegelgefüge auf und der zweite Industriekletterer nimmt die gelockerten Ziegelsteine von Hand auf und wirft diese kontrolliert in das Kamininnere neben dem Gerüst ab.

Apfeldorf (ABZ). – Die Firma Reisch Sprengtechnik erhielt von der Firma Penzenstadler den Auftrag für den Handabbruch des 67 m hohen ziegelgemauerten Schornsteins in Miesbach. Eine Sprengung des Kamins war aufgrund der unmittelbar anstehenden Bebauung nicht möglich.

Zunächst wurden vom Auftraggeber umfangreiche Schutzmaßnahmen an den unmittelbar angrenzenden Gebäuden, wie massive Holzwände an beiden Giebelseiten sowie eine Schutzschicht aus Stroh auf beiden Dächern nach Maßgabe des Auftragnehmers, angebracht. Insbesondere die Schutzmaßnahmen am Dach waren zwingend erforderlich, da sich darunter Arbeitsstätten mit Personen befanden.

Der händische Rückbau des Kamins erfolgte bis auf 27 m über Oberkante Gelände. Zunächst wurde eine Eigenkonstruktion in Form eines variablen Edelstahlgerüstes im Inneren des Kaminkopfes installiert. Das v. g. Gerüst besteht aus zwei ineinander liegenden Vierkantprofilen die stufenlos verstellbar und dem jeweiligen Kamininnendurchmesser von 0,8 bis 3 m angepasst werden kann. Eine beiderseitige Verdübelung wird über die vorhandene Lasche durchgeführt.

Vor Beginn der eigentlichen Rückbauarbeiten müssen die Gefährdungsbereiche an dem Kamin festgelegt und mit Bauzaun abgesperrt werden. Nun können von diesem Gerüst die Rückbauarbeiten des Kamins mit handgeführten, schallgedämpften Kompressorhämmern durchgeführt werden.

Ein Facharbeiter lockert mit dem Kompressor Hammer das Ziegelgefüge auf und der zweite Industriekletterer nimmt die gelockerten Ziegelsteine von Hand auf und wirft diese kontrolliert in das Kamininnere neben dem Gerüst ab.

Dieser Vorgang wird bis auf Rückbauhöhe von jeweils ca. 1,50 m Höhe durchgeführt. Dann werden die vorab angebrachten Mauerbügel zur Achse des Gerüstes positioniert. Des Weiteren werden die Halterverschraubungen der Gerüstvierkantrohre gelöst. Ein kurzes Anhebeln mit einem Brecheisen löst die vorab aufgeschraubte Dübel Verbindung. Das Gerüst fällt ca. 1,50 m in die Tiefe und hängt an den vier Ketten der Mauerbügel. Nun wird der vorab genannte Vorgang des Rückbaus wiederholt.

Über eine sogenannte voraberstellte Schutteröffnung in Bodennähe in der Kaminaußenwand wird in regelmäßigen Abständen das Kaminabbruchgut mit einem Minibagger entnommen. Sämtliche Arbeiten können nur von höhentauglichem, körperlich geeignetem Fachpersonal durchgeführt werden.

Es muss für alle Arbeitsschritte am und auf dem Kamin immer eine entsprechende Seilsicherheitsredundanz vorhanden sein.

Ein entsprechendes Rettungskonzept muss vorab erstellt werden. Der 40 m Rückbau des Kamines erfolgte in 15 Arbeitstagen unfall- und schadenfrei. Dies ist auch unserem Auftraggeber der Firma Penzenstadler und seinem herausragendem Fachpersonal zu verdanken.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 26/2016.

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