Handwerk setzt auf Aufholjagd im Ausbildungsmarkt

Berlin (ABZ). – Das Handwerk setzt auf eine Aufholjagd im Ausbildungsmarkt. „Die Zielsetzung ist, dass wir bis Jahresende das gleiche Niveau haben wie vor der Corona-Pandemie 2019. Falls es eine weitergehende Beeinträchtigung durch Corona gibt, muss die Bundesregierung auch Ausbildungsprämien länger zahlen“, sagte Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Im Juni war die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge demnach gegenüber dem – allerdings coronabedingt schwachen Vorjahresmonat – deutlich gestiegen. „Wir setzen weiter alles daran, aufzuholen und noch mehr junge Menschen für eine berufliche Ausbildung zu gewinnen“, sagte Wollseifer. „Es ist weiter viel Bewegung im Markt.“ Jugendliche könnten auch noch im September und Oktober mit einer Ausbildung starten.

Arbeitgeber, Gewerkschaften und Bundesregierung hatten einen „Sommer der Berufsbildung“ ausgerufen und werben dafür mit dem Motto: „AusbildungSTARTEN.“ Der ZDH-Präsident sagte weiter: „Im Corona-Jahr hatten wir völlig unvermittelt die enorme Herausforderung, die Betriebe mit den jungen Menschen zusammenzuführen, weil Ausbildungsmessen, Betriebsbesuche oder Praktika nicht möglich waren.“ Das sei ein ganz entscheidender Grund dafür, dass weniger junge Menschen den Weg in eine handwerkliche Ausbildung gefunden hätten. „Wobei das Minus im Handwerk durch die immensen Anstrengungen der gesamten Organisationen des Handwerks und der Betriebe sogar noch deutlich geringer als in der Gesamtwirtschaft ausgefallen ist.“

Generell müsse die berufliche Bildung stärker unterstützt werden. Sonst gebe es in den nächsten drei bis vier Jahren eine deutliche Fachkräftelücke, sagte Wollseifer.

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