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Handwerk und Bau

Sanierung dauerhaft stärker fördern

Berlin (dpa). – Handwerk und Baugewerbe dringen für mehr Klimaschutz auf dauerhafte steuerliche Förderungen bei der energetischen Gebäudesanierung. "Das ewige Ankündigen und dann wieder Zurückstellen der steuerlichen Sanierungsförderung hat einen beträchtlichen Sanierungsstau anwachsen lassen, der nun endlich abgebaut werden muss", sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer der Deutschen Presse-Agentur. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, sagte der dpa: "Unternehmer bauen Kapazitäten nur dann auf, wenn sie eine verlässliche Perspektive für Aufträge haben." Das Klimakabinett der Bundesregierung müsse einen Förderschwerpunkt auf die energetische Gebäudesanierung legen, um den CO2-Ausstoß in Deutschland drastisch zu senken. "Wir brauchen hier investive Anreize mit einer verlässlichen Laufzeit von mindestens zehn Jahren." Ein kurzfristiges Strohfeuer helfe nicht weiter. Gleichzeitig müsse es gelingen, Bauen und Wohnen weiterhin bezahlbar zu halten, erklärte ZDB-Präsident Reinhard Quast bei der Vorstellung einer neuen Studie der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE) in der vergangenen Woche. Darin wurden verschiedene Energiestandards im Wohnungsbau in Hinblick auf Preis und Einspartpotenziale untersucht. "Bei einer Anhebung der Standards von EnEV 2016 auf Effizienzhaus 40 steigen allein die Bauwerkskosten um 260 Euro/m², das sind bei 100 m² Wohnfläche 26 000 Euro. Dagegen ist das Energieeinsparpotenzial mit 18 kWh/m² pro Jahr vergleichsweise gering."

Das Klimakabinett unter Vorsitz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will am 20. September ein großes Maßnahmenpaket vorlegen, damit Deutschland nationale und international verpflichtende Klimaziele bis 2030 einhalten kann. Wollseifer sagte, natürlich würden Handwerksbetriebe zügig die erforderlichen Personalkapazitäten aufbauen, um Marktchancen zu realisieren – aber nur, wenn sie darauf vertrauen könnten, dass z. B. eine steuerliche Sanierungsförderung oder eine Modernisierungsförderung für Heizungsanlagen auch tatsächlich dauerhaft eingeführt werde. "Als zentrales Signal vom Klimakabinett erwartet das Handwerk, dass in der Energie- und Klimapolitik auf den marktwirtschaftlichen Innovationswettbewerb gesetzt wird", sagte Wollseifer. "Ganz entscheidend ist aus Sicht des Handwerks, auf marktwirtschaftliche Anreizmechanismen und kluge Förderimpulse zu setzen, statt auf Ordnungsrecht und Strafsteuern." Das künftige Leitmotiv einer Energie- und Klimaschutzpolitik müsse lauten: "So viel Marktlösungen wie möglich, nicht mehr Ge- und Verbote als unbedingt nötig."

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Baugewerbes sagte, die mittelständischen, baugewerblichen Unternehmen leisteten mehr als 85 % des gesamten Wohnungsbaus. Die Branche beschäftige mittlerweile 855 000 Menschen, gegenüber rd. 700 000 im Jahr 2009. "Allerdings ist die energetische Sanierungsquote mit unter 1 % nicht dazu angetan, Kapazitäten aufzubauen", sagte Pakleppa. "Wir wissen von unseren Mitgliedern, die auf dem Sanierungsmarkt tätig sind, dass die Firmen in diesem Segment des Bauens nicht ausgelastet sind." Derzeit würden Einzelmaßnahmen mit Zuschüssen von 10 % der Kosten und max. 5000 Euro gefördert. Das Baugewerbe erachte eine Verdopplung der Bemessung und bis zu 10 000 Euro für "investitionsanreizend". Entsprechend müsse die steuerliche Förderung bei Einzelmaßnahmen ausgestaltet werden: Diese müssten bis zu einer Höhe von 10 000 Euro direkt von der Steuerschuld abgesetzt werden können.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 38/2019.

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