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Haus G in Ettlingen

Goldenes Metallkleid für Bungalowfassade

Fassaden, Fassadengestaltung

Die neue Fassade von Haus G besteht aus champagnerfarbenen Wellprofilen.

ETTLINGEN (ABZ). - Metallwerkstoffe werden häufig für Fassaden von Industrie- und Gewerbebauten verwendet. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten: Die Architekten Julia Bienhaus und Ulrich Langensteiner aus Ettlingen gingen bei der Sanierung eines typischen Einfamilienhauses aus den 1970er-Jahren einen ungewöhnlichen Weg. Die neue Fassade von Haus G besteht aus gelochten, champagnerfarbenen Wellprofilen aus Aluminium.

Der ursprünglich als Einfamilienhaus konzipierte Bau mit separater Einliegerwohnung war auf Wunsch des Bauherrn nach einer zeitgemäßen und auf seine Bedürfnisse hin ausgerichteten Nutzung umzugestalten. Dazu wurde es weitgehend entkernt, die Fensteröffnungen vergrößert und partiell aufgestockt. Es entstand ein völlig neues Gebäudeensemble aus zwei kubischen Baukörpern mit großzügigen Räumen und spektakulären Ausblicken.

Im Inneren reduzierten die Architekten den Umgang mit Materialität auf wenige Elemente. Rustikale Dielenböden aus Eiche, mit denen auch die freistehenden Küchenblöcke belegt wurden, weiße Einbaumöbel und gespachtelte Oberflächen in den Nassbereichen prägen die neuen Räume.

So zurückhaltend sich das Gebäude von Innen darstellt, so minimalistisch präsentiert es sich auch von Außen. Eine gelochte Aluminiumfassade, die sich wie ein leichter Vorhang um die Baukörper legt, zieht sich teilweise über die Fensteröffnungen und lässt so nur einen schemenhaften Blick in die dahinterliegenden Privaträume zu.

Umgesetzt wurde diese ungewöhnliche Fassadenidee in mehreren Schritten und Schichten. Auf das bestehende Mauerwerk wurde eine Holzunterkonstruktion mit 100 mm hohen und 160 mm tiefen Balken fixiert. Eine 160 mm starke Mineralwolldämmung füllt die Zwischenräume aus und sorgt für eine Anpassung der Wärmedurchgangswerte. Eine UV-beständige und atmungsaktive Fassadenmembran, die bis zur Attika hochgeführt wurde und abschließend eine Abdeckung aus Blech erhielt, bildet den wasserdichten Abschluss der Dämmebene.

Auf dieser Fassadenmembran wurde in die darunterliegende Holzunterkonstruktion eine senkrechte Aluminiumtragkonstruktion zur Aufnahme der Wellprofile fixiert. Die darauf montierte Aluminiumhaut besteht aus Kalzip Wellprofilen 18/76 in einem patinierten Champagnerfarbton in einer Rv 6/8 Lochung. Die Oberfläche changiert je nach Lichteinfall und Tageszeit in unterschiedlichen Farbtönen. Der Abstand zwischen der Dämmzone und den Wellprofilen beträgt 200 mm.

Der gestalterisch und konstruktiv anspruchsvolle Um- und Neubau des Hauses G zeigt die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Wellprofilen bei einer Sanierung, der sich nicht nur auf Nicht-Wohngebäude beschränken muss, wenn kreative Architekten nach innovativen Lösungen für die Gestaltung ihrer Projekte suchen.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 45/2014.

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