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Hauseigentümerverband

Schlichtbauten für Flüchtlinge falscher Weg

KIEL (dpa). - Der Eigentümerverband Haus & Grund ist dagegen, zur längerfristigen Unterbringung von Flüchtlingen Schlichtbauten mit gesenkten Standards zu errichten. Mit Wohnsilos auf der grünen Wiese sei niemandem gedient, sagte der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Alexander Blazek in Kiel. Für die Erstunterbringung seien provisorische Bauten, die schnell wieder entfernt werden können, kein Problem. Für den herkömmlichen Neubau bewährte Standards zu senken, sei aber der falsche Weg. In der Landesregierung gibt es Überlegungen, bei neuen Unterkünften für Flüchtlinge z. B. von sonstigen Energiestandards abzuweichen. Die Fehler der 70er Jahre sollten nicht wiederholt werden, sagte Blazek. Massenunterkünfte seien für die Integration schlecht und führten zur Ghettoisierung, wenn sie auf der grünen Wiese errichtet werden.

Was beim Bauen eingespart würde, müsste für mehr Sozialarbeiter wieder ausgegeben werden. Nachhaltige Stadtgestaltung dürfe nicht aktueller Hektik zum Opfer fallen, sagte Blazek. Ansonsten wären in einigen Jahren Leerstände absehbar. Häuser müssten dann mit staatlicher Förderung abgerissen werden. Stattdessen sollten Planungsvorhaben mit mehr Personal in den Bauämtern beschleunigt werden.

Der Verband, der im Land die Interessen von 66 000 Hauseigentümern vertritt, warnte davor, zur Unterbringung von Flüchtlingen Immobilien zu beschlagnahmen. Derzeit gebe es keine Hinweise darauf, dass die Landesregierung dies bei Wohnungen vorhabe, sagte Blazek. Sollte dies sich ändern, wäre die Partnerschaft mit der Regierung in der Flüchtlingsfrage beendet. Auch eine Beschlagnahme von Gewerbeimmobilien wäre ein falsches Signal. Nur mit den privaten Eigentümern werde es gelingen, die Versorgung der Flüchtlinge mit Wohnraum zu organisieren, sagte Blazek. Sie stellten über 60 % der Mietwohnungen im Land zur Verfügung. Wenn z. B. in einem Mehrfamilienhaus eine leerstehende Wohnung an Flüchtlinge vermietet würde anstatt eines ganzen Hauses, könne die Integration in die Nachbarschaft besser gelingen. Da Private ihre Immobilien überwiegend in zentralen Lagen von Städten und Gemeinden hätten, würde diese Form der Unterbringung auch Ghettoisierung vorbeugen.

Blazek zufolge ist die Bereitschaft von Hauseigentümern, Flüchtlingen zu helfen, sehr groß. In Kiel seien bereits mehr als 1000 Wohnungen an Flüchtlinge vermietet. Als vollkommen falsches Signal stufte Haus & Grund die geplante Mietpreisbremse ein. Diese werde ein Investitionshindernis allererster Güte. Mit diesem "bürokratischen Monster" werde nicht eine bezahlbare Wohnung mehr entstehen.

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