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Heidelberg wächst

Konversionsflächen werden urbane Quartiere

Auf zwei Baufeldern sind in diesem Jahr Wohnungsbauten mit Beton von der HeidelbergCement AG realisiert worden.

Heidelberg (ABZ). – Eines der größten städtebaulichen Projekte Deutschlands wird aktuell auf ehemals von den US-amerikanischen Streitkräften genutzten Flächen mitten in Heidelberg realisiert. Neues urbanes Leben entsteht in verschiedenen Wohnungsbauten, die das Bauunternehmen Michael Gärtner und die Züblin AG mit der Heidelberger Beton GmbH ausgeführt haben.

Innerstädtische Verdichtung scheitert vielerorts an mangelndem Baugrund. Manche Städte profitieren heute von Entscheidungen, die 30 Jahre zurückliegen. Durch den teilweisen Truppenabzug der US-Armee, der mit der Wende und dem Ende des Kalten Kriegs einherging, gewann beispielsweise Heidelberg unerwartet Fläche für neue urbane Entwicklung im Stadtgebiet.

Insgesamt 180 Hektar innerstädtische Konversionsflächen haben der historischen Stadt am Neckar die Jahrhundertchance einer weitreichenden städtebaulichen Planung geboten, wie sie anderen Kommunen heute aufgrund dichter Bebauung und Mangel an Freiflächen selten gegeben ist. Als Wissenschafts- und Universitätsstandort, der Menschen aus aller Welt – auf begrenzte Zeit wie etwa Studierende, aber auch dauerhaft Beschäftigte mit ihren Familien – anzieht, braucht die Stadt neben attraktiven Flächen für Gewerbe und Forschung vor allem Wohnraum. Denn sie gehört zur Metropolregion Rhein-Neckar, die knapp zweieinhalb Millionen Einwohner zählt und immer noch wächst.

39 Prozent der Einwohner Heidelbergs sind jünger als 30 Jahre, auch sie werden in absehbarer Zukunft einen eigenen Hausstand oder Familien gründen. So ist es sinnvoll, dass städtische Planung dem angespannten Wohnungsmarkt mit seinem hohen Preisniveau gezielt entgegensteuert. Seit einigen Jahren entstehen bereits auf den frei gezogenen Arealen vielfältig gemischte, vitale Quartiere, die dem Anspruch der Verantwortlichen nach bezahlbarem Wohnraum auch für Familien und Geringverdiener genügt und gleichzeitig die bekannte Lebensqualität dieser Stadt weiter entfalten und bewahren kann.

Die "Konversionsfläche Südstadt" macht mit einer Größe von insgesamt 40 Hektar fast ein Viertel des gesamten Stadtteils aus. Sie besteht aus den ehemaligen US-Arealen Campbell Barracks und Mark Twain Village, die sich sukzessive in ein modernes, energiesparendes, nachhaltiges und wirtschaftliches Stadtquartier mit viel Grün wandeln soll. Die von viel Bürgerbeteiligung begleitete Stadtentwicklung ist schon weit vorangeschritten. Die Mischung aus sanierten Bestandsbauten und neuem Wohnungsbau lässt hier innenstadtnah ein weiteres Stück Heidelberg entstehen. Bereits im Sommer 2016 konnten vor allem junge Familien in die ersten fertigen Wohnungen einziehen. Die über Jahre laufenden Baumaßnahmen gehen zurück auf einen Masterplan, den der Heidelberger Gemeinderat bereits 2014 beschlossen hat.

Nun leben schon fast 1000 Menschen im Quartier und an allen Ecken wird noch gebaut. Das wohnungspolitische Konzept sieht vor, dass 40 Prozent der Wohnungen im preisgünstigen Mietsegment, 30 Prozent für sogenannte Schwellenhaushalte und weitere 30 Prozent im Segment "freier Markt" entstehen sollen. Viele der Wohnungen gehen derzeit in die Vermietung. Angestrebt wird dabei eine sozial ausgewogene Differenzierung.

Im Quartier an der Kirschgartenstraße werden dieser Tage die Bauten auf zwei Baufeldern fertig, für die Fischer Architekten aus Mannheim auf Grundlage des genannten Masterplans jeweils die Entwürfe erarbeitet haben. Auf dem Baufeld A2.2 erstellte die Ed. Züblin AG, Bereich Mannheim, sieben Stadthäuser und vier Mehrfamilienhäuser. "Wir sind gerade beim Ausbau und stellen die Wohnbauten bis Oktober 2021 fertig", berichtet Bauleiter Maxim Engel-Moog von Züblin, der die MTV-Baustelle seit Mitte 2020 mit rund 60 Bauarbeitern betreut.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 38/2021.

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