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Historie trifft Moderne

Textilfassade schmückt denkmalgeschützten Bau

Bei einem viel beachteten Modernisierungsprojekt in Wellington (Neuseeland) der Spanntuchspezialist EPS Systems (Siegen) mit einer 750 m² großen Textilfassade für den entscheidenden Akzent gesorgt. Das zur Schüco-Gruppe gehörende Unternehmen setzte zusammen mit dem Fassadenbauer vor Ort eine Lösung mit dem patentierten Spannsystem Facid 65 um. In einer gelungenen Verbindung von Funktion und Gestaltung dient die Textilfassade tagsüber als feststehender Sonnenschutz und setzt das Gebäude nachts mit farbigem LED-Licht hinter dem hochtransparenten Gewebe in Szene.

Wellington/Neuseeland (ABZ). – Mit einer 750 m² großen Textilfassade hat der Spanntuchspezialist EPS Systems (Siegen) bei einem viel beachteten Modernisierungsprojekt in Wellington (Neuseeland) für den entscheidenden Akzent gesorgt. Das zur Schüco-Gruppe gehörende Unternehmen setzte zusammen mit dem Fassadenbauer vor Ort eine Lösung mit dem patentierten Spannsystem Facid 65 um. In einer gelungenen Verbindung von Funktion und Gestaltung dient die Textilfassade tagsüber als feststehender Sonnenschutz und setzt das Gebäude nachts mit farbigem LED-Licht hinter dem hochtransparenten Gewebe in Szene. Bei dem Bauvorhaben mit einem Investitionsvolumen von rd. 30 Mio. New Zealand Dollar (etwa 17 Mio. Euro) handelt es sich um das zweigeschossige Manthel Motors Building im Herzen von Wellington. Markantes Merkmal ist die denkmalgeschützte Fassade von 1914. Nach dem Entkernen entstand innerhalb der historischen Fassade ein fünfgeschossiger Baukörper, dessen obere Stockwerke kubisch über die Bestandsfassade hinausragen.

Ein wesentlicher Bestandteil der Gestaltung ist – erstmalig bei einem Bürogebäude in Wellington – eine 750 m² große Textilfassade, die sich über die oberen drei Stockwerke erstreckt. Sie verbindet die historische Bestandsfassade und den neuen Baukörper zu einem stimmigen Gesamtkonzept und leistet als feststehender Sonnenschutz einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit des Gebäudes, die nach dem neuseeländischen Bewertungssystem Green Star mit fünf Sternen als 'exzellent' eingestuft wird.

Realisiert wurde die Fassadenlösung mit der Produktlinie Facid 65, einem flexiblen System mit patentierter Spanntechnik für großformatige, zwei- oder dreidimensional angelegte Textilfassaden. Als Aufbau dient eine Tragkonstruktion aus feuerverzinktem, pulverbeschichtetem Stahl, auf die Stoß- und Abschlussprofile montiert sind. Das Gewebe ist ein PVC-beschichtetes Polyester-Netzgitter im Farbton Metall gehämmert mit einer Porosität von 28 %. Die Facid-Planungsingenieure legten die Konstruktion so aus, dass die Textilfassade der hohen Windlast an der exponierten Straßenkreuzung nur wenige 100 m vom Pazifischen Ozean entfernt problemlos Stand hält.

Zu den besonderen Merkmalen der Lösung zählt der große Abstand zwischen Gewebe und Außenwand, der eine besonders hohe Transparenz bewirkt. Als feststehender Sonnenschutz reduziert die Facid-Textilfassade den Energieaufwand für die Klimatisierung des Gebäudes, bietet den Nutzern dabei aber eine freie Sicht von innen nach außen. Die hohe Transparenzwirkung der Lösung wird auch gestalterisch genutzt. Tagsüber tritt die Textilfassade optisch hinter den Eindruck der historischen Fassade zurück. Nachts wird sie durch farbige LED-Lichter hervorgehoben, die zwischen Gewebe und Außenwand installiert sind und durch flächige Lichtakzente das Gebäude in Szene setzen.

"Das Projekt in Wellington ist ein typisches Beispiel dafür, welche Möglichkeiten eine moderne Textilfassade bietet", erklärt Christian Lindner, Geschäftsführer EPS Systems. "Neben den funktionalen Vorteilen wie Schall- und Wärmeschutz zählt dazu auch das gestalterische Potenzial. In Wellington werden Transparenzwirkung und LED-Licht aktiv in die Gestaltung mit einbezogen. Wir bieten aber auch Lösungen für kreative 3D-Konstruktionen oder individuellen Bedruck. Außerdem kann das Gewebe bei unserem Spannsystem problemlos ausgetauscht werden, das macht die Textilfassade zukunftssicher und wirtschaftlich."

Fertig gestellt wurde das Bauvorhaben 2017. Die zusätzlichen Geschosse erweitern die Nutzfläche des Gebäudes auf mehr als 6000 m². Hauptnutzer ist das neuseeländische Software-Unternehmen Xero, ein Spezialist für cloud-basierte Unternehmenslösungen. Wo früher Autos verkauft wurden, arbeiten heute 650 Softwareentwickler in einem attraktiven Arbeitsumfeld, zu dem auch die innovative Fassadenlösung aus Deutschland beiträgt.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 44/2018.

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