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Hochmoselbrücke

Europas größtes Brückenprojekt für Verkehr freigegeben

Die Hochmoselbrücke ist nach der Kochertalbrücke (185 Meter) die zweithöchste Brücke in Deutschland.

München/Zeltingen-Rachtig (ABZ). – Ende 2010 wurde die Porr in ARGE mit der Errichtung der Pfeiler und Unterbauten der Hochmoselbrücke beauftragt. Nach insgesamt acht Jahren Bauzeit wurde das Projekt am 21. November offiziell für den Verkehr freigegeben. Die Brücke bildet das Herzstück der neuen, 25 Kilometer langen Bundesstraße"B 50neu" und schafft eine direkte Straßenverbindung zwischen den Benelux-Staaten und dem Rhein-Main-Gebiet. Die Hochmoselbrücke ist nach der Kochertalbrücke (185 Meter) die zweithöchste Brücke in Deutschland. Der letzte Verschub der Brücke der im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft SEH/Porr umgesetzten Infrastrukturmaßnahme wurden im November 2019 erfolgreich abgeschlossen. Die Baukosten belaufen sich auf 175 Millionen Euro. "Der Hochmoselübergang bringt für den überregionalen Verkehr und die Menschen in der Region enorme Vorteile: Die belgischen Ballungsgebiete wachsen enger mit dem Rhein-Main-Gebiet und Süddeutschland zusammen, Durchgangsdörfer werden maßgeblich entlastet und der internationale Güterverkehr erfolgt künftig wesentlich effizienter. Gleichzeitig wird die beeindruckende Kulturlandschaft in der Moselregion besser erreichbar. Eine echte Win-Win Situation. Wir sind stolz, dass wir dieses technisch anspruchsvolle Mega-Projekt realisieren durften", so Karl-Heinz Strauss, CEO der Porr.

Die 1,7 Kilometer lange Hochmoselbrücke ruht auf insgesamt zehn Pfeilern – der höchste Pfeiler misst dabei rund 150 Meter, der niedrigste rund 20 Meter. Die Pfeiler werden auf Bohrpfählen im Boden gegründet. In Summe wurden für die zehn Pfeiler mehr als 100 Pfähle in den Boden getrieben. Die Konstruktionshöhe verändert sich in Abhängigkeit der Stützweiten und erreicht in Achse 4 bei einer Höhe von 7,78 Metern ihr Maximum. Da die Brücke in bis zu 150 Meter Höhe über dem Talboden geführt wird, beeinträchtigt sie die Sicht durch das Moseltal kaum. Trotz ihrer Größe fügt sie sich sehr gut in das Landschaftsbild ein.

Neben Stahlbetonarbeiten führte die Porr auch vielfältige Leistungen wie den Spezialtiefbau für die Baugruben und Böschungssicherungen durch. Insbesondere aufgrund der Form, der Höhe, der Gründungsparameter und der Massenverteilung legte die Porr bei diesem Projekt besonderes Augenmerk auf den Lastfall der wirbelerregten Querschwingungen: Pfeilermodelle wurden im Windkanal getestet, Untersuchungen zur Verminderung dieser Kräfte durchgeführt, Maßnahmen zu ihrer Vermeidung entwickelt und die Ergebnisse schließlich erfolgreich in die Praxis umgesetzt.

Das strukturpolitisch herausragende Infrastrukturprojekt "B 50neu" zählt nach Unternehmensangaben zu den bundesweit wichtigsten Verkehrsprojekten. Mit der neuen Bundesstraße wird die Fernstraßenlücke von der A 60 bei Wittlich zur A 60 bei Mainz geschlossen. Vor allem der Frachtbereich wird durch die Strecke profitieren. Der Hochmoselübergang wird in der gesamten Region zu einer deutlichen Verkehrsentlastung führen. In Summe wurden bei der Projektumsetzung rund 35 Millionen Euro. in Ausgleichsflächen investiert, um die Folgen für Natur und Umwelt abzufangen. Landespflegerische Maßnahmen erleichtern Tieren das Leben mit der neuen Straße. Grünbrücken, neu angelegte Wälder, Streuobstwiesen sowie zahlreiche Grünflächen bieten Tieren und Insekten bedürfnisgerechte Lebensräume.

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