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Hochverdichtungsbohle

Auf 15,50 Metern homogene Einbauqualität erbracht

Vögele, Baustellen, Straßenbau und Verkehrswesen, Straßenbautechnik

REKORD UND WEICHENSTELLUNG für die Zukunft: Auf dem Berliner Ring wird mit Vögele Maschinen bewiesen, dass höchste Oberflächenqualität auch beim nahtlosen Einbau in außergewöhnlichen Breiten von über 15 m möglich ist. Per Laboruntersuchungen und Wärmebildaufnahmen wurde bestätigt, dass mit dem Vögele Fertiger Super 3000-2 und einer Hochverdichtunsgbohle SB 300TP1 mit Tamper und Pressleiste das Asphaltmischgut über die komplette Bahnbreite thermisch absolut homogen ist und keine Entmischungstendenzen aufweist. Mehr dazu lesen Sie auch in unserem Bericht "Auf 15,50Metern homogene …" auf Seite 17. Foto: Vögele

BERLIN (ABZ). - Erstmals sind im Herbst letzten Jahres Binder- und Deckschicht als 15,50 m breite Bahnen mit einer TP1 Hochverdichtungsbohle eingebaut worden. Das Ergebnis: eine qualitativ homogene Fahrbahndecke über die komplette Breite – wie per Laboruntersuchung und Wärmebildaufnahmen nachgewiesen wurde.

"Bühne" für diese für alle Beteiligten spannende Premiere war ein 4 km langes Teilstück der Bundesautobahn 10 rund um Berlin – der sogenannte Berliner Ring. Der Autobahnring ist mit 196 km der längste Europas.

Die Ausschreibung erfolgte direkt durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Die Anforderung darin war klar formuliert: der nahtlose Einbau über die komplette Breite von 15,50 m. Das erste Ziel: Es sollte bewiesen werden, dass auch bei außergewöhnlichen Breiten höchste Einbauqualität realisierbar ist. Denn im Grunde gilt: Keine Naht ist besser als eine Naht, auch wenn diese noch so perfekt und unsichtbar ist wie z. B. beim "Heiß an Heiß"-Verfahren. Das zweite Ziel war der Nachweis, dass unter Einsatz einer modernen Prozesskette eine nahezu konstante Asphaltmischguttemperatur vom Mischwerk bis zur Bohle sichergestellt werden kann. Anforderungen wie sie für die Erhaltungsmaßnahme auf der A 10 formuliert waren, sind in Zukunft an der Tagesordnung. Denn seit 2015 gelten neue Asphalt-Einbaurichtlinien. Zwei der für Straßenbauer wichtigsten Themen: konstante Asphaltmischguttemperatur und unterbrechungsfreier Einbau. Die Konsequenzen: Ab 2015 müssen beim Lkw-Transport von Asphaltmischgut Thermomulden eingesetzt werden. Denn bei einfachen, unisolierten Lkw-Mulden ist eine Temperaturgarantie nicht gegeben. Das Asphaltmischgut muss jedoch heiß sein, ohne kältere Nester in Ecken, Winkeln und an Wänden. Ebenfalls ab Januar 2015 ist beim Neubau und bei der Sanierung von Bundesfernstraßen der Einsatz von Beschickern gefordert, wenn die Baumaßnahme eine durchgängige Asphaltfläche von 18 000 m² und mehr umfasst. Insofern kann die Sanierung des 4,20 km langen Teilstücks der A10 als Pilotprojekt bezeichnet werden. Aber auch als Musterbeispiel für die effektive Zusammenarbeit von vier Unternehmen – von der Projektplanung bis zur Übergabe: Oevermann, Faber, Werwie und Vögele. Die Einbaubreite von 15,50 m in einer nahtlosen Bahn erforderte großes Gerät. Schon deshalb war die Baustelle auch eine Bühne der Super-Maschinen. Die WMH Werwie Maschinen-Handels GmbH stellte den Vögele Super 3000-2 zur Verfügung den laut Hersteller größten Straßenfertiger der Welt mit einer Einbauleistung von 1600 t/h. Außerdem eine Hochverdichtungsbohle SB 300 TP1 mit Tamper und Pressleiste als Hochverdichtungsaggregat. Und einen 24-t-Materialkübel für den Fertiger. Für die kontinuierliche Versorgung des Fertigers mit Mischgut brachte Oevermann einen Vögele Beschicker des Typs PowerFeeder MT 3000-2i Offset mit auf die Baustelle. Der Vögele PowerFeeder MT 3000-2i Offset kann im Gesamtsystem des Gespanns bis zu 45 t Mischgut vorrätig halten und bis zu 1200 t Mischgut/h transportieren. In Verbindung mit dem extragroßen Materialbehälter lässt sich ein 25 t fassender Mischgut-Lkw in nur 60 s komplett entleeren. Dadurch verfügte der Super 3000-2 Fertiger jederzeit über ausreichend Mischgut. Ein stoppfreier Einbauprozess war gewährleistet.

Die wichtigste technische Voraussetzung für die berührungsfreie Übergabe des Mischguts ist eine robuste, sensorgesteuerte Abstandsregelung: Der PowerFeeder ist dafür mit einem System aus drei Einzellasern ausgestattet. Diese sind an der Unterseite des Schwenkbandes platziert. So bleibt der Abstand zwischen Beschicker und Fertiger konstant, selbst wenn ein oder mehrere Sensoren, z. B. von durchlaufenden Arbeitern, verdeckt werden. Die Sensoren verhindern nicht nur Kollisionen des Beschickers mit dem Fertiger, sie machen dem Fahrer die Arbeit insgesamt leichter, sodass dieser sich 100 %ig auf das Beschicken konzentrieren kann.

Bei Beschickern kommt es aber auch auf die Zusammenarbeit von Mann und Maschine an. Der Vögele PowerFeeder zeichnet sich durch das ErgoPlus Bedienkonzept aus. Die Übersicht vom Fahrerarbeitsplatz aus ist optimal. Ebenso wie die einfach aufgebaute Bedienkonsole, durch die das Risiko von Fehlbedienungen minimiert wird. Statt vieler unterschiedlicher Bedienpulte gibt es hier nur ein zentrales und intuitiv bedienbares Element. Mittels Joystick kann das Schwenkband des PowerFeeders MT 3000-2i Offset feinfühlig und punktgenau um bis zu 55° in beide Richtungen bewegt sowie um bis zu 23° geneigt werden. Ein derart hohes Maß an Manövrierbarkeit bringt bei Bedarf viele Vorteile mit sich. Dazu zählen bspw. das mühelose und sichere seitliche Beschicken von Fertigern, das Verfüllen von Gräben oder von Leitwand-Zwischenräumen beim Fernstraßenbau sowie Umbaumaßnahmen auf Standstreifen. Wichtig ist jedoch nicht nur die kontinuierliche Mischgut-Versorgung, sondern auch eine möglichst konstante Mischgut-Temperatur. Genau hier kommt das Materialförderkonzept des Vögele PowerFeeders ins Spiel: Dabei zielt alles auf eine schonende Behandlung des Mischguts und auf die Vermeidung überflüssiger Übergabepunkte ab.

Vögele, Baustellen, Straßenbau und Verkehrswesen, Straßenbautechnik

Die SB 300 TP1 lieferte auf 15,50 m absolut homogene Einbauqualität. Foto: Vögele

Für den Berliner Ring wurde das Vögele Flaggschiff von der WMH Werwie Maschinen-Handels GmbH als Mietmaschine zur Verfügung gestellt. Matthias Beckmann, Werwie, fasst zusammen: "Der Super 3000-2 kann Autobahnen oder große Areale in Einbaubreiten bis sogar 16 m nahtlos fertigen. Aber auch für Tragschichten ist er aufgrund seiner extremen Leistungsstärke perfekt geeignet. Er schafft Einbaudicken bis zu 50 cm zuverlässig in einem Durchgang."

Wenn überwiegend mit nicht bituminösen, stark abrasiven Materialien gearbeitet wird, kann der Super 3000-2 mit einem optional erhältlichen Heavy-Duty-Kit zusätzlich verstärkt werden. Am Berliner Ring wurde der riesige Fertiger – wie bei großen Arbeitsbreiten üblich – per Lenkautomat mit Ultraschallsensor sicher in der Spur gehalten. Dabei tastete die Vögele Lenkautomatik einen für die Höhenabtastung gespannten Nivellierdraht entlang der Leitplanke als Referenz ab und steuerte den Fertiger auf Basis der gemessenen Daten. So konnte der Fahrer sich voll und ganz auf den stoppfreien Einbau konzentrieren. Teampartner des Super 3000-2 war die starre Bohle Vögele SB 300 TP1, deren Einbaubreite von 3 m bis 16 m reicht. Dafür stehen sowohl Verbreiterungen in unterschiedlichen Längen als auch hydraulische Ausziehanbauteile zur Verfügung. Für den Einsatz am Berliner Ring war die SB 300 TP1 mit Anbauteilen auf ihr Maximum verbreitert worden. Rechts und links außen gewährleisteten die um je 75 cm variierbaren hydraulischen Ausziehteile Flexibilität. Besonders wichtig für qualitativ hochwertige Beläge und langlebige Straßen: Die Bohle war mit einem Hochverdichtungsaggregat TP1 – Tamper und Pressleiste – ausgestattet. Um die Verdichtungsleistung optimal zu unterstützen und eine saubere Oberflächenstruktur herzustellen, werden bei Vögele Bohlen alle Verdichtungsaggregate über die gesamte Bohlenbreite hinweg beheizt.

Dirk Lohne, Oberbauleiter, Heijmans Oevermann GmbH, erinnert sich: "Die Frage, die das Einbauteam von Anfang an beschäftigt hat, war: Schaffen wir über die komplette Breite von 15,50 m eine homogene Einbauqualität?" Ein berechtigter Gedanke, denn auf der A 10 wurde mit einer Hochverdichtungsbohle erstmals eine solche Breite eingebaut. Der Nachweis für das Gelingen wurde jedoch schon während des Einbauprozesses mittels Thermokamera dokumentiert. Die verschiedenen Wärmebildaufnahmen vom Binderschichteinbau machen deutlich, dass das Asphaltmischgut über die komplette Bahnbreite von 15,50 m thermisch absolut homogen ist und keine Entmischungstendenzen aufweist.

Nahtlose Einbauqualität für homogene, extrem belastbare, langlebige Fahrbahndecken ist auch in außergewöhnlichen Breiten realisierbar. Allerdings bedarf es dazu der perfekten Verzahnung verschiedener Maßnahmen, die auf eine konstant hohe Asphaltmischguttemperatur und Mischgutqualität abzielen – vom Mischwerk bis zur Bohle. Dazu zählen: mit Thermomulden ausgestattete Mischgut-Lkw. Beschicker, deren Materialtransportkonzept sowohl die thermische als auch die mechanische Entmischung effektiv verhindert. Und Bohlen mit elektrisch beheizten Hochverdichtungsaggregaten, die eine über die komplette Breite gleichmäßige Vorverdichtung gewährleisten.

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