Höhenkünstler mit fester Bodenhaftung

Können am Kölner Dom unter Beweis gestellt

Gardemann, Arbeitsbühnen und Hebebühnen

Der Arbeitskorb ist vielseitig drehbar und der Korbarm kann hydraulisch ein- und ausgefahren werden.

Köln (ABZ). – Damit das Wahrzeichen der Rheinmetropole, der Kölner Dom, der Nachwelt erhalten bleibt, aber insbesondere auch, um Passanten vor der Gefahr herabfallender Bauelemente zu schützen, werden in regelmäßigen Abständen Sicherheitsinspektionen an der Kathedrale durchgeführt. Hierzu mietet die Domhütte immer wieder Gardemann-Steiger mit Fahrer an. Dabei schätzt die Domhütte am Alpener Arbeitsbühnenvermieter neben der routinierten und partnerschaftlichen Arbeitsweise auch die große Erfahrung des Gardemann-Teams sowie die Qualität der Fahrzeuge. Bei der Inspektion im November 2016 stellte Gardemann der Domhütte eine neue Lkw-Arbeitsbühnen-Generation vor.

Mit einer beeindruckenden Höhe von 157,38 m ist der Kölner Dom nach dem Ulmer Münster das zweithöchste Kirchengebäude Europas sowie das dritthöchste der Welt. Bis heute beherrscht der Dom das Panorama der Stadt. Erist nach dem Fernmeldeturm das zweithöchste Bauwerk in Köln. Auf seiner fast 8000 m² großen Grundfläche finden mehr als 20 000 Personen Platz. Die gotische Architektur, der Schrein der Heiligen Drei Könige, die herausragenden Glasmalereien und viele weitere bedeutende Kunstwerke führten 1996 dazu, dass die Unesco den Kölner Dom zum Weltkulturerbe erklärte. Mit durchschnittlich etwa 20 000 Besuchern pro Tag ist dieser die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Deutschlands.

Beim Bau des Kölner Doms wurden sämtliche Bauelemente und Schmuckwerke im Stil der spätmittelalterlich-gotischen Architektur harmonisiert verwirklicht. Wurde der Grundstein des Kölner Doms im Jahr 1248 im gotischen Stil gelegt, so entsprach der Stil bei seiner Vollendung im industrialisierten 19. Jahrhundert – nach jahrhundertelangem Baustopp – der Neugotik. Der gesamte mittelalterliche Teil des Chors war bis 1322 fertiggestellt. Die charakteristische Doppelturmfront stammt weitestgehend aus dem 19. Jahrhundert, gleichwohl gestaltet nach den ursprünglichen Bauplänen. Die riesige Fläche der Westfassade mitsamt den beiden Türmen von über 7100 m² ist bis heute nirgendwo übertroffen worden. Von 1880 bis 1884 war der Kölner Dom das höchste Gebäude der Welt.

Für die Instandsetzung und alle Arten von Baumaßnahmen am Kölner Dom sind die Mitarbeiter der Dombauhütte zuständig. Damit setzen sie die Tradition der mittelalterlichen Bauhütten fort, die bereits 1248 dem ersten Kölner Dombaumeister Gerhard zur Seite standen. Nach Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg wurde die Dombauhütte dem Metropolitankapitel der Hohen Domkirche unterstellt.

Gardemann, Arbeitsbühnen und Hebebühnen

Bei der Sicherheitsbefahrung am Kölner Dom im November 2016 beindruckte Gardemann mit einer neuen Lkw-Arbeitsbühnen-Generation.

Der Aufgabenbereich der heutigen Dombauhütte ist vielfältig. Alle Gewerke werden abgedeckt, so dass sie unabhängig von Subunternehmern ist. Rund 100 Mitarbeiter arbeiten an der Erhaltung des historischen Bauwerks – rund 60 Handwerker und 40 Verwaltungsmitarbeiter, wie u. a. Bibliothekare, Kunsthistoriker und Archivare. Da der Fokus auf der Erneuerung des verwitterten Steinwerks liegt, bilden die Steinmetze und Bildhauer die größte Gruppe der handwerklichen Mitarbeiter. Hinzu kommen Dachdecker, Gerüstbauer, Schreiner, Maler, Elektriker sowie ein Schlosser und ein Schmied. Mit der Konservierung und Restaurierung der historischen Glasmalereien sind insgesamt zehn Glasrestauratoren, Glasmaler und Kunstglaser befasst. Die Pflege und Instandsetzung aller Werke der Schatzkunst sind Aufgabe einer Goldschmiedin sowie eines Silberschmieds. Im Rahmen ihrer Arbeit macht die Dombauhütte schon seit einigen Jahren Sicherheitsbefahrungen im Verkehrsbereich rund um den Kölner Dom. "Im Bereich des mittelalterlichen Teils des Südturms ist es bereits öfter zu Steinabstürzen gekommen", sagt Robert Hofstätter, Steinmetzmeister und Steinbildhauermeister der Dombauverwaltung des Metropolitankapitels Köln. "Es handelte sich zwar um keine gravierenden Abstürze, aber selbst kleinste Steinchen können für Passanten gefährlich werden." Deshalb hat die Dombauhütte im November, kurz vor dem Aufbau des Weihnachtsmarktes am Dom, eine Sicherheitsinspektion durchgeführt. "Entdecken wir bei der Befahrung lose Architekturstücke, nehmen wir diese direkt ab und bringen sie zur Restauration in unsere Werkstatt." Hier werden alle Teile katalogisiert und dann repariert oder ausgetauscht.

Beim zweitägigen Einsatz im November 2016 sollte neben dem Südturm auch die Westfassade im Haupteingangsbereich des Kölner Doms befahren werden. Dabei musste am 157 m hohen Südturm nur der Teil inspiziert werden, der im Mittelalter gebaut worden ist, also Bereiche bis zu einer Höhe von 50 m. Der Steinschmuck oberhalb der 50 m stammt aus dem 19. Jahrhundert und besteht aus Oberkirchener Sandstein, der laut Steinmetzmeister Robert Hofstätter absolut in Ordnung ist. "Auch am mittelalterlichen Teil ist die Verwitterung nur oberflächlich. Die Substanz ist in Ordnung. Der Zierrat und sämtliche Vorsprünge verwittern schneller."

Zur Restauration des Zierrats stehen den knapp 30 Steinmetzen und Bildhauern modern ausgestattete Steinmetzhallen sowie eine Bildhauerwerkstatt zur Verfügung. Hier entstehen sowohl originalgetreue Nachbildungen verwitterter Architekturteile, als auch Kopien zerstörter oder stark beschädigter Skulpturen. Die originalgroßen Gipsmodelle für die Figuren oder zu ergänzende Figurendetails, die als Vorlage für eine Übertragung in den Stein dienen, werden von den Bildhauern selbst modelliert, z.T. auch nach Entwürfen des 19. Jahrhunderts.

Für die Instandhaltungsarbeiten am Kölner Dom benötigt die Domhütte regelmäßig eine Hubarbeitsbühne, die eine Arbeitshöhe von mindestens 50 m erreicht. "Wir arbeiten schon seit Jahren mit Gardemann zusammen und haben über die Jahre sehr gute Erfahrungen gemacht", sagt Robert Hofstätter. "Die gut ausgebildeten Gardemann-Fahrer arbeiten sehr routiniert und zuverlässig. Es bedarf viel Fingerspitzengefühl, um den Korb der Arbeitsbühne im filigranen Steingeflecht, zwischen den Skulpturen und Verzierungen des Kölner Doms feinfühlig zu bewegen, ohne etwas zu beschädigen." Auch der Untergrund am Dom stellt eine Herausforderung dar. Die Kathedrale ist auf dem Domhügel rund 17 m über dem Rhein von einer modernen Betonkonstruktion umgeben: der Domplatte. Unter ihr befinden sich die Katakomben des Doms sowie eine Tiefgarage. "Auch hier können wir auf das ausgezeichnete Know-how der Firma Gardemann setzen", so Hofstätter. "Wir müssen immer darauf achten, dass wir eine Arbeitsbühne anbieten, die keine zu hohe Punktlast aufweist", erläutert Oliver Esser, Gebietsvertriebsleiter bei Gardemann und zuständig für den Kölner Raum.

"Bei den meisten frei verfahrbaren Geräten, die eine Arbeitshöhe von 50 m abdecken, wäre die Punktlast durch die eng beieinander liegenden Räder für schwachtragende Untergründe zu groß. Wir haben für diesen Einsatz deshalb unsere neue Lkw-Arbeitsbühne vom Typ GL 540 DHK-R gewählt. Diese erreicht eine Arbeitshöhe von maximal 54 m. Mithilfe der weit auseinanderliegenden Stützen verhindern wir die Problematik von zu hohen Belastungen des Untergrundes."

Die Lkw-Arbeitsbühne GL 540 DHK-R zählt zu einer neuen Arbeitsbühnen-Generation, die sich durch höhere Reichweite und beste Manövrierfähigkeit auszeichnet, da der Korb vielseitig drehbar ist und der Korbarm hydraulisch ein- und ausgefahren werden kann. Das Gerät lässt sich dadurch noch flexibler einsetzen. Das Drehvermögen des Korbes war bei diesem Einsatz vorteilhaft, da alle kritischen Punkte am Dom sicher umfahren werden konnten. "Dazu trägt auch die neue Steuerung der Arbeitsbühne bei, die jetzt wesentlich sanfter ist. Mit ihr lässt sich der Korb zentimetergenau bewegen und positionieren", erläutert Hans-Georg Schwettling, Bediener der Arbeitsbühne.

Ein weiterer Pluspunkt des Fahrzeuges sei die Tatsache, so der Hersteller, dass bei dieser Lkw-Arbeitsbühnen-Generation aufgrund höherer Tragkraftwerte nun insgesamt fünf, statt nur zwei Personen im Korb mitfahren dürfen. "Jetzt haben wir sogar die Möglichkeit, beschädigte Teile am Dom direkt abzubauen und mit nach unten zu nehmen", freut sich Robert Hofstätter, denn die Korbtragkraft der Lkw-Bühne beträgt insgesamt 600 kg. "Da kann man schon einiges im Korb transportieren. Ein eingebauter Sicherheitsmechanismus schaltet das Gerät bei Überlast automatisch vollständig ab. Ist die Korblast des Fahrzeugs am Boden schon überschritten, ist zudem das Hochfahren unmöglich. Sicherheitsfeatures, die gerade im Stadteinsatz immens wichtig sind, da hier viele Menschen unterwegs sind, die Absperrungen gerne mal ignorieren."

"Wir schätzen die Firma Gardemann sehr und arbeiten mit den erfahrenen Bedienern sehr gut im Team", so Hofstätter. "Ein partnerschaftliches Miteinander ist sehr wichtig, gerade wenn man in luftiger Höhe und auf engstem Raum über den ganzen Tag zusammenarbeiten muss. Auch auf die Mitarbeiter in der Kölner Niederlassung können wir uns immer verlassen. Auf unsere Anfragen wird stets sehr schnell reagiert, auch dann, wenn wir sehr kurzfristig eine Arbeitsbühne benötigen."

Auch bei Gardemann schätzt man die Zusammenarbeit mit der Dombauhütte. Der Einsatz am Prestigeobjekt Dom ist der Kölner Niederlassung sehr wichtig. Mit einem Mietstationsneubau, der zukünftig Dreh- und Angelpunkt für das Rheinland sein wird, möchte man Kunden wie der Domhütte zukünftig einen noch besseren Service bieten.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 06/2017.

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